From Dusk till Knödel oder Bratapfelknödel mit Zimtbutterbröseln

comments 2
Dies und das / Kochen

Noch drei Tage bis am Samstag in München der Rubel… ähm… der Knödel rollt. Vor meinem geistigen Auge kugeln gerade auch ein paar pappsatte Blogger durch die Stadt (Hallo Kalinka! Hallo Liv!). Bitte hier einmal vorstellen wie in alten Westernfilmen Strohballen durch die staubtrockene Steppe fliegen. Es wird sicherlich ein tolles Wochenende im Zeichen des Knödels – may the Knödel be with you, and you, and you – werden und ich freue mich ungemein darauf bei dieser Gelegenheit alte und neue bekannte Gesichter zu treffen!

Im Vorfeld dazu erreichte mich vor einigen Wochen nicht nur die offizielle Einladung von Burgi´s sondern auch unser aller “Arbeitsmaterial” in Form von Kartoffelknödelteig, denn wir sollten damit unsere eigenen, ganz persönlichen Knödel kreieren.

Bratapfelknödel mit Zimtbutterstreuseln

Heute gibt es also meine Bratapfelknödel mit Zimtbutterbröseln für euch, denn die kalte und dunkle Jahreszeit steht uns bevor und was macht da mehr Spaß als es sich Zuhause an einer großen Tafel gemeinsam mit Freunden bei einem guten Essen gemütlich zu machen? Zu einem tollen Essen gehört natürlich auch ein schniekes Dessert, das zu dieser ungemütlichen Zeit des Jahres passen soll.

Zutaten für ca. 14 Knödel:

1 Packung Burgis Knödelteig (750 g)

Für Mandelpaste und Füllung:

100g gemahlene Mandeln

100g Puderzucker

2-3 Tropfen Mandelaroma

1 TL Rosenwasser

3 EL Milch

Spritzer Zitronensaft

2 EL gehackte, geröstete Mandeln

1-2 EL getrocknete Cranberries

1/4 TL Zimt

2-3 Äpfel, Boskop

Für die Brösel:

20g Butter

2 Msp. Zimt

3 EL gehackte Mandeln

3 EL Semmelbrösel

3 EL braunen Zucker

Zubereitung:

1. Für die Mandelpaste Puderzucker und Mandeln mischen. Anschließend Mandelaroma, Milch und Rosenwasser zugeben und zu einer Paste verrühren.

2. Für die Bratapfelfüllung Äpfel schälen, fein raspeln und mit dem Zitronensaft in einer Schüssel mischen. Gehackte Mandeln, Cranberries und Zimt kommen in eine zweite Schüssel. Nun die Äpfel etwas ausdrücken, mit der Mandelpaste zu den anderen Zutaten geben und vermengen.

3. Die Knödelfüllung kommt jetzt für ca. zwei Stunden in Eiswürfelformen gefüllt in das Tiefkühlfach damit sie etwas fester wird und beim Füllen später nicht auseinander fällt. Die Füllung lässt sich also auch sehr gut ein paar Tage früher vorbereiten.

4. Ist die Füllung fest geworden, nehmen wir uns die Knödel vor. Dafür den Knödelteig aus der Packung nehmen und nochmals gut durchkneten. Anschließend etwas Teig nehmen, flach drücken, eine Portion Füllung in die Mitte geben, den Teig drum herum verschließen und in den Händen zu einem Knödel formen. Mit dem Rest des Teiges und der Füllung so verfahren bis der Teig aufgebraucht ist.

5. Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen, die Knödel vorsichtig in das kochende Wasser geben und 10-15 Minuten darin ziehen lassen. Schwimmen die Knödel an der Oberfläche sind sie fertig und können vorsichtig mit einem Schaumlöffel auf einen Teller gegeben werden.

6. Für die Brösel Butter mit Zimt in der Pfanne zerlassen. Gehackte Mandeln, Semmelbrösel und Zucker dazugeben und unter Rühren anrösten lassen. Anschließend über die Knödel geben. Wer mag reicht dazu eine selbstgemachte Vanillesoße.

Nun lasset die Knödelei beginnen! Knödelige Grüße von Lord Knödelmort, den Knödelheads und meiner Wenigkeit. Auf Instagram nehme ich euch natürlich auch diesmal wieder mit auf Reisen, zum Knödelkochkurs, zur Bierverkostung, zum Macarons essen und jeglichen sonstigen Foodie-Abenteuern.

Keep on baking,

Eure Sonja

Küchensoundtrack: System Of A Down – Forest

Let´s Strudel again, like we did last summer oder: Apfelstrudel von A-Z

comments 4
Backen
IMG_3561

Hallo ihr Lieben, oder besser gesagt dobar dan! Den heutigen Beitrag schreibe ich nämlich nicht aus meinen vier bunten Wänden in Stuggi-West sondern aus Osijek in Kroatien, wo ich noch bis Sonntagmittag bei meinen Eltern bin. Wer eine Woche schwer im Weinberg geschuftet hat, der darf auch mal genüsslich die Füße hochlegen und Hotel Mama in der zweiten Heimat genießen. Oder so ähnlich.

Denn faul war ich die Tage hier nicht im Geringsten. Ich habe zusammen mit meiner Mutti gebacken, fleißig Strudelteig ausgezogen, wir sind in die Gnocchi-Großproduktion gegangen, machen morgen Oma´s Zwetschenknödel aka Knedle od sljiva und ich schaue zu, helfe fleißig mit und lerne. Das ist nicht wirklich neu bei uns, jedoch habe ich mich hier bislang mit Familienrezepten sehr zurück gehalten. Das ist etwas, das ich ursprünglich schon lange ändern wollte.

So wie für diesen Strudel macht meine Mutti alle Strudelteige selbst und zwar ganz ohne Mengenangaben. Das läuft alles frei Hand, nach Gefühl. Als ich heute also mit der Waage ankam, war das wiederum für sie etwas ungewohnt. Wie ihr seht haben wir aber auch das hinbekommen und ich rufe hiermit die große Strudelzeit aus!

Nach unseren beiden herzhaften Strudeln vor ein paar Tagen, die euch bei Instagram und auf Facebook so sehr gefallen haben, habe ich heute beschlossen, dass es Zeit wird für den ersten Apfelstrudel des Jahres. Herbstzeit ist eben auch Strudelzeit, nicht wahr? Ab sofort am liebsten ohne TK-Blätterteig und Co., sondern wirklich selbstgemacht von Anfang bis Ende, so wie dieser Apfelstrudel mit Vanille. Mit einem Teig, der für die herzhafte Version aus lediglich drei Zutaten besteht und für die süße aus vier. Okay okay fünf, wenn man die Liebe hinzurechnet, die das Ganze erfordert um zu gelingen.

Zutaten für zwei Strudel:

Teig:

300g Mehl

Prise Salz

3 TL Vanillezucker

150ml lauwarmes Wasser

Füllung:

ca. 1 1/2 kg Boskop Äpfel (ungeschält)

Saft einer halben Zitrone

Msp. gemahlene Vanille

6-8 gehäufte TL Vanillezucker

etwa 100g geschmolzene Butter

Zwei Handvoll gemahlene Haselnüsse oder Walnüsse

Eine Handvoll Mandelstifte

Rosinen, wer mag (ich mag nicht, du vielleicht?)

Funktioniert so:

 1. Als Erstes knöpfen wir uns den Teig vor. Dafür mischt ihr die trockenen Zutaten und gebt schlückchenweise das lauwarme Wasser dazu. Den Teig mithilfe der Knethaken des Handrührgerätes zu einem geschmeidigen Teig kneten. Das Wasser nach und nach – auf keinen Fall alles auf einmal – zugeben und immer wieder durchkneten bis der  Teig geschmeidig ist. Er darf ein bisschen kleben, sollte aber nicht matschig sein.

2. Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche noch ein wenig mit den Händen durchkneten. Teilen und zu zwei Fladen formen, die ihr bitte auch gut mehlt. Gebt dem Teig jetzt etwa 15 Minuten während ihr die Fülle vorbereitet und deckt ihn mit einem sauberen Geschirrtuch zu, damit er nicht austrocknet.

IMG_3505

3. Für die Füllung gebt ihr nun den Zitronensaft in eine große Schüssel. Die Äpfel schälen und entweder raspeln oder in hauchdünne Scheiben reiben und mit dem Zitronensaft vermischen. Den Vanillezucker dazugeben und mit den Händen gut vermengen.

4. Nun am besten eine alte Tischdecke auf den Esstisch legen und gut mit Mehl ausstreuen, ihr braucht die bemehlte Tischdecke um euren Strudel nachher schnell einrollen zu können. Nun nehmt ihr einen Teigling und zieht in in der Luft erst einmal ganz vorsichtig mit den Händen etwas auseinander. Die erfahrenen können das Teil schon auch mal Pizzabäcker-style herumwirbeln. Anschließend auf die bemehlte Tischdecke geben und von jeder Seite vorsichtig auseinander ziehen bis der Teig eine rechteckige Form hat, in etwa so wie auf dem Foto:

IMG_3515

IMG_3518

5. Reißt der dünne Teig an der ein oder anderen Stelle, dann ist das nicht weiter schlimm. Jetzt mit einem Pinsel etwas von der geschmolzenen Butter vorsichtig über die Ränder und den Teig geben. Die Äpfel in einem kleineren Rechteck auf dem Teig verteilen, eine Handvoll gemahlene Nüsse und Mandelstifte darüberstreuen. Wer mag kann jetzt auch Rosinen darüber geben.

IMG_3528

6. Zuerst die Seiten des Strudels einschlagen, dann die Seite von der aus ihr den Strudel einrollt, das Ende bleibt offen. Nun schnappt ihr euch die Tischdecke und beginnt den Strudel damit einzurollen, das geht ruckzuck. Den Strudel vorsichtig in eine gefettete Form geben und mit dem zweiten Teigling genauso verfahren. Die Strudel auf der mittleren Schiene bei 200 Grad so lange backen bis sie goldgelb sind.

IMG_3529

IMG_3534

IMG_3536

7. Sind die Strudel goldgelb, die Form aus dem Ofen nehmen und mit einem Tuch abgedeckt auskühlen lassen bis sie etwa lauwarm sind. Danach mit etwas Puderzucker bestreut servieren.

Schon immer wollte ich von meiner Mutter gerne sehen wie genau das mit dem selbstgemachten Strudelteig funktioniert und wie ich es schaffe, ihn dermaßen dünn auszuziehen. So, dass er dabei trotzdem nicht reißt. Hauchdünn eben, was er für die süße Version allerdings nicht sein muss, da geht auch etwas dickerer Teig.

Es sind ein paar Schritte, aber es geht ganz schnell bis man mit dem Teig warm wird und den Dreh wortwörtlich heraus hat. Schwer ist er wirklich nicht zu machen und man kann den Strudel mit allem füllen, was man gerade da oder wozu einem gerade der Sinn steht. Strudelteig selbst zu machen ist kinderleicht wie ihr seht und schmeckt gleich 10x besser als gekaufter.

IMG_3561

IMG_3572

Ihr habt den Strudel nachgebacken oder ihm eine andere leckere Füllung verpasst? Dann freue mich sehr über euer Feedback, Meinungen, Erfahrungen, Kritikpunkte aber auch Fotos. Wirklich, immer her damit, ich mag doch sehen was ihr hieraus macht. Vielleicht habt ihr aber auch ein tolles Rezept für einen alt bewährten Strudelteig von Omi? Das interessiert mich natürlich auch jederzeit.

Bis dahin wünsche ich euch ein wunderbares und kuscheliges Wochenende! Ich verziehe mich jetzt mit der 743746343 Tasse Tee unter zig Schichten warmer Decke auf´s Sofa.

Viele Grüße (noch) aus Kroatien bzw. puno pozdrava iz Osijeka,

Eure Strudelfee Sonja

Küchensoundtrack: kroatische Radiosender, die ich euch erspare.

Kulinarische Post aus der Weinregion Franken: eine kleine Vorstellung

comments 10
Dies und das

 Ihr werdet euch nun sicher fragen, was die Stadt und Region Schweinfurt mit meinem Blog zu tun hat? Wieso ich das hier schreibe? Und wozu das Ganze überhaupt? Wieso, weshalb, warum?

 Nun ja, als mich vor einigen Wochen der Heiko aka Olschi fragte, ob ich denn nicht Lust hätte ein paar fränkische Schmankerl – da kommt der Gute nämlich her – zu kosten, da konnte ich als mehr als neugieriger Foodie mit Leib und Seele schwerlich nein sagen. Ich erhielt also bald darauf kostenfrei ein Probierpaket von Schweinfurt 360° – Tourismus rund um Stadt und Land mit allerhand feinen Produkten aus der fränkischen Region.

 Zu der Zeit habe ich selbst noch nicht geahnt, dass ich bald für einige Tage Urlaub nehmen und dorthin fahren würde. Den Grund meines Besuches werde ich euch sehr bald genauer erläutern, er hat in jedem Fall auch ganz viel mit Genuss zu tun und ich freue mich schon wahnsinnig darauf!

 Diese Gelegenheit werde ich, wenn ich schon einmal in der Ecke bin, selbstverständlich auch dazu nutzen mir die Stadt Schweinfurt und auch die Wein- und Genussregion Franken etwas genauer anzusehen um die es heute hier geht, eben zu schauen woher so manches Produkt aus diesem Päckchen kommt.

 Ich freue mich schon darauf mit dem Auto auf kurvigen Landstraßen vorbei an all den Weinbergen zu fahren und hinter jeder Ecke hübsche kleine Dörfer zu entdecken. Das macht man einfach viel zu selten, sich treiben lassen und in kleinen Ortschaften anhalten, sich so die ein oder andere Leckerei von dort kaufen und mit den Einheimischen, die eben diese herstellen in Kontakt kommen. Für mich ist es wichtig und auch nicht ganz uninteressant zu wissen woher etwas kommt, das in meiner Küche landet und wie das hergestellt wird.

Zum Verkosten erhalten habe ich folgende regional fränkische Lebensmittel:

Fünf Weine sowie ein Weinglas der jungen Winzer von Wein von 3, darunter

Petrini – Deutscher Perlwein

Wolf Jr. – Franken Cuvée feinherb

Melusine – Franken Rotling halbtrocken

Silvaner – Franken trocken

Baron – Franken trocken im Barrique ausgebaut

Franken Früchtchen der Outbeck-Conditorei – handgemachte Pralinés mit edlen fränkischen Bränden in den Sorten Zwetschge-Tradition, Mirabelle-Tradition und Williams-Tradition

Deutscher Rapshonig des Imkers Josef Stelzer

Grüner und weißer Spargel im Glas von Andreas Knaup

Birnenbrand Williams der Edeloberbrennerei Jürgen Rebhann

Schweinfurter Stadt-Kaffee der kleinen Kaffee-Rösterei

Hochwertiges Sonnenblumenöl – High Oleic von Frankensonne

 Puh, als das Paket ankam staunte ich nicht schlecht, denn es war so schwer, dass ich es nicht selbst hochtragen konnte. Warum, das hat sich mir beim Auspacken offenbart: Honig, Öl, Spargel, fünf Weinflaschen. Das Ganze wog eine Menge. Es war ein bunt gemischtes Paket mit allerlei unterschiedlichen Leckereien auf deren Verkostung ich mich freuen durfte:

IMG_2780

 Ich komme hier nicht umhin zu sagen, dass ich mich ganz ganz besonders auf die Weine der drei Winzer von Wein von 3 gefreut habe, denn ich mag Weißwein sehr gerne und weiß ein gutes Gläschen an so manchem Abend mit Freunden sehr zu schätzen und das nicht nur deshalb, weil ich den Weinkenner schlechthin in der Familie habe. Sein Einfluss ist hier allerdings deutlich spürbar, danke Bruderherz! Ich schnappte mir also meine Mädels, einige Erdbeeren und Minzblätter und so kosteten wir an verschiedenen Abenden und zu unterschiedlichen Gelegenheiten die Weine – selbstverständlich kamen die Früchte nur in den Schaumwein – unter denen auch ein Rosé ist.

 In der Zwischenzeit habe ich diesen Vorrat bereits selbst mit einer Bestellung wieder aufgestockt und was das heißt dürfte euch klar sein. Ich finde die Weine wirklich gut! Ich bin vielleicht (noch) keine (Wein)Expertin par excellence, aber nach der einen oder anderen Weinprobe und einem Bruder, der so ziemlich alles über Wein weiß, was man nur wissen kann, denke ich, dass ich ganz gut unterwegs bin und vor allem auch weiß, was mir schmeckt. Klare Empfehlung von mir an dieser Stelle, wenn ihr Weißwein mögt und ich freue mich schon sehr, auf meinem Weg nach Schweinfurt einen Stopp im Barockschloss Zeilitzheim einzulegen und auch eine Nacht dort im Schlosshotel zu verbringen.

Kann es ein Zufall sein, dass einen Tag später im Rahmen des Tages des offenen Denkmals Führungen im Schloss stattfinden und es auch eine Weinverkostung bei Wein von 3 gibt? Glück muss Frau schon auch mal haben. Ich werde in jedem Fall berichten wie es dort war und vielleicht kann ich euch dann auch einen weiteren Tipp oder eine Empfehlung geben. Ich bin gespannt.

 Franken ist natürlich nicht nur, aber eben auch eine große Genussregion für die nicht nur die oben genannten Spezialitäten aus dem Paket stehen. Für diese Region als solche interessiere ich mich als Foodie natürlich ganz besonders, aber nicht nur, denn als eventuell eines Tages Historikerin (oh, das liegt noch in weiter Ferne), gibt es selbstverständlich mindestens genauso viel historisch Interessantes zu entdecken! Angefangen bei der Altstadt, dem Schrotturm oder dem Renaissance-Rathaus bis hin zu all den Museen, die ich mir in der kurzen Zeit meines Aufenthaltes leider nicht mal ansatzweise werde ansehen können. Dafür freue ich mich schon sehr die regionale Küche direkt vor Ort probieren zu können. Was mich dort wohl erwartet?

 Das älteste bis heute erhaltene Schriftzeugnis besagt, dass auf dem heutigen Stadtgebiet bereits im 8. Jahrhundert eine Siedlung existierte und schon damals wurde in dieser Gegend scheinbar Weinbau betrieben. Unsere Vorfahren wussten eben was gut ist, nicht wahr?

Wie ich gerade sehe, gibt es wirklich eine Menge toller historischer Gebäude zu sehen – meine Kamera wird es in zwei Wochen nicht leicht haben das alles festzuhalten, ich sehe es jetzt schon kommen und um wie viele Kilo schwerer ich nach all den regionalen Spezialitäten sein werde kann ich nur erahnen. Vielleicht sollte ich den Blog in “the whitest cake alive auf Reisen” umbenennen?

 Kulinarische Genüsse in  Franken, was sollte ich unbedingt essen und trinken, wenn ich dort bin? Franken ist bekannt für seinen Spargel. Dafür bin ich jedoch viel zu spät dran, aber ich habe ja zur Not noch den im Glas hier. Die Wild- und Rotweinwochen, dafür bin ich leider zu früh unterwegs, denn die finden im Oktober und November statt. Bier! Das fränkische Bier soll sehr gut sein. Ja, ist gar neben dem Wein gar nicht mehr aus der Region wegzudenken.

Neulich in der U-Bahn saß mir erst ein Franke gegenüber, der sich über unser Stuttgarter Hofbräu (schmeckt tatsächlich eher so naja) amüsierte und betonte, dass es in Franken die besten Biere weit und breit gäbe und nahezu jedes Dorf sein eigenes Bier braut. Ob das wirklich stimmt kann ich noch nicht sagen und eigentlich bin ich auch eher im Zeichen der Weinrebe unterwegs, aber das finde ich mit Sicherheit noch heraus. Eine weitere in Franken sehr beliebte und typische Spezialität ist die Original Schweinfurter Schlachtschüssel, klingt abenteuerlich und soll wohl auch ein wahres Erlebnis sein.

 Wie ich hier so sitze und diesen Beitrag niederschreibe, merke ich wie facetten- und abwechslungsreich diese Region doch ist mit der ich mich zuvor noch nie beschäftigt habe, da ich aber auch keinen Grund dazu hatte. Das ändert sich immer, sobald man jemanden kennt, der aus dieser Gegend kommt und es ist toll, dass ich bald selbst eine Woche dort bin und all das worüber ich jetzt gerade schreibe selbst sehen und erleben werde. Alles breitet sich wie eine Landkarte vor mir aus, all die Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Genüsse, die darauf warten entdeckt und probiert zu werden. Eine gute Vorbereitung ist das hier also in jeder Hinsicht und ich muss aufpassen, dass ich nebenher nicht alle Franken Früchtchen wegnasche.

 Zum unterwegs Übernachten habe ich mir zwar vor allem wegen dem Weingut das Barockschloss Zeilitzheim ausgesucht, aber hättet ihr gewusst, dass es neben diesem noch an die 20 weitere Burgen und Schlösser in Franken gibt? Das einzige weitere, welches ich während meines Aufenthalt in Franken wohl sehen werde, ist das Schloss Klingenberg. Für Burgenfans ist das also das reinste Eldorado hier und, nun ja, auch für Leute wie mich, die auf Geschichte stehen. Ja, ich lasse euch damit schon in Ruhe…

 In zwei Wochen nehme euch sehr gerne mit auf meine kleine Reise um das Ganze dann auch nochmals etwas zu veranschaulichen. Ganz besonders für die Einblicke vorab in diese kulturell reiche Gegend möchte ich mich beim Team von Schweinfurt 360° bedanken! Es ist schön, dass ich das in Kürze auch nochmals persönlich tun kann – sowohl mich bedanken als auch endlich live sehen worauf ich mich gerade schon vor dem Laptop freue.

 Ihr Lieben, wir sehen uns ganz bald wieder, nämlich dann, wenn ich euch verrate, was mich überhaupt nach Franken verschlägt und wieso ich in meinem Urlaub freiwillig arbeite. Soviel vorab: es hat etwas mit Wein zu tun und ist ganz unabhängig vom heutigen Post. Dass ich beides verbinden kann finde ich aber umso toller!

Bis bald an dieser Stelle

Eure Sonja

Auf Kokos-Wölkchen 7 schweben!

comments 12
Backen

Stellt euch bitte vor, ihr liegt gerade auf einem Bett aus zuckerwatteartig-weichem, flauschigem, nach Sommer und Sonne duftenden Kokos-Biskuit. Ihr streckt den einen Arm aus, dann den anderen. Ihr zupft euch auf jeder Seite etwas von eurer “Matratze” ab und steckt erst das eine und anschließend das andere Stück in den Mund. Es ist weich. Es duftet nach Kokos.

Ihr schmeckt es, der Geschmack ist angenehm und leicht erfrischend. Am Rande erschmeckt ihr noch einen Hauch Vanille. Es ist ein bisschen wie die Hände ausstrecken, sich ein kleines Stückchen Wolke vom Himmel schnappen und genießen. Ihr seid happy gerade auf diesem wattig weichen Kokos-Träumchen zu liegen. Eine wunderschöne Vorstellung, nicht?

IMG_2775

Auf Kokos Wölkchen 7 schweben klingt bei den aktuellen Temperaturen wesentlich ermunternder und wünschenswerter als eine Schneeballschlacht im August. Diese fluffig-weichen Köstlichkeiten heißen aber tatsächlich so. Es sind Schneebälle. Sommerliche Kokos-Schneebälle sozusagen und wenn ihr mich fragt in etwa 2743433x besser als Raffaello, das ohnehin viel zu süß ist. Diese Schneebälle hat Elena von Das süsse Leben letztes Jahr als Wegproviant (wenn Süßkramblogger unterwegs sind, ne?) mit zu unserem Buchmesse-Wochenende nach Frankfurt genommen. Diesen Mädchentrip vergesse ich nach wie vor so bald nicht und hoffe, dass wir das auch dieses Jahr irgendwie zwischenpacken können.

Selbstredend war es ihr total offensichtlicher Plan uns damit absolut süchtig, wenn nicht gar willenlos zu machen. Was Süßkramblogger, die andere Süßkramblogger kennenlernen eben so im Schilde führen. Es ist ihr auch gelungen, muss ich zugeben. Trotzdem hat es nun doch so viele Monate gedauert bis ich mich endlich einmal selbst hinter die Schneeball Produktion geklemmt und fleißig gerollt habe. Warum das so lang gedauert hat? Das kann ich mir selbst nicht erklären. Ich muss völlig neben mir gestanden und benebelt von Rhabarbera, Erdbeer-Pavlova und Konsorten gewesen sein. Was gibt es aber auch immer so verdammt viel Auswahl?!

Die lasse ich euch heute nicht, ihr M-Ü-S-S-T am besten noch vorgestern mit der Schneeball- äh… pardon Kokos-Wölkchenschlacht begonnen haben. Da führt kein Weg dran vorbei, versteht ihr? Schneebälle sind die neuen Schneebälle und wenn ihr mich und sicher auch Elena fragt, dann müssen diese kleinen Kerlchen noch wesentlich bekannter werden da draußen. Weil sie einfach toll sind. Probiert es aus, dann werdet ihr wissen wovon ich spreche. Hier ist das leicht abgewandelte Rezept, ab dafür, zack zack!

Zutaten für den Biskuit:

200g Zucker

1 Pck. Vanillezucker oder 1-2 EL selbstgemachten Vanillezucker

Msp. gemahlene Vanille

7 Eier (M)

200g Mehl

1/2 Pck. Backpulver

Prise Salz

Zutaten für die Creme:

50g Zucker

1 EL selbstgemachten Vanillezucker

1 Msp. gemahlene Vanille

400g Schlagsahne

2 Pck. Sahnesteif

250 Speisequark (nicht mager, das bringt euch hier auch nix mehr)

200g Creme Fraiche

ca. 150g Kokosraspeln

Funktioniert so:

1. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und eine Springform mit Backpapier auslegen bzw. leicht buttern.

2. Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz schlagen bis es sehr fest ist, beiseite stellen. Jetzt die Eigelbe mit den Zuckersorten, dem Mehl und Backpulver verrühren. Den Eischnee vorsichtig unter den Teig rühren und die Masse gleichmäßig in die Springform geben. Den Biskuit etwa 15-20 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Nach erfolgreicher Stäbchenprobe den Ofen ausschalten und die Form ein paar Minuten drin lassen. Anschließend herausholen und vollständig auskühlen lassen.

3. In einer großen Schüssel den Quark, Creme Fraiche, die beiden Zuckersorten und Vanille verrühren. Die Sahne mithilfe des Sahnesteif schlagen und unter die Quarkmasse heben.

4. In einem hemmungslos zerstörerischen Gewaltakt und unter Einfluss gitarrenlastiger, lauter Rockmusik wird jetzt der schöne Biskuit zerrupft. Ja, bitte komplett und bis auf den letzten Krümel.  Die Krümel hüpfen nun zu der Creme in die Schüssel und vereinen sich mithilfe des Handmixers zu einer homogenen Masse, die unglaublich lecker schmeckt und bereits jetzt Suchtpotenzial auslöst.

5. Nun nehmt ihr euch mit den Händen jeweils etwas von der Masse und rollt es in euren Händen zu einer Kugel, die ihr anschließend durch die Kokosraspeln wälzt. Das macht ihr nun bis die Masse aufgebraucht ist. Tätätätääääää, fertig sind die Schneebälle!

IMG_2754

Sie sind zugegeben wahre Kalorienbomben, aber juckt das eigentlich irgendwen? Mich hat es das jedenfalls nicht und meine Geburtstagssausen-Gäste letzten Samstag ebenso wenig. Sie haben munter fröhlich zugegriffen und als wir später losgegangen sind um uns all die Creme Fraiche von den Hüften zu schütteln, waren alle weg. Alle bis auf die, die ich für die Fotos in weiser Voraussicht frühzeitig vor ihrem köstlichen Schicksal gerettet habe. Natürlich nur um sie anschließend selbst zu essen, aber pssssst….

Die Schneebälle eignen sich perfekt als kleines und unkompliziertes Fingerfood-Dessert auf Partys bei denen Geschirr Mangelware ist. Kann ja nicht jeder Foodblogger sein und zig Teller, Schälchen, Platten und sonstigen Schnickschnack in fünfzig Ausführungen zum Süßkram hübsch drapieren haben. Falls ihr also in so eine Situation kommt, stellt sicher, dass ihr Schneebälle am Start habt und die Leute werden euch zu Füßen liegen. Großes Foodblogger-Indianerehrenwort! Und nu, worauf wartet ihr noch?

Himmlische  Grüße

Eure Sonja

Küchensoundtrack: The White Stripes – The Denial Twist