Blogger, Spaß und Printen: Lambertz-Bloggerevent 2013

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Backen / Dies und das

Vor knapp einer Woche fand das erste Blogger-Event des bekannten deutschen Printen- und Gebäckherstellers Lambertz statt. Seit 325 Jahren gibt es dieses traditionsreiche Familienunternehmen schon und zu diesem besonderen Anlass hat Lambertz sechs Blogger nach Aachen zu einem ebenso besonderen und spannenden Tag eingeladen.

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Am Montag habe ich den Großteil unserer Gruppe (Stefanie, Katharina und Heiko) schon kennenlernen dürfen und der folgende Tag versprach schon da sehr lustig zu werden. So ging es am Dienstag noch mit Björn im Gepäck nach dem Frühstück in das wohl am besten duftende Industriegebiet, das ich jemals besuchen durfte. Kein Scherz, im Taxi wehte uns ein nach Schokolade duftender Wind entgegen und da wussten wir, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Bei Lambertz angekommen, wurden wir wie alte Bekannte von Linda und Nadja von Wake Up Communications begrüßt und lernten noch Torsten, den dritten Mann in unserer Runde, kennen. Ein toller Start in den Tag, ich war sehr gespannt, was uns drinnen erwartet.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und ein paar begrüßenden Worten des PR-Mannes, Herrn Schlosser, zum Tagesablauf hat sich direkt Herr Dr. Bühlbecker, der alleinige Inhaber von Lambertz, zu uns gesellt und uns einen kurzen – kurz ist hier quasi nicht möglich – Querschnitt der Geschichte des Unternehmens dargestellt. Es war sehr spannend Herrn Dr. Bühlbecker zuzuhören und man hat richtig gemerkt wieviel Leidenschaft hinter all dem steckt. Vollgesogen mit Informationen machten wir uns anschließend auf den Weg nach Würselen,  wo uns ein Besuch in der Produktentwicklung, der so genannten „Hexenküche“ bei Kinkartz in Würselen erwartete.

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Die Freude über weiße Kittel, Häubchen, Pflaster und Bartschutz bei den Herren war anfangs zugegeben sehr verhalten. Da wir jedoch alle gleich umwerfend aussahen, haben wir uns schnell an unsere neuen Outfits gewöhnt. Wenn man mit Lebensmitteln arbeitet ist Hygiene nunmal das oberste Gebot und so musste ich mit meinen lackierten Nägeln zusätzlich zur Desinfektion auch noch Latexhandschuhe überziehen. Kein Problem!

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Auch in der Hexenküche wurden wir herzlich von den drei Konditoren aka kreativen Köpfen begrüßt, die sich dort um die Entwicklung neuer Produkte kümmern. Das heißt Ideen sammeln, backen, backen, backen, probieren, probieren, probieren und entwickeln, entwickeln, entwickeln. Die Entwicklung eines neuen Gebäcks dauert im besten Falle – der so gut wie nie eintritt, wann klappt schonmal alles wie am Schnürchen? – von der ersten Probe bis zum fertigen Produkt drei Monate. Jedes der Produkte wird auch nochmals von Herrn Dr. Bühlbecker persönlich probiert und muss somit auch vor dem Chef bestehen, erst dann gelangt es in die Produktion.

Es ist also wirklich ein ganzes Stück Arbeit, von der man am Anfang und mittendrin noch gar nicht weiß, ob sich das alles überhaupt lohnt und in dieser Größenordnung machbar ist. Vom Band rollen letztendlich schließlich keine paar Kilo sondern einige Tonnen (!) Gebäck.

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In der Hexenküche war schon alles vorbereitet und so wartete für jeden von uns schon ein Batzen Printenteig auf seine weitere Verarbeitung. Wir erfuhren was einen guten Printenteig ausmacht, wie lange er sich „entspannen“ muss bis er weiterverarbeitet werden kann und woraus sich dieser bei Lambertz zusammensetzt. Dass es in der Backstube hervorragend geduftet hat, muss ich sicherlich nicht extra erwähnen. Wir durften hier schon unterschiedliche Printen kosten und auch eine Neuheit, die erst nächstes Jahr auf den Markt kommt. Ihr dürft also gespannt sein! Interessant war, dass wir alle ziemlich schnell die gleichen Favoriten hatten und uns allesamt eine der drei Sorten so gar nicht überzeugen zeugen wollte. Welche das ist, bleibt an dieser Stelle unser Geheimnis.

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Also ran an die Printen und Teig ausrollen! Das das aber gar nicht so einfach ist, weiß jeder, der schon einmal Lebkuchen selbst gemacht hat. Wie praktisch, dass es dazu dort eine Maschine gibt. Hier sind wirklich unsere Bäckerherzen höher gehüpft und wir haben gerollt, ausgestochen und später auch dekoriert und bepinselt was das Zeug hält. Frau Brinker und Team standen dabei auch immer mit Rat und Tat – und mit Insidertipps zur Seite. Und auch bei Lambertz kocht man nur mit Wasser, denn die Printen werden – sofern traditionell mit Nüssen und Belegkirschen dekoriert – lediglich mit Wasser bestrichen damit sie besser daran haften und die Printen einen schönen Glanz bekommen. Keine Chemie, das ist mir immer sehr wichtig. Und auch die farbigen Glasuren werden mit pflanzlichen Stoffen gefärbt. Ein Däumchen gibts von mir dafür!

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Danach wartete das Dekostreusel-Paradies auf uns und wir lernten auch, wie man geschmolzene Schokolade so präpariert, dass man Gebäck schön mit ihr beschriften kann. Ein Tropfen Hochprozentiges kann hier einen enormen Unterschied machen und macht die Schokolade etwas fester, damit man gut mit ihr schreiben und verzieren kann. Das muss ich bei nächster Gelegenheit Zuhause ausprobieren. Wir lernten wie man sich „theoretisch“ ganz einfach aus Backpapier Spritzbeutel macht, daran bin ich allerdings auch bei Gmeiner schon kläglich gescheitert. Ich werde es wohl nie kapieren…

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Wir durften hinterher alle unsere Kreationen mitnehmen. Am Ende unseres Ausflugs in die Hexenküche sollten wir für das Event bis dahin noch ein Marzipandäumchen nach oben oder nach unten abgeben. Wir haben uns aber alle sehr wohl gefühlt, es war einfach tip top vorbereitet und der Spaß kam nicht zu knapp. Deshalb gibt es für das Lambertz-Team durchweg positive Resonanz, vielen Dank an Frau Brinker und ihre beiden Kollegen aus der Hexenküche!

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Zurück in Aachen gab es eine kleine herzhafte Stärkung ehe wir uns für die Werksführung wieder in Schale werfen durften. Herr Puschner war hier der Mann unseres Vertrauens und lotste uns von den Teigknetemaschinen, die Teige von 300kg fassen – wieviel passt nochmal in meine Rührschüssel daheim…? -, zu den Produktionslinien, von denen nonstop Butterspekulatius, Dominosteine – 5 Millionen am Tag! – und anderes Gebäck auf unsere Tische wandert. Man fragt sich unweigerlich, wer diese Mengen essen soll? Ich hätte noch Stunden dort stehen und mir ansehen können wie Tonnen von Butterspekulatius aus der Walze auf das Laufband gepresst werden. Unglaublich so etwas mal zu sehen direkt vor Ort zu sehen.

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Am meisten beeindruckt hat uns die Produktionslinie der Dominosteine, die hier wirklich unaufhörlich entstehen und auf ganzen Laufband-„Autobahnen“ von der Lebkuchenmatte bis hin zum fertigen Dominostein zur Verpackung wandern wo sie so präzise mit drei Handgriffen von den Mitarbeiterinnen eingesetzt werden, dass einem nur die Kinnlade runterklappen kann.

Dasselbe am Ende der Spekulatius-Produktionslinie, wo die Frauen mit nur einem Handgriff exakt die Menge greifen, die in die Verpackung hinein passt. Wie erfüllend diese Arbeit sein oder nicht sein mag, sei an dieser Stelle mal so dahingestellt. Man hat wirklich einen Heidenrespekt davor.

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Wir durften vom rohen Teig bis hin zu den Bio Hafer-Cookies, Spekulatius und Dominosteinen direkt vom Band weg alles probieren. Frischer geht nun wirklich nicht mehr. Es sei aber gesagt, dass ein Dominostein, der gerade vom Laufband kommt noch nicht so lecker schmeckt wie einer, der schon ein paar Tage durchziehen durfte. Wenn ich mir also die Dominosteine aus unserem Kekspaket gönne, dann werden sie um einiges besser schmecken, weil die Aromen ausreichend Zeit hatten sich miteinander zu verbinden und den vollen Geschmack zu entfalten.

Ich fand es wahnsinnig spannend mal so eine große Keksfabrik von innen zu sehen und zu erfahren wie das alles läuft und wer das macht. Es blieb keine einzige unserer Fragen unbeantwortet, zu keiner Zeit. Ich denke wir haben alle so viel mitgenommen von diesem Tag und ich werde, wenn ich das nächste Mal eine Packung Dominosteine in der Hand habe, genau wissen, was da alles dahinter steckt, was der abgedruckte Code auf der Packung bedeutet und das keine Maschine schneller beim Befüllen solch einer Verpackung wäre als die menschliche Hand.

Wir ließen den Tag mit Nadja und Linda bei einem Abendessen mit Blick auf das historische Aachener Rathaus ausklingen und unterhielten uns über den Tag bei Lambertz und wie gut alles gelaufen ist. Der Tag war top organisiert und auch, dass wir nicht selber fotografieren durften/mussten, hat mich keineswegs gestört. Im Gegenteil, so konnten wir uns erst so richtig gut auf das Gesagte konzentrieren und mussten nicht noch darüber nachdenken, ob wir dieses und jenes aus diesem und jenem Blickwinkel schon fotografiert hatten. Zudem sehe ich es als nichts Ungewöhnliches an, bei einem Unternehmen dieser Größenordnung nicht selbst Fotos machen zu können. Das war gut gelöst von Lambertz.

Es war mein erstes Bloggerevent dieser Art und ich habe mich von Anfang bis Ende wohl und gut aufgehoben gefühlt. Unser Tag war prima geplant und auch so, dass es für alle nicht zu stressig oder gar langweilig wurde.

Deshalb an dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön an Lambertz und Wake Up Communications für die Organisation dieses Bloggerevents, die Einblicke sowohl in Hexenküche als auch in die Produktion, die großzügigen Kekspakete, das Buch, die Schürze, die DVD,… Und danke auch, dass ich so viele nette Menschen kennenlernen durfte.

Viele Grüße,

Eure Sonja

Fotocredits: bis auf Bild 1-2 alle von Stephan-Rauh.com

8 Comments

  1. Bei so einem Bloggerevent wäre ich ja gerne auch mal dabei =)
    Sieht sehr lecker aus der Tag! =)

    Liebe Grüße vom Mamamulle-Blog

  2. Pingback: Blog Wake up - Lambertz Blogger-Event

    • Haha ja! Wobei es an dem Tag so warm und eher sommerlich war, das mir das irgendwie seltsam vorkam mit all dem Weihnachtsgebäck um einen herum. Und es duftete überall so toll nach Gewürzen, mmhhhh…

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