Blogger meets chocolART: mehr Schokolade geht nicht!

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Dies und das / Schokolade

Herrje, ich vermute, dass ich die letzte bin, die ihren Beitrag zur diesjährigen chocolART noch nicht auf den Weg gebracht hat? Das muss sich ändern, wo doch gerade dieser Besuch ein ganz besonderer war… Es hat zum ersten Mal ein Bloggerevent auf der chocolART stattgefunden. Als alljährliche Schokomarkt-Besucherin habe ich mich ganz besonders gefreut ein Teil dieser netten Truppe gewesen zu sein. Vielen Dank dafür an Hans-Peter Schwarz und Corinna Grassler!

Am 7. Dezember ging es schon früh mit dem Zug nach Tübingen, wo wir um 10 Uhr in der Rittersport-Schokowerkstatt – pssst, da dürfen sonst nur Kinder rein – von den beiden erwartet und mit Snacks, Presseausweisen und vielen Infos rund um Deutschlands größtes Schokoladenfestival versorgt wurden. Während wir uns bei der Gestaltung unserer eigenen Tafel austoben konnten – kann ich bitte auch eine Schale dieser hübschen golden glitzernden Zuckersterne mitnehmen?! – erzählte uns Herr Schwarz wie das Festival entstanden ist und was den Veranstaltern jedes Jahr auf´s Neue ganz besonders am Herzen liegt: einen Mehrwert für die Region, die Stadt und die Menschen, die dort leben zu schaffen.

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Dazu gehört auch, dass die Bio-Vollmilch, die täglich an sämtlichen Ständen für heiße Schokolade und Co. gebraucht wird, aus der Region stammt und jeden Morgen von Neuem vor Beginn des Festivals frisch bei den Landwirten abgeholt und vor Ort an die Chocolatiers verteilt wird. Logisch, dass die Milch für unseren Kaffee auch von glücklichen Tübinger Umgebungskühen kommt. Das finde ich klasse!

Weiter ging es über den Schokomarkt, der sich allmählich schon zu füllen begann, zu einzelnen Stationen und ausgewählten Chocolatiers, die sich und ihre Produkte vorgestellt haben. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir da Edelmond Chocolatiers, eine kleine Manufaktur aus dem Süden Brandenburgs, die, was selten ist, von der Kakaobohne bis zur fertigen Tafel sämtliche Schokoladen in Handarbeit und mit teils historischen Gerätschaften selbst herstellen (=bean to bar). Das Ganze geschieht in Bioqualität und vor allem mit richtig guten Kakaobohnen. Da ist nix mit Monokultur, Chemie, Farb- und Zusatzstoffen, die kein Mensch braucht. Es kommt, wie Edelmond selber sagt, nur das hinein, was in eine gute Schokolade hinein gehört und sonst nichts.

Hier habe ich auch zum ersten Mal Rohkostschokolade probiert. Rohkost bedeutet, dass die Kakaobohnen nicht geröstet und bei höchstens 46 Grad (das entspricht dem Klima ihrer natürlichen Umgebung) verarbeitet werden. Dadurch bleiben die Vitamine, Flavonoide und das Theobromin erhalten. Gesunde Schokolade, ganz klar! Die gibt´s übrigens auch mit getrockneten Tomaten.

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Die nächste Station war der Live Showroom, in dem den ganzen Tag in einem durchsichtigen Zelt der politisch korrekt benannte CHOCOlino hergestellt wird, eine Art Schaumkuss im Schokocup mit einem Keks und einer Eiweißmasse, die mit Honig gesüßt ist und zu guter Letzt noch in ein Vollmilch-Schokoladenbad darf. Ich bin mir sicher man eine/r unserer 20-köpfigen Truppe wäre da gerne auch baden gegangen. Es war toll, dass wir hineindurften, auch wenn wir die Konditoren der Konditoren-Innung Baden-Württemberg bei ihrer Arbeit etwas durcheinander gebracht haben. Der Duft dort drinnen war unbeschreiblich…

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Weiter ging es zum Stand der Confiserie Madlon aus München, deren bekanntestes Produkt, die Anti-Stress-Praline schon dem einen oder anderen ein Begriff sein dürfte. Der Inhaber höchstpersönlich nahm sich Zeit um uns etwas zu dieser besonderen Praline und ihrer Geschichte zu erzählen. Hier muss ich wieder sagen, dass man direkt merkt mit wie viel Liebe zum Produkt da gearbeitet wird und ich glaube die Chocolatiers freuen sich auch immer, einem ehrlich interessierten Publikum mehr über ihre Schokoladen zu erzählen.

Schokolade ist ein Genussmittel, dass man am besten mit allen fünf Sinnen genießt. Grundsätzlich und immer. Egal ob Anti-Stress-Praline oder nicht. Schokolade sollte man nicht (!) mal eben in sich hineinwerfen. Eine gute Schokolade braucht genauso wie ein guter Wein auch etwas Zeit um ihr Aroma zu entfalten, viel zu schade wäre es einfach darauf herumzukauen, sie sollte viel eher im Mund schmelzen.

Diese Praline, die wir auch kosten durften, ist schon etwas besonderes und einzigartiges, aber meins ist sie nicht. Sollte sie euch jedoch einmal über den Weg laufen, probiert sie. Die Madlon Confiserie unterstützt, so wie sämtliche Chocolatiers und auch das Festival an sich, Slow Food. Das finde ich gut und wichtig.

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Nach all der mal hier mal da gekosteten Schokolade musste es nun etwas Herzhaftes sein und so wurden wir im Stadtmuseum von den Herren des Lions Club Tübingen schon zum Mittagessen, welches einem guten sozialen Zweck zugute kam, erwartet. Es gab einen Wildschweinbraten mit fairer Schokoladensoße, Spätzle und einem Salat vorneweg, vielen Dank für das leckere Essen und die Gastfreundschaft!

Nun hatten wir bis zum Schokoladentasting zwei Stunden zu unserer freien Verfügung, die wir in kleineren Grüppchen mit einem Spaziergang über den Schokomarkt und durch diverse Tübinger Läden füllten. Es wurde ausgiebig eingekauft, gequatscht, Quatsch gemacht und der leckerste Käsekuchen weit und breit gekostet – danke für den ultimativen Tipp an Fräulein Anna und den Kuchenbäcker von Das Kleine Glück! Leute mal ganz im Ernst, probiert u-n-b-e-d-i-n-g-t diesen Käsekuchen, der ist sooo cremig.

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15 Uhr war faire Schokotasting Time mit Jan Marcel Schubert angesagt und ich kann schon vorweg sagen, dass dies eines der besten und vor allem interessantesten Tastings war, an denen ich je teil genommen habe. Bis dato habe ich noch keinen 23-jährigen getroffen, der ein fundierteres Wissen über hochwertige Schokolade und deren Anbau, Ernte und Produktion hätte als er, Hut ab dafür.

Wir haben viel über den Kakaoanbau, die Unterschiede von (bösen) Monokulturen und dem Anbau im kleinen Maßstab auf Plantagen in Südamerika gelernt, wo jede Kakaofrucht einzeln und per Hand von den Bauernfamilien geerntet und weiter verarbeitet wird. Wer diesen Unterschied einmal gesehen hat, wird ganz sicher keine im großen Stil industriell hergestellte Schokolade mehr kaufen. Es war sehr spannend all diese Infos über die Röstung und überhaupt den ganzen Vorgang bis die Schokolade langsam ihre Form annimmt aus erster Hand zu erfahren. Ich habe wieder viel Neues gelernt und auch Dinge, auf die ich vorher nie gekommen wäre.

Wusstet ihr, dass 2/3 der nach Deutschland importierten Schokolade von minderwertiger, schlechter Qualität ist? Eine gute Schokoladentafel kann keinen Euro oder gar noch weniger kosten. Wenn ihr die Gelegenheit habt mal an einem Tasting mit Jan Marcel Schubert teilzunehmen, vielleicht auch im Rahmen der nächsten chocolART, nehmt das unbedingt wahr.

Ich musste mir danach direkt eine Tafel der verkosteten Labooko-Schokolade 62% aus Indien kaufen, einer sehr milden Zartbitter Schokolade und der bislang einzigen aus Indien stammenden Kakaosorte. Die ebenfalls verkostete, von Zotter als die „beste Milchschokolade der Welt“ betitelte Schokolade, die wirklich der Knaller ist und mit 50% schon einen sehr hohen Kakaoanteil für eine Milchschokolade hat, habe ich leider nicht mehr gefunden, wandert aber auf die most-wanted-Liste.

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Jetzt schwirrt mir vor lauter Schokolade aber schon der Schädel. Es war einfach super, besser kann ich das gar nicht ausdrücken. Wir sind anschließend zum Ausklang und nach einem kurzen Polaroid-Fotoshooting mit einem wild wedelnden und sich kaputt lachenden Bloggerhaufen zu fünft oder sechst nochmals über den Markt gelaufen, haben eine heiße Schokolade getrunken und uns langsam aufgelöst. Es wurde geknuddelt, sich gefreut und natürlich Visitenkarten ausgetauscht genauso wie auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen gehofft. Es war schön einige mittlerweile schon alt bekannte, aber auch viele neue Leute kennenzulernen.

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Ein paar von uns sind dann noch in die Schokozentrale gestapft um ein paar Bilder des illuminierten Marktes von oben zu schießen, die Aussicht zu genießen und uns nochmals beim chocolART-Team für diesen schönen, interessanten, schokoladigen, leckeren und lehrreichen Tag zu bedanken, ein großes Dankeschön nochmals an dieser Stelle, es war ein toller Tag mit euch allen!

Schokoladige Grüße

Eure Sonja

Bei Blogger meets chocolART waren außerdem dabei:

Das Kleine Glück – backen, naschen, lieben
Das Süße & der bittere Rest
Anna im Backwahn
Lunch For One
Das Feinschmeckerblog
Olschis World
Notizen für Genießer – Gumia.de
Miris Jahrbuch
Die Welt der kleinen Dinge
Heute gibt es
Fabulous Food
Neulich im Leben
Judys Delight
Schokohimmel
Hobbyweltverbessererblog

Zum Schluss noch einige interessante Fakten rund um die 8. Ausgabe der chocolART für euch:

283.000 BesucherInnen verzeichnete die chocolART in diesem Jahr

– sie tranken über 20.000 Tassen Trinkschokolade

– über 100 Chocolatiers aus 14 Ländern haben teilgenommen

–  BesucherInnen und Hersteller haben insgesamt 250kg Schokolade für die Tübinger Tafel gespendet, die noch vor Weihnachten an die Tafel-Kunden verteilt wurden.

Die chocolART findet natürlich auch 2014 wieder statt und zwar vom 2. bis 7. Dezember 2014.

1 Kommentar

  1. Liebe Sonja,

    ich muss oft an diesen Tag denken! Es war schön, ihn nochmal durch Deine Augen zu sehen und sich zu erinnern! Danke nochmal für den Link mit dem unglaublich Cremigen!!! Wusste gar nicht mehr wie die hießen!

    Guten Rutsch, viele Grüße in den Süden und wirklich hoffentlich bis bald :)

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