Let´s Strudel again, like we did last summer oder: Apfelstrudel von A-Z

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Backen

Hallo ihr Lieben, oder besser gesagt dobar dan! Den heutigen Beitrag schreibe ich nämlich nicht aus meinen vier bunten Wänden in Stuggi-West sondern aus Osijek in Kroatien, wo ich noch bis Sonntagmittag bei meinen Eltern bin. Wer eine Woche schwer im Weinberg geschuftet hat, der darf auch mal genüsslich die Füße hochlegen und Hotel Mama in der zweiten Heimat genießen. Oder so ähnlich.

Denn faul war ich die Tage hier nicht im Geringsten. Ich habe zusammen mit meiner Mutti gebacken, fleißig Strudelteig ausgezogen, wir sind in die Gnocchi-Großproduktion gegangen, machen morgen Oma´s Zwetschenknödel aka Knedle od sljiva und ich schaue zu, helfe fleißig mit und lerne. Das ist nicht wirklich neu bei uns, jedoch habe ich mich hier bislang mit Familienrezepten sehr zurück gehalten. Das ist etwas, das ich ursprünglich schon lange ändern wollte.

So wie für diesen Strudel macht meine Mutti alle Strudelteige selbst und zwar ganz ohne Mengenangaben. Das läuft alles frei Hand, nach Gefühl. Als ich heute also mit der Waage ankam, war das wiederum für sie etwas ungewohnt. Wie ihr seht haben wir aber auch das hinbekommen und ich rufe hiermit die große Strudelzeit aus!

Nach unseren beiden herzhaften Strudeln vor ein paar Tagen, die euch bei Instagram und auf Facebook so sehr gefallen haben, habe ich heute beschlossen, dass es Zeit wird für den ersten Apfelstrudel des Jahres. Herbstzeit ist eben auch Strudelzeit, nicht wahr? Ab sofort am liebsten ohne TK-Blätterteig und Co., sondern wirklich selbstgemacht von Anfang bis Ende, so wie dieser Apfelstrudel mit Vanille. Mit einem Teig, der für die herzhafte Version aus lediglich drei Zutaten besteht und für die süße aus vier. Okay okay fünf, wenn man die Liebe hinzurechnet, die das Ganze erfordert um zu gelingen.

Zutaten für zwei Strudel:

Teig:

300g Mehl

Prise Salz

3 TL Vanillezucker

150ml lauwarmes Wasser

Füllung:

ca. 1 1/2 kg Boskop Äpfel (ungeschält)

Saft einer halben Zitrone

Msp. gemahlene Vanille

6-8 gehäufte TL Vanillezucker

etwa 100g geschmolzene Butter

Zwei Handvoll gemahlene Haselnüsse oder Walnüsse

Eine Handvoll Mandelstifte

Rosinen, wer mag (ich mag nicht, du vielleicht?)

Funktioniert so:

 1. Als Erstes knöpfen wir uns den Teig vor. Dafür mischt ihr die trockenen Zutaten und gebt schlückchenweise das lauwarme Wasser dazu. Den Teig mithilfe der Knethaken des Handrührgerätes zu einem geschmeidigen Teig kneten. Das Wasser nach und nach – auf keinen Fall alles auf einmal – zugeben und immer wieder durchkneten bis der  Teig geschmeidig ist. Er darf ein bisschen kleben, sollte aber nicht matschig sein.

2. Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche noch ein wenig mit den Händen durchkneten. Teilen und zu zwei Fladen formen, die ihr bitte auch gut mehlt. Gebt dem Teig jetzt etwa 15 Minuten während ihr die Fülle vorbereitet und deckt ihn mit einem sauberen Geschirrtuch zu, damit er nicht austrocknet.

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3. Für die Füllung gebt ihr nun den Zitronensaft in eine große Schüssel. Die Äpfel schälen und entweder raspeln oder in hauchdünne Scheiben reiben und mit dem Zitronensaft vermischen. Den Vanillezucker dazugeben und mit den Händen gut vermengen.

4. Nun am besten eine alte Tischdecke auf den Esstisch legen und gut mit Mehl ausstreuen, ihr braucht die bemehlte Tischdecke um euren Strudel nachher schnell einrollen zu können. Nun nehmt ihr einen Teigling und zieht in in der Luft erst einmal ganz vorsichtig mit den Händen etwas auseinander. Die erfahrenen können das Teil schon auch mal Pizzabäcker-style herumwirbeln. Anschließend auf die bemehlte Tischdecke geben und von jeder Seite vorsichtig auseinander ziehen bis der Teig eine rechteckige Form hat, in etwa so wie auf dem Foto:

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5. Reißt der dünne Teig an der ein oder anderen Stelle, dann ist das nicht weiter schlimm. Jetzt mit einem Pinsel etwas von der geschmolzenen Butter vorsichtig über die Ränder und den Teig geben. Die Äpfel in einem kleineren Rechteck auf dem Teig verteilen, eine Handvoll gemahlene Nüsse und Mandelstifte darüberstreuen. Wer mag kann jetzt auch Rosinen darüber geben.

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6. Zuerst die Seiten des Strudels einschlagen, dann die Seite von der aus ihr den Strudel einrollt, das Ende bleibt offen. Nun schnappt ihr euch die Tischdecke und beginnt den Strudel damit einzurollen, das geht ruckzuck. Den Strudel vorsichtig in eine gefettete Form geben und mit dem zweiten Teigling genauso verfahren. Die Strudel auf der mittleren Schiene bei 200 Grad so lange backen bis sie goldgelb sind.

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7. Sind die Strudel goldgelb, die Form aus dem Ofen nehmen und mit einem Tuch abgedeckt auskühlen lassen bis sie etwa lauwarm sind. Danach mit etwas Puderzucker bestreut servieren.

Schon immer wollte ich von meiner Mutter gerne sehen wie genau das mit dem selbstgemachten Strudelteig funktioniert und wie ich es schaffe, ihn dermaßen dünn auszuziehen. So, dass er dabei trotzdem nicht reißt. Hauchdünn eben, was er für die süße Version allerdings nicht sein muss, da geht auch etwas dickerer Teig.

Es sind ein paar Schritte, aber es geht ganz schnell bis man mit dem Teig warm wird und den Dreh wortwörtlich heraus hat. Schwer ist er wirklich nicht zu machen und man kann den Strudel mit allem füllen, was man gerade da oder wozu einem gerade der Sinn steht. Strudelteig selbst zu machen ist kinderleicht wie ihr seht und schmeckt gleich 10x besser als gekaufter.

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Ihr habt den Strudel nachgebacken oder ihm eine andere leckere Füllung verpasst? Dann freue mich sehr über euer Feedback, Meinungen, Erfahrungen, Kritikpunkte aber auch Fotos. Wirklich, immer her damit, ich mag doch sehen was ihr hieraus macht. Vielleicht habt ihr aber auch ein tolles Rezept für einen alt bewährten Strudelteig von Omi? Das interessiert mich natürlich auch jederzeit.

Bis dahin wünsche ich euch ein wunderbares und kuscheliges Wochenende! Ich verziehe mich jetzt mit der 743746343 Tasse Tee unter zig Schichten warmer Decke auf´s Sofa.

Viele Grüße (noch) aus Kroatien bzw. puno pozdrava iz Osijeka,

Eure Strudelfee Sonja

Küchensoundtrack: kroatische Radiosender, die ich euch erspare.

7 Comments

  1. Pingback: Apfelblechkuchen wunderbar fruchtig mit Preiselbeeren

  2. Yeah ;-)
    Der Strudel sieht wirklich toll aus!
    Meine Mama backt und kocht auch oft ohne Waage, so dass es echt schwer ist, ihr mal ein Rezept abzuschwatzen :-) Aber wenn wir dann zusammen in der Küche stehen und ich ständig mit der Waage komm, macht sie schon irgendwie mit *lach
    Liebste Grüße,
    Kimi

  3. Dass mit dem Auseinanderziehen sieht so einfach aus, ich muss mich endlich einmal trauen, es auch zu probieren!
    Danke für’s Rezept!

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