Wenn du alles hast, weißt du nicht, was es wert ist oder: Gedanken über Essen

comments 11
Dies und das

Ihr Lieben, der nächste Kuchenbeitrag steht schon länger aus. Die frühe Dunkelheit und andere Dinge wie das Leben 1.0 lassen es momentan nicht so gut zu sich um Mehl, Zucker, Eier und Butter zu kümmern, dennoch wartet u.a. noch ein sehr feiner Apfel-Nusskuchen in der Pipeline, den ich hier unbedingt noch an den Mann bringen möchte – sofern ich jemals wieder auf die korrekte Mehlmenge dafür komme… *hofft und bangt*

Heute wird es erst einmal wieder etwas persönlicher. Wer möchte nicht ab und an mal auf den Tisch hauen und sich Luft verschaffen? Ich verrate euch heute deshalb etwas. In meinem Kopf. Da ist ein Gedanken-Kuddelmuddel, bei dem ich das Gefühl habe ich muss das nun einfach mal alles loswerden und euch vor den Latz knallen. Auch, weil ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin und es dem einen oder anderen da draußen aktuell ganz genauso geht.

In einem der letzten Blogposts hat Liv von Thank you for eating ebenfalls ihre Gedanken zum Thema Essen und Ernährung geäußert und ich finde das toll! Als Foodbloggerin, aber auch Privatperson, setze ich mich stark mit dem Thema auseinander und mache das auch gerne, denn es ist mir keineswegs egal, was auf meinem Teller und in meinem Kühl- und Vorratsschrank landet. Das Thema ist wichtig und nein, mir ist nicht langweilig.

Vom 1. November an haben wir uns zwei Wochen strikt vegan ernährt. Es war ein äußerst waghalsiges Experiment – Achtung, Ironie! Wir, das sind mein Freund und ich. Kürzlich habe ich das bereits auf Facebook geschrieben und war sehr positiv überrascht ob all der positiven Rückmeldungen, sowohl online als auch in meinem Freundeskreis oder von mir unbekannten Menschen. Nein, wir haben das nicht gemacht, weil es irgendwie In oder im Trend ist, diese Tatsache erleichtert allerdings einiges.

Fakt ist, dass ich diesen Gedanken schon seit ein paar Monaten in mir herumtrug, aber nie über zwei bis drei vegane Tage hinaus gekommen bin. Spätestens Sonntags durfte es dann immer wieder der heißgeliebte knusprige, durchwachsene Speck, das innigst geliebte Frühstücksei oder der Frischkäse auf dem Brötchen sein. Dinge, für die es keinen zufriedenstellenden veganen Ersatz gibt. Wobei, wenn es vegane Frühstückseier gäbe, dann fände ich das irgendwie ziemlich gruselig. Zu zweit sind solche Pläne etwas einfacher umzusetzen habe ich das Gefühl. Man kann sich gegenseitig motivieren und hat nicht alleine Lust oder Heißhunger auf etwas gänzlich unveganes. Das ist total normal. Der andere vertreibt diese Gedanken ganz schnell wieder und außerdem sollte das Ganze ja nicht für immer sein sondern eben ein Versuch auf begrenzte Zeit.

Unsere Gründe für diesen Schritt sind ganz unterschiedlich. Ich für meinen Teil bin in letzter Zeit einfach extrem übersättigt und habe das Gefühl, mein Körper muss mal etwas runterfahren und Pause machen. Sich auf das Einfache besinnen, keinen Schnickschnack. Ich möchte mich bewusster ernähren als ohnehin schon. Zutatenlisten zu studieren ist für mich nichts Neues, das muss ich aufgrund der Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker ohnehin bei so gut wie allem und mache das auch weiterhin. Es erspart mir eine Menge Leid und nebenbei auch viel Mist an Lebensmitteln. Das ist positiv. Diese Einstellung musste ich mir über Monate erarbeiten und sie hat viel Geduld, auch mit mir selbst, gekostet. Heute sehe ich einiges anders und vermisse vieles auf meinem Speiseplan nicht. Ich esse anders und besser – nicht als andere, sondern als davor.

Das ich die letzten Wochen aber zusätzlich noch auf Tierisches geachtet habe, machte es, wie ihr euch vielleicht denken könnt, nicht wirklich einfacher. Vieles fällt da weg. Trotzdem hat es mir großen Spaß gemacht mich damit zu beschäftigen und es ist tatsächlich eine Herausforderung, die die eigene Kreativität im Bezug auf Lebensmittel fördert und fordert. Auch das sehe ich als positiv an.

Die zwei veganen Wochen waren für mich eine Bereicherung – für meinen Freund wahrscheinlich nicht so sehr. *hrhr* Klingt das gegensätzlich? Die meisten Menschen würden den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel wohl nicht gerade bereichernd finden. Es ist aber erstaunlich wie sehr sich die Speisekarte tatsächlich mit weitestgehend unbekannten Lebensmitteln füllen lässt und wie befreiend das sein kann. Wer möchte da noch von Verzicht sprechen? Wir haben übrigens auch nicht gehungert, also ich jedenfalls nicht. Am Anfang ist es allerdings schon eine große Umstellung, ein paar Tage brauchte ich ohne Zweifel um mich zurecht zu finden, wohl zu fühlen und in die Thematik hinein zu finden.

Ich bin begeistert davon, wie aufgeschlossen und freundlich man in Restaurants empfangen wird, die normalerweise nichts Veganes auf ihrer Speisekarte gelistet haben. Ich bin mir aber auch bewusst, dass das nicht an der Tagesordnung liegt und auch nicht überall so ist. Wieso fallen solche „Ess-Termine“ aber auch  immer in solche Phasen? Erst Sonntags – unser zweiter veganer Tag! – eine Essenseinladung zu Rouladen, am Montag darauf der Bloggerstammtisch bei Takeshii´s Cuisine und einen Tag später ein Geburtstagsdinner beim Mexikaner. Wenn es kommt, dann meist dicke.

Ich mag das Gefühl nicht eine Extrawurst zu sein, aber ich habe stets vorher Bescheid gesagt und nett gefragt wie das denn ist mit der Option eines veganen Essens. Schon diese zwei Male hatte ich so tolle, freundliche und offene Reaktionen erhalten, dass ich ehrlich happy war. Bei Takeshii´s hatte ich gleich mehrere Möglichkeiten und habe eine wirklich feine saisonale Gemüsepfanne mit Tofu-Bratsticks und Duftreis erhalten, die mich wunschlos glücklich hinterließen. Es geht also doch irgendwie und es geht in jedem Fall sehr lecker und vielseitig. Selbst Sonntags zur Rouladenrunde hatten wir so viele leckere Beilagen, dass ich die wirklich gut riechende und aussehende Roulade auf meinem Teller nicht wirklich vermisste.

Wer sich dafür entscheidet eine Zeit lang vegan zu essen, der muss sich ohne Zweifel vorher gut informieren, vorbereiten, viel nachfragen und keine Scheu haben. Auch nicht gegenüber der Chefin, die zum Sonntagsessen einlädt. Spontan unterwegs etwas für den kleinen Hunger kaufen ist nicht ganz so einfach, häufiger musste ich mir Samstags den Frischkäse-Bagel oder die Butterbrezel am Brezelhäusle auf der Königstraße verkneifen. Wenn ich in der Stadt einen Kaffee trinken mochte, musste ich mir überlegen wo ich ihn mit Pflanzenmilch bekommen könnte oder eben Tee trinken.

Das ist zwar heutzutage in vielen Cafés kein Problem, aber ich habe einfach noch nie zuvor wirklich darauf achten oder mich damit auseinandersetzen müssen. Gehe ich beispielsweise, wie sonst gerne, in das tolle Café im Kunstmuseum so werde ich auf den Brownie-Bissen zum Cappuccino verzichten müssen, denn ich weiß ja nicht ob er vegan ist – er ist es natürlich nicht. Sie haben dort übrigens auch keine Pflanzenmilch. Fragen, die mir ständig im Kopf herumgeisterten sind: ist das vegan? Geht das jetzt? Kann ich das essen? Hinzu kamen noch die Fragen von meinem Freund, der noch weniger im Thema drin war. Ab und an macht man sich wirklich zu sehr verrückt.

Mit der Essensplanung vor allem für den Abend tat ich mich erst schwer, da ich sonst nach der Arbeit auch gerne mal nach Bauchgefühl entscheide, was ich mir nun zu Essen mache. Einen Plan und auch vegane Grundzutaten vorrätig zu haben ist definitiv empfehlenswert, stresst mich zugegeben aber manchmal und ist vor allem zu Beginn etwas zeitintensiver und kostspieliger. Aber welche Ernährungsumstellung ist das nicht? Vor allem Tofu und speziellere Produkte wie Sojafrischkäse gehen schonmal etwas in den Geldbeutel. Da überlegte ich mir das zweimal, ob ich es nun mitnehme oder nicht zumal ich auch nicht zu viel Soja essen wollte. Die Auswahl der Pflanzenmilch fiel mir ebenfalls schwer, weil in fast jeder Sorte von Natur aus schon Zucker enthalten und das für mich nicht optimal ist. In vielen Fällen ist zu allem Überfluss dann auch noch Agavendicksaft, der zu 70% aus Fructose besteht, drin. Hmpf.

Selbstverständlich hatte die Entscheidung zur zeitweisen veganen Ernährung für mich auch mit Tierhaltung zu tun. Ich kann das beim Einkaufen mittlerweile einfach nicht mehr ausblenden und denke, dass es auch wichtig ist zu wissen, was da passiert. Dass ein Kotelett mal ein Tier mit vier Beinen war. Ihr lacht vielleicht, aber viele Menschen blenden das beim Einkaufen aus, sie wollen das nicht wissen. Es interessiert nicht, weil es eine unschöne Wahrheit ist. Auch sehr passend, was Die Zeit schreibt: „Viele Verbraucher sind zwar mit den Haltungsbedingungen der Tiere nicht einverstanden, überdenken aber das eigene Konsumverhalten nicht.“ Treffend, oder?

Es ist mir aber nicht egal, wo das Steak auf meinem Teller herkommt und wie es gehalten wurde. Vor einigen Jahren war es das teils. Entwicklungen brauchen Zeit, so ist das eben. Gewissermaßen bin ich der Intoleranz daher sogar sehr dankbar, denn sie hat mich wieder zurück gebracht zu natürlicherem, weniger industriell verarbeitetem Essen und weg von Fertigkram-Glutamatbomben, die früher auch öfter mal auf meinem Speiseplan landeten. Oder auf dem Teller im Restaurant. Wer ohne Sünde ist, der werfe bitte die erste Olive.

Ich bin aktuell ehrlich für vieles dankbar und es ist wichtig, finde ich, sich das von Zeit zu Zeit zu Gemüte zu führen, denn wie sonst sollten wir die Dinge ausreichend wertschätzen, die wir täglich um uns haben und zu uns nehmen?

Leute, wir haben in Deutschland die größte regionale Brotvielfalt der ganzen Welt und da kaufen wir Billig-Gummibrot vom Backshop, das nach 24 Stunden als solider Backstein beim Hausbau dienen könnte? Ehrlich jetzt? Ist ja wohl nicht wahr. Das soll man dann auch noch günstig nennen? Wenn ich 3x die Woche geschmacksneutrale Holzklötze kaufe, dann kann das ja wohl weder günstig noch gut für mich sein. Kleiner Vergleich: das gute Brot von der Eselsmühle kostet mich nen Euro mehr und hält mir richtig gelagert eine komplette Woche, wenn nicht sogar länger.

Wertschätzung ist einigen Menschen heutzutage leider ein Fremdwort mit sieben Siegeln. Es scheint völlig normal, dass wir alles zu jeder Zeit überall massenhaft und billig konsumieren können, wenn wir das möchten. Es scheint völlig normal, dass wir vier Packungen verschiedensten Wurst- und Käseaufschnittes im Kühlfach haben. Wir brauchen schließlich immer eine Auswahl, für den Fall, das wir heute auf dieses und morgen auf jenes Lust haben.

Wenn du dich plötzlich vegan oder auch schon fructosearm ernährst oder ernähren musst (tut man ja nicht immer aus freier Entscheidung), dann hast du diese Auswahl oftmals nicht einmal in einem großen Supermarkt. Hier fängt Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln für mich bereits an. Ich kann, sollte – und will nicht einmal mehr – einfach ins Chipsregal greifen und irgendetwas herausfischen. Irgendetwas, das meinen Bauch füllt. Egal was.

Donnerstagmorgens sobald ich Zuhause aus der Tür trete begrüßt mich schon das Schild des Glutamat-Hähnchen-Espress´. Um 8:30 Uhr in der Frühe brutzeln die Hühner schon an der Stange. What the hell?! Ein halbes Hühnchen ca. 2,50€, wenn überhaupt. Na dann. Muss das wirklich sein? Muss das wirklich wirklich sein? Zumal man vor lauter Geschmacksverstärkern ja ohnehin nicht viel von diesem Huhn schmeckt. Ich bin schwerst in Versuchung den guten Mann mal zu fragen, wie viele Hühnchen er an einem Tag so verkauft. Würde mich so ganz dezent doch mal interessieren.

Die Frage ist: müssen wir Fleisch essen um jeden Preis? Jeden zweiten oder sogar jeden Tag? Was hat man denn von einem armen, zähen Chemie-Huhn, das sein ganzes, sehr kurzes Leben lang auf wenigen Zentimetern eingepfercht zwischen massenhaft vielen anderen Lebewesen gefristet hat und niemals auch nur einen Sonnenstrahl erblickt hat? Möchte ich mir das vielleicht mal selbst antun, so zum Vergleich?

Ach, es kostet doch nur (höchstens) 2,50€, da geht das schon. Und ach, selbst wenn es schlecht wird und ich es wegwerfen muss, weil ich 38395790 andere Packungen Fleisch, Wurst, Käse, Joghurt, sonstwas im Kühlschrank habe, dann werfe ich es halt weg. Es war doch so billig, das tut meinem Geldbeutel nicht weh! Echt jetzt? Wer einmal ein gutes Kilo Ochsenbeinscheiben wegwerfen musste, weil er total fehlgeplant hat, dem tut das sehr wohl weh! Sehr weh sogar und zwar für den armen Ochsen, für einen selbst, für das tolle Essen, dass man daraus hätte zaubern können und für den Geldbeutel. Es tut minimum diese 4x weh. Ausreichend um es nicht zu wiederholen.

Ich habe es satt. So richtig satt und es macht mich wütend! Erst gestern zeigte mir die liebe Franzi wie sich ein Herr, ich nenne ihn mal Franzl, regelrecht daran aufgeilte für schlappe 30€ kiloweise, ich möchte schon fast sagen tonnenweise hauptsächlich Fleisch in allen erdenklichen Varianten gekauft zu haben und ließ seine Freunde raten, wie viel bzw. wenig ihn seine Supermarkt-Eskapade wohl gekostet hat.

Ist das heute der neue Schwanzvergleich? Warum macht man das und warum ist Franzl auf so eine „Leistung“ auch noch stolz und freut sich wie ein kleines Kind über einen prall gefüllten Nikolausstiefel an Weihnachten? Es geht mir nicht in den Kopf. Kann mir das mal jemand bitte erklären, was daran cool/toll/aufregend/nachahmungswürdig sein soll? Dann freue ich mich vielleicht sogar ne Runde mit.

Ein weiteres Beispiel aus dem echten Leben: muss ich mir bei Lidl 10 Eier für 99 Cent kaufen? Das sind demnach 100 Eier für knapp 10 €. Da stelle ich mir völlig ernsthaft die Frage: hakt es eigentlich bei Lidl?! Und wieso kauft man diese Eier? Weil es – Achtung neues Lieblingswort – billig ist? Schon mal daran gedacht, dass die nicht vom Himmel fallen? Dass da ein Tier und stets auch ein Mensch, der eine Existenz hat, dahinter steht? Das darf echt nicht wahr sein.

Nein, ich möchte hier keine Diskussionen lostreten über Menschen, die monatlich vielleicht nicht so viel Geld zur Verfügung haben. Es geht aber doch auch ein bisschen darum wie wir mit dem was wir haben umgehen. Wir müssen nicht in einem Berg voll Essen sitzen und darin baden wie der Sultan von sowienoch in Goldmünzen. Oder wie Franzl, der Mann mit 20 Kilo Fleisch für schlappe 30 €, der sich auch noch für den tollsten Hengst auf Erden hält. Er kann dann ja gerne hinterher in den Unmengen an Plastik baden, die all diese Schnäppchen mit sich bringen. Mir wird schlecht.

Lebensmittel haben einen Wert. Die Eier mit denen wir unsere leckeren Kuchen backen, sie haben einen Wert. Sie stammen von einem Lebewesen. Es geht hierbei nicht nur um Fleisch, es geht um sämtliche Lebensmittel wie um Gemüse, Obst, Brot und alles andere, das mit Füßen getreten und nicht wertgeschätzt wird, weil es uns nahezu in unerschöpflichen Maßen überall um die Ohren fliegt. Wertzschätzung ist nicht nur im gegenseitigen Umgang wichtig.

Ich bin niemand, der mit erhobenem Zeigefinger durch die Straßen rennt. Dafür bin ich heute aber umso strenger mit der Auswahl meines Essens und kaufe nichts in dem Zutaten enthalten sind, die kein Mensch aussprechen kann und/oder die aus einem E + Zahlenkombination dahinter bestehen. Nichts, das sich kein normaler Mensch in den Vorratsschrank stellen würde. Dieses Umdenken findet auch bei vielen anderen bereits statt. Jeder, der schonmal selbst Gemüse auf dem Balkon gezogen hat, weiß um den Wert und auch um den so viel besseren Geschmack. Es sind Welten und diese Welten an Unterschied machen nicht nur einen selbst glücklich.

Oh, natürlich gibt es auch in der veganen Küche ganz viel Chemie, Fertigessen und Ersatzprodukte mit ziemlich gruseliger Zutatenliste. Ich erinnere mich vage an einen Blick auf die Liste der Hulala aufschlagbaren Pflanzensahne, bei dem ich es nicht fassen konnte und beinahe hintenüber gekippt bin. Never ever kommt mir etwas derart künstliches, das quasi nur aus E-Nummern besteht, in den Schrank.

Ich weiß und wusste schon zu Beginn des Experiments, dass aus mir keine Vollzeit-Veganerin wird, dafür kann ich es momentan zu schlecht mit meinen Lebensumständen und meiner (momentan sogar etwas besser werdenden) Intoleranz vereinen. Es gibt einfach einige Gemüsesorten, die nicht gut gehen und mit Sojajoghurt werde ich nicht warm, zumal er auch oft viel Zucker enthält und das für mich suboptimal ist. Es gibt aber vieles, das ich beibehalten werde. Es wird nach wie vor kreativ gekocht und vegane Tage werden bleiben. Genauso wird es aber auch mal ein Steak oder ofenglasierte Hühnchenschlegel geben. Aber wisst ihr was? Gerade habe ich noch nicht einmal Lust auf ein gekochtes Ei und das will was heißen.

Mein Joghurt mit Kakaobohnensplittern und Früchten am Morgen bedeutet mir viel. Wir sollten überhaupt viel mehr zu schätzen wissen und nicht alles für selbstverständlich halten. Lasst uns bewusst konsumieren und nicht nebenher, es tut gut. Versprochen.

Liebe erleichterte und von der Seele getippte Grüße,

Eure Sonja

Soundtrack: Daughter – Get Lucky Cover

Durch diesen Beitrag soll sich niemand angegriffen fühlen und er soll auch nicht zu veganer oder sonst einer Ernährungsweise bekehren – ich lebe ja selbst nicht so. Ich habe ihn bewusst an mancher Stelle provokant geschrieben oder gar Ironie untergebracht, das ist mein Schreibstil, war es schon immer und wird es auch noch eine Weile bleiben. Das hier ist ein Thema mit dem ich mich in letzter Zeit sehr oft beschäftige und darüber nachdenke. Auf meinem Blog teile ich meine Gedanken mit euch. Ich verurteile dabei niemanden, der sich ein Steak für 10€ nicht leisten möchte und es ist auch keinesfalls alles Gold was glänzt. Danke für eure Zeit.

11 Comments

  1. Pingback: Schönes am Sonntag

  2. Schöner Text, liebe Sonja. Über die billigen Eier habe ich auch schon heftig schlucken müssen (eine schöne Initiative hier: http://www.bruderhahn.de/). Viele Menschen machen sich leider keine Gedanken, welche Mittel dazu geführt haben, dass ein tierisches Produkt so günstig sein kann. Oft höre ich den Satz: „Das kann ich mir nicht anschauen/anhören, da kann ich ja gar nichts mehr essen.“ Genau das müsste man aber tun: hinschauen. Dann würde ganz viel Billig-Ware erst mal wegfallen, aber genauso viel an Nahrungsmitteln hinzu kommen, die man bis dato gar nicht kannte. Ich hoffe, ganz viele Menschen lesen deinen Post und fühlen sich vielleicht inspiriert!
    Liebe Grüße,
    Daniela

  3. Liebe Sonja, danke für diesen deutlichen, treffend geschriebenen Artikel über unsere “ (Fr)essgewohnheiten “ und den oft allzu gedankenlosen umgang mit lebensmitteln,vor allen dingen mit denen von lebewesen= tieren ! Bin zwar selber weder veganer noch vegetarier, trotzdem wach und kritisch und mit jedem bericht,den es im fernsehen oder in der zeitung über tierhaltung ,wegwerfverhalten und lebensmittelverhundsung gibt, trauriger und wütender. die bewusste auswahl und der achtende umgang mit allem ,was uns ernährt muss einfach in unseren köpfen eine festen platz haben. viele grüsse von anja

  4. Pingback: Schönes am Sonntag

  5. ein sehr beeindruckender artikel, der -nimm mir die wortwahl nicht übel- einem echt auf die fresse haut.
    vielen dank dafür.
    jana

  6. Liebe Sonja,

    es wäre schön wenn die Menschen bewusster mit Lebensmitteln umgehen würden. Es ist erschreckend wie auch die Supermärkte mit Billigprodukten die Kunden angeln. Es widert mich teilweise wirklich an und erschreckt mich gleichzeitig.
    Du hast es wirklich auf den Punkt gebracht!

    Liebe Grüße

  7. Ich find es richtig ekelhaft wie günstig gerade tierische Produkte verkauft werden. Wer da ignoriert, was das im Umkehrschluss für die Tierhaltung bedeutet, darf sich über Massentierhaltung und mit Antibiotika zugedröhnte Hühnchen nicht beschweren. Andererseits muss ich sagen, dass ich selbst Dumpingpreise schon zu sehr gewohnt bin. Als ich letztens einen Rinderbraten für 50 € gekauft habe, musste ich schon schwer schlucken, erster Gedanke „ganz schön teuer“. Ich denke, da ist es eben wichtig, sich bewusst zu machen, dass man damit das Leben eines Tiers sowie die Arbeit von Menschen bezahlt. Mittlerweile schaffe ich es zumindest, bei tierischen Produkten entweder hochwertiges oder eben gar nichts zu kaufen. Bei Backwaren und Co. gibt’s bei mir aber sicher noch Verbesserungspotenzial.

    Was die vegane Ernährung angeht, hab ich bisher nur fünf Tage geschafft. Denke, ich bin eher der Typ „Teilzeit-Veganer“, komplett auf Milch, Ei und Fleisch verzichten mag ich nicht.

    Spannender Beitrag jedenfalls. Regt dazu an sich selbst auch wieder mehr damit zu beschäftigen, was man kauft und isst.

    Liebe Grüße
    Kristina

  8. SweetPie says

    *Olive werf* thihihi – nene, das auf keinen Fall. Aber dein Artikel ist super schön geschrieben, entspricht meinen Gedanken zu 100 % und ich kann verstehen, dass du dir das einfach mal von der Seele schreiben wolltest. Als ich mit 16 Jahren begann mich vegetarisch zu ernähren, war die Umstellung auch erst einmal schwierig. Noch dazu wo so tolle Fragen aufgekommen sind: „Wie du isst kein Fleisch? Was isst du denn dann noch? Wirst du dann überhaupt satt?“ Allein daran merkt man doch schon mit welcher Einstellung so mancher gegenüber Essen & der eigenen Ernährung steht. Vegetarisch zu leben ist im Vergleich zur veganen Ernährungsweise noch recht einfach, da viele Gerichte in Restaurants vegetarisch sind oder abgewandelt werden können. Solch ein Experiment planen wir im nächsten Jahr, etwas umfangreicher – ähnlich der „20€ – eine Woche“ von Franzi. Bin gespannt wie leicht/schwer es uns fallen wird.

    Liebste Grüße und ein großes Dankeschön! <3
    Nadine

  9. kaddiswelt2014 says

    Hallo liebe Sonja!

    Ich habe deinen Artikel gelesen und freue mich, dass es da draußen Menschen wie dich gibt, denen es genauso geht!
    Auch ich habe, besonders zu Beginn meiner Studienzeit, ganz anders und vor allem viel unbewusster eingekauft, aber über die Jahre hat sich eine andere, eine bewusstere Einstellung in mir breitgemacht. Vielleicht auch besonders nach einem Auslandsjahr in Frankreich, bei dem ich gesehen habe, wie viele Franzosen ihre Lebensmittel schätzen und was für Beträge sie zum Teil dafür ausgeben und zwar ohne mit der Wimper zu zucken!!! Das hat mich umgehauen und nachdenklich werden lassen.
    Der Überfluss, in dem wir leben und den wir uns in Deutschland leider viel zu oft für viel zu wenig Geld anhäufen können, ist vielen Menschen leider gar nicht bewusst und das macht mich, wie dich ja auch, sehr wütend. Besonders wütend werde ich, wenn es ums Wegschmeißen von Lebensmitteln geht. Das Irrsinnige, Verrückte, Paradoxe: Dieselben Leute, die eine Tüte voller Lebensmittel wegschmeißen, suchen dann z.B. beim Tanken die billigste Tankstelle, damit sie dort Mini-Centbeträge sparen können. Da frag ich mich: Gehts noch? Hackts bei euch? Ihr habt gerade Lebensmittel für mehrere Euronen weggeschmissen und fahrt ihr durch Städte und über Dörfer nur um die billigste Tanke zu finden? Verkehrte Welt, oder?

    Mein Problem dabei ist nur: Ich habe noch keinen guten/angemessenen Weg gefunden, andere Menschen gelungen zu überzeugen bzw. zum wirklichen Nachdenken zu bewegen. Wenn ich das Thema „Umgang mit Lebensmittel/Lebensmittelverschwendung“ sachte anspreche, dann kommen oft Kommentare wie: „Das hat mein Vater/meine Mutter früher auch immer gesagt… und dass in Afrika die Menschen hungern, ich weiss ja…“. Viele scheinen ein Kindheitstrauma von solchen Sprüchen zu haben und dann einfach auf Durchzug zu schalten.
    Aufklärung und klare Worte, so wie durch deinen Artikel, ist aber ein erster Schritt in die richtige Richtung, denke ich.
    Danke für den tollen Artikel und deine klaren Worte!
    Liebe Grüße von deiner Kaddi

  10. Sehr schöner Artikel! Ein bewussterer Konsum würde schon viel für die Umwelt und die Tiere bedeuten. Ein Anfang ist gemacht und ich habe immer wieder Respekt vor Menschen, die anfangen sich bewusst zu werden was sie wo und wie konsumieren. Niemand ist in der Hinsicht perfekt. Auch die „perfekten Veganer_innen“ nicht.

    Ein sehr schöner Artikel und ohne Hippiemäßig klingen zu wollen, aber die Veränderung muss von einem selbst kommen! :)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s