Zum Geburtstag: rohes, veganes, fructosearmes Erdbeer-Cashew Törtchen!

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Den kleinen weißen Kuchen gibt es heute schon drei Jahre. Exakt drei ganze Jahre, AH! Das wären dann ähm…. drei Mal ganze 365 Tage. Das sind also, lasst mich kurz überlegen, am Stück 1.095 irre Tage!! Eintausendfünfundneunzig Tage in denen ich manch, nein, verdammt viele tolle, interessante, leise, laute, verrückte, noch verrücktere und aber in jedem Falle absolut fantastische Menschen kennenlernen und einmalige, schöne Momente, Tage, Veranstaltungen, Reisen, erleben durfte! Durch die Lande tingeln mit Menschen, die man mag. Gibt es etwas Tolleres?!

Es passiert im Moment vieles und damit meine ich jetzt nicht nur die achtstündige kiloweise Sonntags-Zitronenraspel-und-Auspressaktion-für-eine-Menge-Limonadenbasis oder das Wahninnskonzert von Other Lives im Universum gestern Abend. Nicht nur, aber auch. Vor allem auch. Wo ich anfangen soll, das weiß ich selbst zurzeit oft nicht und werde dabei überrannt von Rhabarber, Beeren, Aprikosen und allem anderen, was noch um die Ecke linst und zu gern im Kuchen landen würde. Zig Bücher liegen zur Rezension bereit. Es darf ganz viel gekocht und gebacken werden.

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Ja, der Blog steht momentan scheinbar still: scheinbar. Hinter den Kulissen ganz und gar nicht. Ich möchte vieles, kann davon aber derzeit nur 1/4 umsetzen und wisst ihr was? Das ist okay so. Echt, ich finde das total okay. Es könnte zwar, wenn ich die Arschbacken zusammenkneife, auch anders sein, aber… Man sollte sich einfach öfter entspannen und zurücklehnen anstatt sich umzuschauen, was die anderen 5-6-7 Tage die Woche treiben. Auch das ist natürlich okay, bei mir aktuell nur nicht möglich. Vielleicht irgendwann einmal, bis dahin allerdings ist Zeit. Zeit ist ein kostbares Gut.

Jetzt ist erst einmal kostbare Zeit für Kuchen! Es will schließlich ein kleiner Geburtstag hier gefeiert werden, Kinners, und ein Geburtstag ohne Kuchen ist in etwa so wie sich morgens beim 0815-Bäcker einen miesen und überteuerten Kaffee zum Mitnehmen im ich-produzier-im-Vorbeigehen-richtig-viel-unnötigen-Müll-Becher zu holen = so richtig beknackt.

Ich habe euch zur Feier dieses besonderen Anlasses ein (Obacht!) kühles, veganes, rohes und um das Ganze noch zu toppen fructosereduziertes Erdbeer-Kokostörtchen mitgebracht. Die liebe Kalinka hat doch zum letzten München-Besuch glatt einen ihrer zauberhaften rohen Kuchen so fructosearm wie möglich für mich umgebastelt und heute gibt es genau diesen Kuchenschatz von mir etwas abgewandelt direkt auf eure Kaffeetafel, ist das nix?

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Ich bitte an dieser Stelle mal kurz um anerkennendes allgemeines Nicken in den ersten Reihen, denn solch einen Kuchen möglichst fructosearm und roh und vegan zeitgleich zu machen ist nicht die einfachste Disziplin der internationalen olympischen Backspiele. Jetzt weiß ich aber wie es geht (danke Kalinka!) und möchte an weiteren Kreationen feilen. Im Sommer bieten sich erfrischende Törtchen geradezu an, wenn es in meiner Dachgeschoss Wohnung nahezu unerträglich wird und ich am liebsten mit einer eisgekühlten, ausgehöhlten Wassermelone auf dem Kopf herumlaufen würde.

Noch ein paar kurze Infos vorweg, ehe sich jemand womöglich gleich total motiviert in die Küche stellt und dann erst merkt, dass hier Einweichzeiten zu beachten und ein guter Standmixer gefragt sind. Die Cashewkerne müssen vor allem dann, wenn ihr keinen sehr leistungsstarken Mixer habt, um die 8 Stunden eingeweicht werden. Ich mache so etwas gerne morgens ehe ich zur Arbeit gehe, damit ich abends direkt loslegen kann. Wenn euer Mixer in der Lage ist auch harte Nüsse zu knacken, dann betrifft euch das nicht. Ich habe Zuhause zum Beispiel einen Standmixer von Kenwood stehen, der packt eingeweichte Nüsse gut und die Füllmenge des Mixers passt genau auf diesen Kuchen.

Zutaten für eine Springform á 18cm:

Boden:

100g Hirseflocken (oder welche du magst)

2 EL Leinsamen

1 EL geschälte Hanfsamen

80g Reissirup

1 EL Chiasamen

2 EL Kakaopulver, ungesüßt

Cashewcreme:

240g Cashewkerne, über Nacht eingeweicht (gibt es auch als Cashewbruch, das ist etwas günstiger und geht auch)

55ml Wasser

100ml Reissirup

2 TL frischer Zitronensaft

110g Kokosfett, geschmolzen (z.B. Palmin)

Prise Salz

1 Msp. gemahlene Vanille

Erdbeercreme:

200g Erdbeeren

50g Reissirup

200g Kokosfett, geschmolzen

Etwas Obst für die Deko, wer mag

Funktioniert so:

1. Die Springform mit Backpapier auslegen, den Rand evtl. mit etwas Kokosöl einreiben. Für den Boden alle Zutaten in den Mixer geben und mal ordentlich Dampf machen. Die Zutaten für den Boden bleiben recht grob und müssen nicht bis zur Unkenntlichkeit kleingehäckselt werden.

2. Masse in die Springform geben und mit einem leicht angefeuchteten Teigschaber verteilen und andrücken. Der Boden ist sehr klebrig und das soll so. Die Springform für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Das Mixgefäß muss jetzt kurz gereinigt werden.

3. Für die Cashewcreme alle Zutaten in den gereinigten Mixer geben und so lange bearbeiten bis eine möglichst cremige Masse entsteht. Da ich keinen Omniblend habe, waren noch kleine Nusstückchen zu sehen, aber das ist vollkommen okay. Macht sie einfach so klein wie es euch möglich ist. Die Creme wird mit kleinen Unterbrechungen einige Minuten lang bearbeitet, der Mixer soll uns ja nicht explodieren.

4. Die Cashewcreme nun auf dem gekühlten Boden verteilen (bitte nicht auf dem Küchenboden) und gleichmäßig verstreichen. Wer mag kann jetzt noch einige Erdbeeren in den Boden drücken um später einen schönen Anschnitt zu haben. Die Springform entweder für 15 Minuten in den Gefrierschrank geben oder bis sie fest geworden ist in den Kühlschrank stellen. Ich habe ein Lilliputaner-Tiefkühlfach, deswegen kam sie bei mir für 1-2 Stunden in den Kühlschrank.

5. Die Erdbeeren waschen, vom Strunk befreien, vierteln und mit den restlichen Zutaten kurz im Mixer bearbeiten bis eine cremige Masse entstanden ist. Die Erbeercreme auf dem fest gewordenen Kuchen verteilen und das Ganze nun nochmals ca. 2 Stunden kühl stellen. Nach Belieben dekorieren.

Ich kann eure erschrockenen Gesichter sehen. Was, das dauert ja Stunden?!?!?!?! Und ich sage dazu, na und? Der Blog hat Geburtstag und ihr ja vielleicht auch irgendwann? Macht ihr bei Geburtstagen etwa keine aufwendigen 5-stöckigen Torten mit tonnenweise Glitzer und Pipapo drauf und dran?

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Und ehe sich einer beschwert, dieser Kuchen macht tatsächlich satt. Also, er ersetzt keine komplette vollwertige 24-Gänge-Mahlzeit, so ist es nicht. Also irgendwie ja schon, aber… nun ja, mehr als ein Stück schafft man davon wohl nicht. Vielleicht, wenn man sich anstrengt. Aber das ist ja auch gut so, denn zu viel davon sollte man als Intoleranzler ja ohnehin nicht essen, denn Cashews sind ja böse.

Wenn es denn dann mal hart auf hart kommt und ihr bekommt wirklich nix mehr runter oder habt gerade keine 30-köpfige Familie mit am Tisch sitzen, dann hält sich dieses Törtchen abgedeckt auch 2-3 Tage im Kühlschrank, aber pssst… das halte ich für ein Gerücht! Welcher Kuchen überlebt denn bitte länger als zwei Stunden? Habt ihr sowas schonmal gesehen? Wo gibt´s das denn?

Ich verabschiede mich für heute mit einigen Songs des gestrigen Abends und schwelge weiter in dieser absolut himmlischen Musik, dazu werde ich mir selbstverständlich ein weiteres Stückchen Kuchen gönnen und reiche die Platte gerne weiter. Nein, ich werde mich hinein legen. Meine komplette rechte Körperhälfte ist zusätzlich noch etwas lahm von der Zitrusaktion, aber gleich heute Abend werde ich mir ein Fläschen Zitronen Limonadenbasis erwerben gehen, für die ich stundenlang kiloweise allerschönste Zitronenschale geraspelt habe. Das war es mir wert. Man munkelt die gäbe es diese Woche bei pois im Fluxus… *hust*

Habt es gut und wisst ihr was? Es ist wunderbar euch alle hier zu haben, ich bin sehr sehr sehr dankbar dafür!!

Ich drücke euch mal alle,

Eure Sonja

Küchensoundtrack: Other Lives – Live At Music Apartment

9 Comments

  1. Das sieht absolut köstlich aus. Gratuliere ganz herlich zum Jubiläum, mach weiter so (aber ganz entspannt und mit viel Musik, nech?) Liebste Grüße!! :)

  2. Ari says

    Alles Gute zum Geburtstag :D
    Kann man statt Palmin auch Kokosöl verwenden? :)
    Allerliebste Grüße
    Ari

    • Liebe Ari,

      danke erstmal! :) Da Kokosöl je nach Temperatur ebenfalls schmilzt und fest wird, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen.

      Wenn du den Kuchen machst, wünsche ich dir viel Spaß beim „Backen“! Ich würde mich über deine Rückmeldung sehr freuen.

      Liebe Grüße
      Sonja

  3. alles liebe und mach weiter so, ich komme immer sehr gerne hier vorbei und schau was du dir tolles ausgedacht hast :) viele liebe grüße julia

    • Dankeschön Julia, ich freue mich sehr über deine Worte und, dass du immer wieder gerne hier verweilst! :) Ich hoffe wir laufen uns irgendwann mal wieder über den Weg, denke immer wieder gerne an das Picknick damals am Schloss Solitude zurück.

      Liebe Grüße
      Sonja

  4. Happy Birthday Du schönster kleiner weißer Kuchen auf Erden! Auf viele weitere wundervolle Jahre! Elline sağlık!
    Liebste Grüße, Deniz (Voller Vofreude und Gespanntsein auf all die großartigen Dinge, die vor Dir liegen!)

    • Danke, liebe Deniz, teşekkürler! Wer weiß? Vielleicht schaffen wir es in den nächsten 365 Tagen mal irgendwo und irgendwie auf einen Kaffee, das wäre fein, aber damit quassel ich dich ohnehin ständig voll.

      Birçok selamlar (hoffentlich ist das nun keine Beschimpfung)
      Sonja

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