Verkardamomt und zugeknotet: fructosearme Kürbis-Kardamom-Knoten!

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Backen / Fructosedingens

Seht ihr sie auch?!?!?! Über- aber wirklich ÜBERALL? Ich meine die großen… aber, aber auch die kleinen. Ganz besonders die. Manche Menschen malträtieren sie auch. Insbesondere am 31. Oktober jeden Jahres zücken sie massenweise die Messer um es zu tun. Manche wollen nur an ihr schmackhaftes Fleisch. Sie kochen daraus Suppe und so. Wieder andere stehen eher auf ihre äußeren Werte. Geschmäcker sind eben verschieden.

Ich meine auch die Exemplare, die man in allen Formen bekommt. Auf dem Markt. Im Supermarkt. Manche sehen aus wie Schwäne und man kann sogar Lampen aus ihnen basteln. Ich habe sie mit eigenen Augen gesehen. Manch einer holt sie sich sogar frisch vom Feld. Geköpft! Getrennt von den Artgenossen. Ich habe gehört, manchmal gibt es sie sogar in grün, hast du das schonmal gesehen? Es ist verrückt, nicht? Manch einer beklebt sie sogar mit Glitzer. Mit Glitzer!!! Das muss man sich mal geben.

Hey du schöne Kürbiszeit! Pünktlich auf die Minute kamst du vor einigen Wochen über uns und ehe man sich versah, sprangen sie auf sämtlichen Kanälen auf und ab: Kürbisse. Sogar gepudert und beglitzert, was allerdings eher weniger meine Art der Verwendung für sie ist. Weil Kürbis aber wirklich auch übertoll und zurecht von allen Seiten hochgelobt wird (ob mit oder ohne Glitzer), läute ich sie nun auch hier bei mir ein: die fröhlich bunte Kürbisfete, olé!

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Da aller guten Dinge bekanntlich 8475383 sind, wird hier hoffentlich noch das ein oder andere Rezept vor Weihnachten an den Start gehen, welches mir just in dieser Minute noch im Kopf herumschwirrt. Ich denke da zum Beispiel an eine Tarte mit karamellisierten Kürbiskernen. Klingt das gut? Oh, ich muss mich selbst bremsen nicht sofort loszulegen. Und wisst ihr was? Ich atme eben noch den Duft von frisch gebackenem Hefegebäck tief ein, der Ofen verströmt seine wohlige Wärme und ich freue mich gleich auf einen Ingwertee oder Kakao und darauf in einen noch warmen Kringel zu beißen. Was gibt es bitte besseres als frisches, noch warmes, duftendes Hefegebäck?

Das heutige Rezept habe ich in den letzten zwei Wochen schon mehrmals gebacken, einfach weil Winterzeit für mich die absolute Hefeteigzeit ist. Der Teig fühlt sich dick eingemummelt wohl und ich kann es ihm nicht verübeln und geselle mich zu ihm an die warme Heizung. Wieso Kälte und Heteteig so eine gute Kombi für mich sind, das kann ich nicht einmal genau sagen. Vermutlich liegt es einfach daran, dass sie so hervorragend zu warmem Tee und einem Abend dick eingepackt auf dem Sofa passen, vielleicht dazu noch einen Film schauend oder aber ein gutes Buch lesend, jetzt wo die Tage wieder kürzer werden. Im Winter liebe ich das.

Wenn es euch genauso geht, dann setzt am Wochenende doch direkt einen frischen Hefeteig an und bebackt euch oder eure Liebsten mit fluffigen Kürbis-Kardamom-Knoten. Wenn es euch lieber ist, dann könnt ihr den Teig bereits am Vorabend zubereiten und über Nacht gehen lassen. Morgens geht es dann fix. Und pssssst, ihr könnt bei Nicht-Fructoseintoleranz einfach das Sukrin Gold durch stinknormalen Rohrohrzucker ersetzen.

Was ich bei diesem Rezept sehr gerne mache ist, eine Teighälfte mit Kürbispüree und die andere ohne, also quasi als Zimtschnecken reloaded, zu verarbeiten. Ob eine Hälfte so, die andere so oder aber nur Kürbis- oder nur Kardamomknoten daraus zu machen, bleibt gänzlich euch überlassen. Ich habe jedoch beides gern und finde es schön meinen Gästen (oder mir selbst muahaha) zwei Versionen vor die Nase setzen zu können. Es soll ja angeblich Menschen geben, die Kürbis schlimm finden.

Ich habe aus diesem Grund vorausschauend jedenfalls gleich zwei Sorten aus einem Teig gemacht, so kann sich schon keiner beschweren. Der Hefeteig eignet sich natürlich auch für Zimtschnecken (in dem Fall den Kardamom im Teig weglassen) oder was ihr sonst noch damit anstellen mögt. Alles ist möglich.

Zutaten für zwei Backbleche Kürbis-Kardamom-Knoten:

Für den Teig:

500ml Milch

Schuss Reissirup

50g frische Hefe

150g Kürbispüree (oder 300g, wenn ihr nur Kürbisknoten machen wollt)

850g Mehl

60g Traubenzucker

2 TL gemahlenen Kardamom

Prise Salz

150g weiche Butter

1 Ei

Für die Füllung:

100g Sukrin Gold

80g weiche Butter

2 TL gemahlenen Kardamom

1 verquirltes Ei zum Bestreichen

Funktioniert so:

  1. Falls ihr kein vorbereitetes Kürbispüree herumstehen habt, muss natürlich zunächst einmal der Kürbis (etwa 1/4-1/2 eines kleineren Kürbisses) gegart werden. Das könnt ihr entweder bei 200 Grad in etwa 30 Minuten im Ofen erledigen oder indem ihr den Kürbis würfelt und ihn in kochendem Wasser gar kocht. Wie es euch lieber ist, aber in beiden Fällen wird er püriert, wenn er weich ist. Das Püree bis zur weiteren Verwendung abgedeckt zur Seite stellen.
  2. Die trockenen Zutaten für den Teig in eine große Rührschüssel geben und kurz locker untermischen. Die weiche Butter darauf geben.
  3. Die Milch in einem kleinen Topf erwärmen (bitte nicht einmal annähernd kochen, so killt ihr die Hefe). Einen Schuss Reissirup hinzugeben, die Hefe hineinbröckeln und unter Rühren auflösen. Die Hefemilch einige Minuten stehen lassen.
  4. Nun die Hefemilch über die anderen Zutaten gießen und erst einmal „die Oberfläche bearbeiten“. Das heißt, ich vermische Mehl und Butter erst einmal nur leicht mit der Hefemilch, anschließend gebe ich das Ei hinzu und vermenge das Ganze erst grob und verknete es dann zu einem geschmeidigen Teig. Hat sich alles zusammengefügt, den Teig nochmals kurz auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. Er sollte keine trockenen Stellen mehr haben. Nun gebt ihr ihn in eine große saubere Schüssel, deckt ihn mit einem Geschirrtuch ab und stellt ihn für etwa eine Stunde an einen warmen Ort bis sich das Volumen verdoppelt hat. Ich stelle meine Hefeteige im Winter in die Nähe der Heizung, den Teig bitte nicht direkt auf die Heizung stellen.
  5. Hat sich der Teig im Volumen verdoppelt, bemehlt ihr die Arbeitsfläche großzügig, stellt euch die weiche Butter, das mit Kardamom gemischte Sukrin Gold für die Fülle und das Kürbispüree bereit. Der Teig wird nun in der Mitte geteilt, so dass ihr zwei Teighälften habt, eine für die Kürbisversion und eine für die Kardamomversion.
  6. In eine Hälfte knete ich nun das Kürbispüree unter. Dieser Part ist zugegeben eine dezente Schweinerei. Ist das Püree gut untergearbeitet, wird der Teig nochmals geteilt und jede Hälfte zu einem gleichmäßigen Rechteck von ca. 1cm Dicke ausgerollt. Nun wird eine Hälfte des Rechtecks dick mit Butter bestrichen und großzügig der Kardamomzucker darauf verteilt. Die leere Hälfte schlagt ihr nun darüber und schneidet den Teig in etwa 2cm breite Streifen.
  7. Jeden Teigstreifen wickelt ihr nun zweimal um die eigene Hand und zieht das Endstück einmal durch die Mitte. Nicht verzagen, ich musste das auch einfach ausprobieren, es ist ganz leicht! Nehmt am besten ein Ende auf die Hand, haltet es mit dem Daumen fest und wickelt den Rest zweimal um die restlichen Finger. Dann schiebt ihr das andere Ende durch das Loch, wo eben noch die restlichen Finger waren. Easy, nicht wahr? Das macht ihr nun mit allen Teigstücken und gebt sie mit etwas Abstand auf mit Backpapier belegte Bleche.
  8. Sind alle Knoten geknotet, legt ihr jeweils ein sauberes Geschirrtuch darüber und lasst sie nochmals für etwa 20-30 Minuten an einem warmen Ort gehen. Der Ofen wird in der Zwischenzeit auf 180 Grad vorgeheizt.
  9. Die Knoten großzügig mit Ei bepinseln und für 20-25 Minuten backen, am besten bei Halbzeit die Bleche kurz tauschen, sonst sind die oberen eventuell dunkler als die unteren. Nun herausnehmen und auskühlen lassen oder noch besser, direkt lauwarm genießen!

Puh, das sind doch ein paar Schritte mehr als sonst, ich habe manches wohlweislich allerdings etwas genauer beschrieben. Sicher ist sicher.

Komplex erscheinendes schreckt mich manchmal selbst ab, aber einmal ausprobiert, ist es gar nicht schwer und geknotet sehen Zimtschnecken einfach nochmal ein bisschen schöner aus als so schon und wer es einmal versucht hat, wird sehen, dass es wirklich alles andere als ein Hexenwerk ist. Das verspreche ich hoch und heilig!

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Beschwerden könnt ihr sonst gerne an mich richten, ABER glaubt es mir, wenn sogar ich es hinbekommen habe, dann kriegt ihr das allerlockerst auch hin. Ohne Scheiß. Es schaut doch so hübsch aus und schmeckt so gut! Probiert ihr es aus?

Jetzt bin ich gespannt von euren Kürbisabenteuern da draußen zu hören und nun halten wir es doch einfach getreu den Worten von Niklas Keiser: let´s enjoy! Oder aber „where you go, where you go Kürbis-Knoten, I will follow“.

Habt es fein und haut rein,

Eure Sonja Sonnenschein

Küchensoundtrack: Razz – Youth and Enjoyment

5 Comments

  1. Das Rezept nehm ich mir gleich mal mit. Der Nachbar benötigt fructosearm und die Freundin verzweifelt schon etwas… Geb gleich mal Deine www weiter, zusammen mit ein paar dieser leckeren Knoten :D

  2. Liebe Sonja,
    so ein schönes Rezept und wunderbar in Szene gesetzt! Das macht auf jeden Fall Lust auf nachbacken und steht für nächstes Wochenende auf der Liste. Vielleicht wird es bis dahin auch noch etwas kälter, damit es sich so richtig schön gemütlich anfühlt.
    Liebe Grüße aus Ye Olde Kitchen, Eva

    • Vielen Dank, Eva! Und stimmt, aktuell ist es wirklich ein kleines bisschen zu warm für gemütliche Mummel-Romantik mit Hefekringeln und heißem Tee unter der dicken Decke. Ich freue mich in jedem Fall von dir zu hören, wenn du sie ausprobiert hast.

      Liebe Grüße
      Sonja

      • Liebe Sonja,
        die Knoten schmecken himmlisch! Wir sind ihnen beim ersten Reinbeißen verfallen. Danke für das Rezept!
        Einen schönen Sonntag und liebe Grüße, Eva und Philipp

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