Stuttgart Vier mal 3 – Herbstedition: Kürbis-Buchteln mit Quitten-Birnen Füllung und Vanillesoße!

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Meine Wochen vergehen im Klausuren- und Arbeits-Rhythmus. Es gibt immer etwas vorzubereiten, immer etwas zu tun, immer etwas, auf das ich hinarbeite. Immer etwas, auf das ich mich hinbewege. Ob ich einen Text für die Arbeit schreibe oder einen Text für die Schule beziehungsweise für meine Zukunft übersetze, immer ist da Buchstabensalat. Gedankensalat. Kopfsalat. Es gibt nur ganz ganz selten Leerlauf.

Und so überschlagen sich die Tage. Manchmal ohne, dass ich weiß wo sie überhaupt bleiben. Manchmal hinke ich sogar mit den Daten hinterher. Welches Datum haben wir heute doch gleich? Eine Woche Hebstferien vergehen wie im Nichts und da sind Tage und Daten dann sowieso zweitrangig. Und dann sind sie auch schon wieder rum. Mit einem Fingerschnipp. Huch? Was, wir haben schon wieder Mitte November? Und wo ist eigentlich der Oktober so schnell hin?

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Die Tage sind so voll aller möglicher Informationen und ich immer konzentriert bei dem, wem oder was ich mich gerade widme, dass ich manchmal denke mein Kopf würde demnächst platzen. Infos hin, Infos her. Wörter hin, Wörter her. Und dann war da vor einer knappen Woche erst die 3. Pop Up Bakery. Nein, schon die dritte Pop Up Bakery! Puh, die Zeit rennt.

Die ersten Vorbereitungen liefen schon knapp zwei Monate vorher. Das ist viel Zeit. Doch wo ist sie hin? Die Testbackerei weit im Voraus, die letzten Besorgungen, der letzte Schliff, die letzten Details. Alles läuft auf einen einzigen Tag hin und wird dann gefühlt ganz urplötzlich konkret, macht einmal ganz laut PENG und ist dann genauso urplötzlich wieder vorbei. Als wäre vorher gar nicht so viel los gewesen. Als wäre vorher gar nicht so viel geschehen.

Nicht groß nachgedacht, da linst auch schon das nächste To-Do um die Ecke. Eine Klausur. Ein Vokabeltest. Eine Präsentation. 8573392ß2932147 Wörter, die auch noch in den Kopf müssen. Und dann ist da ja noch Stuttgart Vier mal 3, das immer näher rückt. Diese schöne Blogaktion mit Alltagssterne und Judysdelight, die sich als einzig wirkliche Konstante durch dieses Blogjahr zieht. Drei Monate für drei Monate. Immer am 16. eines Monats um 18 Uhr. Egal was kommt. Egal was geht. Immer vier Zutaten und immer drei kreative Köpfe.

Und plötzlich ist da auch gar nicht mehr so viel Zeit, aber doch sind ganze drei eigentlich lange Monate seit dem letzten Beitrag vergangen. Also eben doch ziemlich viel Zeit. Nur fühlt es sich für mich eben irgendwie gar nicht so lang an. „Sonja, dein letzter Beitrag ist ja schon drei Monate her?!“

Stuttgart-Vier-Mal-Drei-LogoUnd jetzt ist er doch schon da oder erst, je nachdem wie man´s nimmt, der nächste Beitrag! Und ich sitze hier und lasse mir die jetzt wieder erwärmten Buchteln schmecken, von denen ich vor wenigen Tagen noch hoffte und bangte, dass sie auch ja so klappen, wie ich mir das vorstellte. Manchmal sind Wunschdenken und tatsächliches Ergebnis ja meilenweit voneinander entfernt und meistens exakt dann, wenn nichts schief gehen darf. Wie zum Beispiel vor einer Pop Up Bakery. Da geht dann gerne mal alles schief.

Oder dann, wenn die Zeit für den nächsten abgefahrenen Stuttgart Vier mal 3 Beitrag wieder knapp wird. Verdammte Axt, noch eine Woche? Vielleicht brauche ich diese ablaufende Zeit aber sogar um erst richtig in Schwung zu kommen. Wer weiß? Für „schief gehen“ blieb jedenfalls keine Zeit. Ging nicht. War nicht möglich. Musste doch klappen. Und klappte auch! Wie beruhigend, ich hab das Ganze nicht verlernt.

Doch seit dem letzten Beitrag hat sich einiges verändert. Die Natur zum Beispiel und mit ihr die Zutaten. Beim letzten Beitrag waren wir noch im entspannten Sommermodus mit Auberginen, Beeren, Pflaumen, Tomaten und Co. Können wir den Herbst bitte noch einmal auf Anfang drehen? Oder gleich den Sommer? Jetzt sind wir jedenfalls da, im Herbst angekommen und wir hatten wieder tolle saisonale und regionale Zutaten zur Auswahl.

Die Zutaten für unsere Herbstedition sind:

Kürbis

Quitte

Blumenkohl

Kohlrabi

Trauben

Birne

Ein Schelm wer gleich darauf kommt, welche ich mir wohl ausgesucht habe! Was Anja und Judy daraus ausgewählt haben, erfahre ich erst nach der online Verselbstständigung unserer drei Beiträge heute Abend. Alles was ich bis jetzt weiß ist, dass Anja irgendetwas total Verrücktes am Start haben muss! Damit hat sie mich quasi schon vorher angefixt und gewurmt, denn ich war vom Knacken meiner Lösung zu dem Zeitpunkt noch weit entfernt. Es ist jedes Mal auf´s Neue spannend und macht irre Spaß.

Fies ist das aber deshalb auch, weil wir uns bis zur Veröffentlichung rein gar nichts erzählen dürfen. Gar nix! Aber auch für einen selbst, weil du einfach tuuunlichst aufpassen musst, dass dir auch ja nix zufällig raus rutscht. Von wegen das Ganze auf Instagram teilen! Oder auf Facebook! Wo denkt ihr hin? Aber ich freute mich schlussendlich so über mein Ergebnis und jetzt könnt ihr das vielleicht auch, wenn ihr ein leckeres Rezept für Kürbis-Buchtel-Soulfood sucht. Wenn ich gerade so raus blicke, möchte ich gerne eine Runde warme Buchteln für alle schmeißen. Die helfen bestimmt in jeder Lebenssituation und bei jedem noch so ekligen Schietwetter.

Ich bin auch heilfroh, dass ich auf mein anfängliches Bauchgefühl gehört habe, denn es hat mich letztlich zu einem unfassbar leckeren und schön harmonierenden Rezept gebracht zu dem ich sonst in dieser Form wohl nicht gekommen wäre. Diese Buchteln sind für mich der Inbegriff diesen Herbstes und es gibt nichts, rein gar nichts, was ich an einem verregneten, grauen Tag wie heute lieber essen würde als diese Kürbis-Buchteln mit einer selbst gemachten warmen Vanillesoße!

Es ist ein so einfaches, tiefes Glück mit einer warmen Decke tief eingepackt und Tee schlürfend aus der Wärme in die Kälte zu blicken. Etwas, das ich in letzter Zeit nicht oft so entspannt genieße(n kann). Die ersten Schneeflocken denke ich mir jetzt einfach dazu. Phantasie braucht der Mensch. Und mehr warmes Hefegebäck!

Zutaten für 10-12 Buchteln:

Für Teig und Füllung:

200ml Vollmilch

1 Würfel frische Hefe

500g Mehl

50g Rohrohrzucker

Prise Salz

Geriebene Schale einer halben Zitrone

50g weiche Butter

150g Kürbispüree

1 große Quitte

2 feste Birnen, z.B. Rote Williams

1/2 Vanilleschote

3-4 Pimentkörner

Saft einer halben Zitrone

40g Weinbeeren

2 EL Rohrohrzucker

Vanillesoße:

1/2 Vanilleschote

400ml Vollmilch

100g Sahne

2 Eigelb

40g Rohrohrzucker

2 gestr. TL Speisestärke

Funktioniert so:

  1. Für den Hefeteig die Hefe in die lauwarme Milch bröckeln und unter Rühren auflösen. Mehl, Zucker, Salz, Zitronenschale und Ei in eine große Rührschüssel geben. Die Hefemilch dazu gießen und mit den Knethaken des Handmixers zu einem geschmeidigen Teig kneten.
  2. Die Butter in Stückchen und das Kürbispüree dazugeben und unterkneten bis sich die Zutaten gut vermengt haben. Das kann ein paar Minuten dauern. Den Teig solange kneten bis er sich vom Schüsselrand löst und zu einer Kugel zu formen beginnt. Dann abgedeckt z.B. im Ofen bei eingeschalteter Lampe etwa 45 Minuten gehen lassen.
  3. Währenddessen für die Füllung die Quitte abreiben, vierteln, schälen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Würfel schneiden. Dasselbe macht ihr mit den Birnen. Ich habe Rote Williams genommen, die schmecken schön aromatisch und machen sich hier richtig gut. Quitten- und Birnenwürfel mit Zitronensaft, Vanilleschote, Pimentkörnern und Weinbeeren in einen Topf geben und etwa 10 Minuten dünsten bis die Würfel nicht mehr ganz fest, aber auch noch nicht ganz weich sind. Das duftet! Beiseite stellen zum Abkühlen. Gewürze und Schote herausfischen.
  4. Für die Vanillesoße die Milch mit der halben aufgeschnittenen Vanilleschote aufkochen, vom Herd nehmen und 20-30 Minuten ziehen lassen. Währenddessen den Ofen auf 200 Grad vorheizen und eine Auflaufform für die Buchteln buttern.
  5. Ist der Teig auf die doppelte Größe aufgegangen, einmal kurz auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten, dann zu einer Rolle formen und mit einem Messer 10-12 etwa gleich große Stücke abteilen. In den Händen zu einer Kugel formen, etwas flach drücken, einen Esslöffel Füllung hineingeben, den Teig drüber friemeln und zu einer Kugel formen. Die Teigkugeln anschließend in die Auflaufform geben. Im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene 20-25 Minuten backen, bis die Buchteln oben goldbraun sind.
  6. In einer Schüssel Eigelbe, Sahne, Zucker und Speisestärke glatt rühren. Die Vanilleschote aus der vorbereiteten Milch nehmen und die Eigelbmischung unter stetigem Rühren mit der Vanillemilch aufkochen. Die Soße sollte dann schon etwas eindicken. Vom Herd nehmen und beiseite stellen.
  7. Buchteln noch warm mit Vanillesoße servieren und träumen!

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Aber ehe mir hier noch einer denkt, ich hätte die 4. Zutat neben Kürbis, Quitte und Birne vergessen. Pah, das hab ich nicht! Trauben gibt es zum Glück ja auch in anderen Formen. So hier geschehen hier mit den Weintrauben. Das hab ich mir mal als kreative Freiheit herausgenommen und hoffe von meinen beiden Mädels nimmt mir das keine krumm.

Essen tu ich die Teile allerdings gar nicht gern, weshalb auch ich zu den „Rauspoplern“ gehöre. Fakt ist aber, dass sie einfach einen sehr viel besseren Geschmack an das Gebäck abgeben als, dass man sie weglassen könnte.

Die Buchteln können auch Tage danach noch gut im Ofen bei etwa 150 Grad warmgemacht werden. Falls sie solange überleben. Dann sind sie in Nullkommanix fast wieder wie frisch.

Boahhhh, jetzt aber nix wie hin zu Anja und Judy! Ich kann. und. will. nicht. mehr. warten! Show me all you got, honeys!

Habt es gut!

Eure Sonja

Küchensoundtrack: Heartless Bastards – Only For You

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