Stuttgart Vier mal 3 – Frühlingsedition: die Zutaten! Und ein bisschen mehr.

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Backen

Da schustere ich mir in Gedanken und bei einem Kaffee – mittlerweile grünen Tee – im neuen Mitbringsel aus Düsseldorf, einem wunderschönen dunklen henkellosen Becher der Serie Nordic Coal von Broste Copenhagen,  meine Gedanken für diesen Beitrag zurecht, dann zerschießt eine selten dämliche Anfrage in meinem E-Mail Postfach jeden einzelnen dieser Gedanken, die allesamt irgendwie mehr mit dem nun folgenden Inhalt gemein hatten, als das was jetzt kommt.

2017_stuttgartviermal3_ubersicht

Ich muss es dennoch eben los werden und euch fragen: Wie kann es sein, dass es in diesen fortschrittlichen Zeiten der Internet-Blogkultur noch immer Menschen gibt, die offenkundig meinen, man würde im Gegenzug zu einer Verlinkung (wie unfassbar nett) in Erwägung ziehen, deren noch nicht einmal gelesene Inhalte in Form eines E-Books – kleine Anmerkung: ich finde E-Books nun ja… dezent beknackt, aber sei´s drum – einfach in einen eigenen Blogbeitrag deichseln. Dafür solle man dann auch noch dankbar sein.

Ehrlich, es ist mir nicht klar. Und auch, wenn ich ein großer Fan stets höflicher Antworten bin, manchmal frage ich mich ernsthaft, was sich mancher Zeitgenosse eigentlich so denkt, wenn er einen Blogger anschreibt. Hier geraten die Fronten nämlich oftmals sehr ins Ungleichgewicht und als Blogger soll man immer dankbar sein für alles. Versteht mich nicht falsch, ich bin für vieles dankbar, eigentlich für alles, was ich durch meinen Blog erfahren und erleben durfte, aber ich gebe auch vieles. Und das ist den meisten nicht klar.

Zum Beispiel gebe ich das Kostbarste, was ich besitze: Zeit. Und meine ehrlichen Worte. Auch in diesem Beitrag steckt viel Zeit, genauso wie in allen anderen. Schnell runtergetippte Texte gibt es hier nicht. Das Tüpfelchen auf dem i ist dann noch, als Autor, Fotograf, Koch, Bäcker und somit Ersteller aller hier auf dem eigenen Blog dargestellten Inhalte „einen eigens für Ihre Webseite geschriebenen Artikel zum Thema, den Sie auf Ihrer Seite veröffentlichen können…“ angeboten zu bekommen. Herrlich. Was freue ich mich über dieses exklusiv unexklusive Angebot, danke! Freudenstürme. Applaus. Standing Ovations.

Lieber Anbieter, alle und zwar wirklich alle hier auf dem Blog geschrieben Artikel sind eigens zu den Themen, die ich auf meiner Seite veröffentliche, verfasst worden. Und das auch noch von mir selbst, also höggschtpersönlich wie man hier im Ländle so sagt. Etwas genauso exklusives kann mir nur noch jemand anbieten, den ich nach einem Gastbeitrag frage! In diesem Sinne lehne ich dankend ab, aber nicht ohne die Person noch zu fragen, ob das wirklich ihr Ernst ist? Nicht, dass ich hier mit einer zufriedenstellenden Antwort rechnen würde.

Die Geschichte ist dann nun auch abgehakt und ich trinke weiter meinen abkühlenden Grüntee aus dem wunderbar unperfekten, neu erstandenen Handschmeichler in fast-schwarz, sollte das als Farbe existieren. Im Schee (jeder Schwabe muss diesen Laden schon allein wegen seinem Namen lieben!) in der Düsseldorfer Altstadt hätte ich mich bei mehr Platz und besserer Polsterung im Koffer noch weitaus üppiger ausstatten können. Zum Beispiel mit den wunderschönen Tellern der Serie Nordic Sand, aber – wer kennt es nicht? – ich habe so schon zu viel Zeug Zuhause herumstehen und brauche eigentlich kein weiteres Geschirr mehr. Es wäre zumindest zutiefst unsinnig.

Wohl bloggeruntypisch habe ich nämlich keinen eigens dafür angelegten Props-Schrank in meiner Wohnung stehen (auch das Wörtchen „Props“ gehört nicht zu meinem liebsten Wortschatz), denn alles was ich auf meinen Bildern benutze, das benutze ich auch im echten Leben in meiner Küche, beim Essen. Ich mag es einfach nicht, Dinge nur für Bilder aus dem Schrank zu holen sondern erfreue mich gerne täglich an ihrer Schönheit. Es sind oftmals besondere Stücke, die ich im Urlaub oder in anderen Städten gekauft habe und die mir sofort ein schönes Gefühl geben, sei es einfach durch ihre eigene Schönheit oder weil sie mich sofort an diesen Ort zurückbringen. Bitte an dieser Stelle auch mal die Hände hoch, wer ebenfalls keinen Schrank für Props oder zumindest eine eigens dafür auserkorene Ecke in der eigenen Bude besitzt? Ich möchte hier jetzt was sehen, Leute.

Bestimmt also wird es mein neuer Becher auch mal auf ein Foto schaffen, auf Instagram in jedem Falle. Und ich werde dabei immer an das Wochenende denken, als ich mit Sonja durch die Straßen Düsseldorfs gelaufen bin, wir in diesem irre coolen Markt im japanischen Viertel waren, in dem ich meine erste Bambusmatte zum selber Sushi rollen erstanden habe, sie extra fructosearmen Kuchen gebacken hat, damit ich ihn beschwerdefrei zum Kaffee essen kann oder morgens Bananen-Pfannkuchen mit Traubenzucker gemacht hat, die ich auch jetzt – wieder zurück in Stuttgart – noch genießen kann. Oder an die beste je da gewesene Zug-Verpflegung: Cannelloni mit Hackfüllung, Béchamelsauce und ihrer selbstgemachten Tomatensoße, von der sie mir zwei Gläser mitgegeben hat, weil kulinarische Mitbringsel einfach die schönsten sind. Danke Sonja!

In Düsseldorf wollte ich mit ihr unbedingt zum Carlsplatz, den ich mir gänzlich anders vorgestellt hatte. Viel idyllischer und mit Altbauten drum herum. Entspannt. Vielleicht ein bisschen wie den Gutenbergplatz in Karlsruhe, mit alten Bäumen und einem Brunnen auf dem Platz, der behäbig vor sich hinplätschert. Mit kleinen Geschäften mit Holzvertäfelung, von denen es zweifelsohne schöne Exemplare in Düsseldorf gibt. Selbst gesehen. Ein Ort mit luftigen umherstehenden Marktständen.

Tatsächlich wirkte der Platz eher wie eingepfercht zwischen einem hässlichen Parkhaus, das mich irgendwie an die Außenfassade des Galeria Kaufhof in der Stadtmitte erinnerte, und netten Gebäuden am Rande der schönen Altstadt. Läuft man einmal quer durch, fühlt man sich ein bisschen wie in der Stuttgarter Markthalle als Freiluft-Version. Zwischen den Ständen ist es genauso eng und genauso voll. Also nix mit luftig und behäbig.

Aber die Darstellung der Blumen, die teils zu Pyramiden gestapelt werden, ist irgendwie nett und fällt auf, wenn man nicht halbwegs blind über den Markt rennt. Ich gehe wohl doch einfach lieber auf den Markt- und Schillerplatz hier. Trotzdem ist es eine nette Ecke, die kulinarisch vieles zu bieten hat. Und Blumen, Gemüse, Obst und andere Leckereien gucken ist doch immer schön, egal wo man ist. Auch wenn es hier Absurditäten wie in Plastikfolie eingeschweißte Maracuja gibt. Manches muss man einfach nicht verstehen, egal wo man ist.

Ich habe auf dem Carlsplatz allerdings auch ganz ganz tollen Waldmeister gesehen, den ich zu gerne mit nach Hause genommen hätte. Aber wo kein Platz für Geschirr, da ist auch kein Platz für zarte Pflänzchen. Waldmeister ist nämlich die erste Zutat für die nächste Folge von Stuttgart Vier mal 3!

Hier könnt ihr sehen, welche Zutaten Anja, Judy und ich außerdem für den 17. Mai zusammengetragen haben:

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Im Mai wird die Auswahl an tollem Obst aus heimischem Anbau endlich wieder größer, trotzdem wollten wir in diesem Jahr ein wenig andere Zutaten als im Vorjahr haben, wo beispielsweise Rhabarber und Spinat auch schon dabei waren. Aber auch Zucchini. Deshalb sind diesmal auch keine Erdbeeren als Muss dabei. Erdbeeren können diesmal also andere, wir machen einen auf Mango(ld)! Auch um eine zu große Ähnlichkeit der Beiträge zu den Gerichten/Gebäcken aus dem letzten Jahr zu vermeiden.

Im Frühjahr letzten Jahres hatte ich euch diese Rhabarber Tartelettes mit Spinat, Zucchini-Knusper und Erdbeerkompott serviert:

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Wir finden, dass es trotz fehlender Erdbeeren ein sehr schöner Querschnitt durch den Frühling ist, der mit Zutaten wie Blumenkohl und Waldmeister auch ausreichend Raum für Kreativität und Ungewöhnliches lässt.  Und als weiteren Gegensatz zu 2016, seid auch ihr in diesem Jahr dazu aufgerufen mit euren Kreationen zu einem bunten Stuttgart Vier mal 3-Topf beizutragen!

Wer sich diesen ellenlangen (mit Kurzfassungen habe ich es ja bekanntermaßen nicht so) Beitrag nicht durchlesen möchte, für den gibt es hier nochmals die wichtigsten Spielregeln in kurz und knackig:

Aus den sechs oben vorgegebenen Zutaten, müssen drei ausgewählt und im Rezept verarbeitet werden. Mehr Zutaten sind möglich, weniger nicht. Bitte teilt uns am 17. Mai mit einem Link auf Anjas, Judys oder meinem Blogpost euren Link zum Rezept mit.

Wichtig: ihr müsst nicht zwingend einen Blog haben, jeder darf mitmachen! Aus den vorgegebenen Zutaten solltet ihr einen Gang eurer Wahl kreieren. Ob Vorspeise, Hauptgang, Dessert oder Zwischengänge, ist dabei ganz euch überlassen.

Auf Instagram könnt ihr eure Beiträge gerne mit den Hashtags #stuttgartviermal3 kennzeichnen, damit wir sie auch dort finden.

Daraus lässt sich doch etwas schustern oder nicht? Ich werde mich morgen jedenfalls wieder auf den Markt begeben und die Augen nach mindestens genauso hübschem Waldmeister wie dem vom Carlsplatz offen halten. Der darf dann vorab schon einmal auf meinem Balkon einziehen ehe ich mich dann mit Rezepten daran versuchen werde.

Ich weiß noch nicht genau, welche süße Kombination es letztlich werden wird, freue mich aber wieder sehr auf´s Experimentieren.

Seid ihr dabei?

Liebe Ostergrüße aus dem regnerischen Kessel,

Eure Sonja

Soundtrack: Bruno Mars – It Will Rain (und das tut es auch…)

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  1. Pingback: Auf geht’s Frühling 2017 – Stuttgart vier mal 3 {Frühling No. 2} | *Alltagssterne*

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