Stuttgart Vier mal 3 – Herbstedition: Maronen-Pastinaken Cupcakes mit Birnenchip!

Hinterlasse einen Kommentar
Backen

Maronen liebe ich über alles. Samstags auf dem Stuttgarter Wochenmarkt kaufe ich, wenn es sie gibt, immer gleich ein ganzes Kilo, über das mein Freund und ich uns dann gleichermaßen hermachen. Ganz simpel gekocht und anschließend in mühsamer Kleinstarbeit geschält, wandern sie ohne Umwege direkt in unsere Münder. Meist während wir nebenher eine Serie oder einen unserer Lieblings-Vlogs schauen. Große Favoriten sind Roman Atwood (einer der wenigen männlichen You Tuber, die ich mir ansehen kann ohne davon Agressionen zu bekommen und laut schreiend im Kreis rennen zu wollen), Tea&Twigs mit ihren wunderbaren Videos aus einer meiner liebsten Städte = London, oder aber Good Eatings aus Schweden.

Die Vlogs von Malin liebe ich schon allein wegen der unglaublichen Ruhe, die sie ausstrahlen ganz besonders. Wir schauen sie gerne gemeinsam an. Die Videos sind immer mit wunderbar passender, entspannter Musik unterlegt und regen an, sich dazu einen Tee zu machen, die Decke überzuwerfen, einen Snack parat zu stellen und sich für die folgenden Minuten mit visuellem Seelenbalsam berieseln zu lassen. Jedes davon ist ein Kurzurlaub für meinen Geist und sie machen unglaublichen Appetit auf vegane Köstlichkeiten. Ihr werdet sofort verstehen, warum. Außerdem könnte ich ihrer angenehmen Stimme stundenlang zuhören.

IMG_0300

Süchtigmachende Birnenchips

Wenn Malin kocht oder backt, möchte ich mich sofort mit an den Tisch ihres Heims in der schwedischen Pampa setzen oder zumindest reflexartig in den Bildschirm greifen Ich glaube, das ist ein großes Kompliment. Mit ihrem Freund lebt sie in einem sehr gemütlichen schwedischen Holzhaus mit Kamin. Liebevoll eingerichtet und mit kleinem Garten. Ich möchte mich sofort zu ihr in die Küche stellen und ihr bei der Zubereitung der vielen veganen Speisen helfen. Selbst, wenn ich nur den Part der Kartoffelschälerin übernehmen würde.

Auch solche vermeintlich lästigen Tätigkeiten kann man nämlich mit Liebe tun und daran erinnere ich mich immer wieder. Kartoffeln schälen kann doch überhaupt nicht lästig sein, weil daraus etwas Gutes entsteht. Sei es ein ganz einfaches Gratin Dauphinois (die Franzosen wissen, was gut ist) oder ein Kartoffel-Käsekuchen.

Zurück zur Liebe. Heiße Maroni sind schließlich meine zweitliebste Esskastanien-Speise. Zum Glück gibt es sie auf den Weihnachtsmärkten der Saison gerade sehr zahlreich. Um glücklich zu sein, brauche ich nicht allzu viel, wie man sieht. Kein Schnickschnack. Nicht bei Kastanien. Nicht bei vielem anderen. Klar, dass meine Zutat Nr. 1 für dieses Rezept also Maronen waren. Nummer 2? Diese Schätze hier. Sind sie nicht schön?

Diese hübschen kleinen Birnen brachte mir meine Mutter aus der Pfalz mit. Natürlich haben sie aus diesem Grund auch sehr viel besser geschmeckt als es normale, gekaufte Birnen getan hätten. Ja, so ist das mit der Liebe. Man schmeckt sie immer heraus.

IMG_0015

Dass ich Pastinaken liebe, das kann ich im Gegensatz zu den vorhergegangenen Zutaten leider nicht behaupten. In der Regel lasse ich sie auf dem Markt und im Supermarkt unbeachtet links liegen. Für dieses Rezept habe ich das geändert!

Zum Backen eignen sich Pastinaken schon allein deshalb sehr gut, weil sie von Natur aus eine schöne erdige Süße besitzen und Gebäck, wie viele andere Wurzelgemüse auch, schön saftig machen. Ausprobiert habe ich das jetzt zum ersten Mal, weil die Zutatenliste es erforderte, wie ihr hier sehen könnt:

20171017-StuttgartViermal3-Herbst-Zutatenliste-quer

Die Zutatenliste für den Herbst!

Im Gegensatz zum letzten Jahr wollte ich nicht schon wieder etwas mit Kürbis machen (ja, Kürbis geht eigentlich immer!), Äpfel gehen als totales Unverträglichkeits-No-Go bei Fructose Intoleranz einfach gar nicht und Zwiebeln… nun ja, schon einmal Cupcakes mit Zwiebel-Topping gegessen?

Pastinake macht sich ausgesprochen gut in diesen glutenfreien und fructosearmen Cupcakes! Nächstes Mal packe ich sie wohl in einen Rührkuchen, ein paar davon habe ich ja noch übrig. Jetzt aber erst einmal das Rezept, das schon viel zu lange auf sich warten lässt.

Zutaten für 10-12 Cupcakes:

150g gekochte Maronen, geschält + etwas warmes Wasser

4 Eier (L)

120g Getreidezucker

Prise Salz

100g gemahlene Mandeln

Msp. Vanille

6 EL Kakaopulver

1 TL Weinsteinbackpulver

50g geriebene Pastinak

  1. Den Ofen auf 170 Grad vorheizen und eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen.
  2. Gemahlene Mandeln, Backpulver, Zimt und Kakaopulver vermischen. Die Maronen mit etwas warmen Wasser pürieren bis die Masse streichfähig ist. Eier mit Zucker einige Minuten auf hoher Stufe schlagen bis die Masse hell und schaumig ist. Nun die Maronen-Creme unterrühren und die geriebenen Pastinaken dazu geben. Zum Schluss die Nussmischung zugeben und unterrühren.
  3. Den Teig auf die Förmchen verteilen und auf der mittleren Schiene etwa 25-30 Minuten backen. Bei der Stäbchenprobe sollte kein Teig mehr haften bleiben. Die Muffins aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.

Frosting:

3 Eiweiß (L)

150g Getreidezucker

etwas gemahlene Vanille

  1. Eiweiß und Zucker in einer Schüssel über dem Wasserbad vermengen und bei stetigem Rühren langsam erwärmen bis die Masse eine Temperatur von 65 Grad erreicht hat. Das. Kann. Dauern. Lohnt sich aber!
  2. Anschließend von der Hitze nehmen und mit dem Handmixer so lange mixen bis sich steife Spitzen bilden.
  3. Die gemahlene Vanille dazu geben und die Eiweißmasse mithilfe des Spritzbeutels auf die Cupcakes geben.
  4. Optional: Wer mag, kann das Eiweiß noch mit einem Küchen-Bunsenbrenner abflämmen.

Birnenchips:

1 große unbehandelte Birne

100g Getreidezucker

etwas Zimt

  1. Den Ofen auf 150 Grad vorheizen.
  2. Die Birne waschen und in dünne Scheiben hobeln. Die Scheiben von beiden Seiten im Zimtzucker wälzen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben.
  3. Die Birnen für 20 Minuten im Ofen trocknen, dann herausholen, vorsichtig umdrehen und auf der anderen Seiten für nochmals 15 Minuten trocknen.
  4. Die Chips aus dem Ofen holen und auf einem Gitter auskühlen lassen. Vorsichtig, sie sind sehr heiß und werden schnell fest. Außerdem machen sie süchtig!

Diese Cupcakes sind zugegeben kein neues Rezept, jedoch ein abgewandeltes. Ich habe sie schon oft als S´Mores-Cupcakes mit glutenfreien Keksbröseln on top gemacht. So auch vergangenes Jahr im November zur Kuchenquartett Pop-Up-Bakery im Misch Misch. In der Version finde ich sie absolut unschlagbar und genauso gut sind sie auch angekommen!

IMG_0281

 

IMG_0290

IMG_0300IMG_0314

Ich sollte dringend daran arbeiten, sie endlich auch als S´Mores auf den Blog zu bringen. Das wird nun wohl erst nächstes Jahr geschehen, da die guten jetzt dann eben auch mal wieder Pause haben.

Leider wird sich das mit dem Zeitmangel bei mir noch die nächsten 2-3 Monate ziehen und Beiträge dünn gesäht sein. Dann sind endlich beziehungsweise schon – irre, wie schnell 2 1/2 Jahre vergehen!!! –  meine  schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen zur staatlich anerkannten Übersetzerin für Englisch und Spanisch und ein großer Felsbrocken sowie ein noch weitaus größerer Zeitfresser fallen mir anschließend von den Schultern. Keine Vokabeln mehr, keine Hausaufgaben mehr, keine vorzubereitenden Präsentationen mehr und vor allem: kein Unterricht mehr. Dafür ganz viel Muse für noch ganz vieles mehr.

Da dann eine neue Phase in meinem Leben beginnt, denke ich die letzten Wochen und Monate viel darüber nach, auch auf dem Blog etwas zu ändern. Dieser Wunsch hat sich schleichend manifestiert. Unter anderem, weil sich schon länger einige Rezepte bei mir angesammelt haben, die sich abseits der Kuchentheke abspielen. Es gibt ja noch so unglaublich viel anderes, dass mich viel öfter und wesentlich glücklicher macht als „einfach nur Kuchen“! Versteht mich nicht falsch, ich liebe Kuchen und werde Kuchen backen auch immer lieben. Aber es gibt da draußen noch so viel mehr.

Wie lange will ich schon einfache Basics wie das für meinen liebsten fructosearmen Vanillepudding online bringen oder mein gebackenes Müsli, das ich einfach immer wieder gerne mache und das mir so viele Morgen versüßt hat. Wieso sie nicht mit anderen teilen?

Oder den selbstgemachten Joghurt mit Vanille, der so unglaublich einfach herzustellen ist und den ich über alles liebe, aber schon so lange nicht mehr gemacht habe, weil ich die Menge für Zwei noch nicht so raus habe. Oder den allerbesten luftig lockersten selbstgemachten Frischkäse, für den sich jeder einzelne der zwei Tage Wartezeit lohnt?

Auch hier muss ich noch lernen, wieviel für uns beide ausreichend ist. Denn ich mag es einfach nicht leiden, wenn Lebensmittel schlecht werden und ich sie wegwerfen muss. Lebensmittelverschwendung bricht mir das Herz. Doch man lernt eben tatsächlich nie aus, auch wenn es manchmal weh tut. Meistens tut es das aber nur einmal, weil du weißt wie viel Arbeit oder Zeit dahinter steckt, etwas herzustellen. Doch es lohnt sich immer. Immer.

In diesem Sinne hoffe ich, ihr bleibt mir erhalten. Und vielleicht mögt ihr mir ja auch einfach mal eure Meinung da lassen, was ihr von diesen Gedanken haltet? Es kann doch nie genug Lieblingsrezepte geben, oder?

Habt es schön!

Eure Sonja

 

Küchensoundtrack: Steven Wilson – Refuge

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s