Stuttgart Vier mal 3 – Herbstedition: Kürbis-Buchteln mit Quitten-Birnen Füllung und Vanillesoße!

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Backen

Meine Wochen vergehen im Klausuren- und Arbeits-Rhythmus. Es gibt immer etwas vorzubereiten, immer etwas zu tun, immer etwas, auf das ich hinarbeite. Immer etwas, auf das ich mich hinbewege. Ob ich einen Text für die Arbeit schreibe oder einen Text für die Schule beziehungsweise für meine Zukunft übersetze, immer ist da Buchstabensalat. Gedankensalat. Kopfsalat. Es gibt nur ganz ganz selten Leerlauf.

Und so überschlagen sich die Tage. Manchmal ohne, dass ich weiß wo sie überhaupt bleiben. Manchmal hinke ich sogar mit den Daten hinterher. Welches Datum haben wir heute doch gleich? Eine Woche Hebstferien vergehen wie im Nichts und da sind Tage und Daten dann sowieso zweitrangig. Und dann sind sie auch schon wieder rum. Mit einem Fingerschnipp. Huch? Was, wir haben schon wieder Mitte November? Und wo ist eigentlich der Oktober so schnell hin?

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Die Tage sind so voll aller möglicher Informationen und ich immer konzentriert bei dem, wem oder was ich mich gerade widme, dass ich manchmal denke mein Kopf würde demnächst platzen. Infos hin, Infos her. Wörter hin, Wörter her. Und dann war da vor einer knappen Woche erst die 3. Pop Up Bakery. Nein, schon die dritte Pop Up Bakery! Puh, die Zeit rennt.

Die ersten Vorbereitungen liefen schon knapp zwei Monate vorher. Das ist viel Zeit. Doch wo ist sie hin? Die Testbackerei weit im Voraus, die letzten Besorgungen, der letzte Schliff, die letzten Details. Alles läuft auf einen einzigen Tag hin und wird dann gefühlt ganz urplötzlich konkret, macht einmal ganz laut PENG und ist dann genauso urplötzlich wieder vorbei. Als wäre vorher gar nicht so viel los gewesen. Als wäre vorher gar nicht so viel geschehen.

Nicht groß nachgedacht, da linst auch schon das nächste To-Do um die Ecke. Eine Klausur. Ein Vokabeltest. Eine Präsentation. 8573392ß2932147 Wörter, die auch noch in den Kopf müssen. Und dann ist da ja noch Stuttgart Vier mal 3, das immer näher rückt. Diese schöne Blogaktion mit Alltagssterne und Judysdelight, die sich als einzig wirkliche Konstante durch dieses Blogjahr zieht. Drei Monate für drei Monate. Immer am 16. eines Monats um 18 Uhr. Egal was kommt. Egal was geht. Immer vier Zutaten und immer drei kreative Köpfe.

Und plötzlich ist da auch gar nicht mehr so viel Zeit, aber doch sind ganze drei eigentlich lange Monate seit dem letzten Beitrag vergangen. Also eben doch ziemlich viel Zeit. Nur fühlt es sich für mich eben irgendwie gar nicht so lang an. „Sonja, dein letzter Beitrag ist ja schon drei Monate her?!“

Stuttgart-Vier-Mal-Drei-LogoUnd jetzt ist er doch schon da oder erst, je nachdem wie man´s nimmt, der nächste Beitrag! Und ich sitze hier und lasse mir die jetzt wieder erwärmten Buchteln schmecken, von denen ich vor wenigen Tagen noch hoffte und bangte, dass sie auch ja so klappen, wie ich mir das vorstellte. Manchmal sind Wunschdenken und tatsächliches Ergebnis ja meilenweit voneinander entfernt und meistens exakt dann, wenn nichts schief gehen darf. Wie zum Beispiel vor einer Pop Up Bakery. Da geht dann gerne mal alles schief.

Oder dann, wenn die Zeit für den nächsten abgefahrenen Stuttgart Vier mal 3 Beitrag wieder knapp wird. Verdammte Axt, noch eine Woche? Vielleicht brauche ich diese ablaufende Zeit aber sogar um erst richtig in Schwung zu kommen. Wer weiß? Für „schief gehen“ blieb jedenfalls keine Zeit. Ging nicht. War nicht möglich. Musste doch klappen. Und klappte auch! Wie beruhigend, ich hab das Ganze nicht verlernt.

Doch seit dem letzten Beitrag hat sich einiges verändert. Die Natur zum Beispiel und mit ihr die Zutaten. Beim letzten Beitrag waren wir noch im entspannten Sommermodus mit Auberginen, Beeren, Pflaumen, Tomaten und Co. Können wir den Herbst bitte noch einmal auf Anfang drehen? Oder gleich den Sommer? Jetzt sind wir jedenfalls da, im Herbst angekommen und wir hatten wieder tolle saisonale und regionale Zutaten zur Auswahl.

Die Zutaten für unsere Herbstedition sind:

Kürbis

Quitte

Blumenkohl

Kohlrabi

Trauben

Birne

Ein Schelm wer gleich darauf kommt, welche ich mir wohl ausgesucht habe! Was Anja und Judy daraus ausgewählt haben, erfahre ich erst nach der online Verselbstständigung unserer drei Beiträge heute Abend. Alles was ich bis jetzt weiß ist, dass Anja irgendetwas total Verrücktes am Start haben muss! Damit hat sie mich quasi schon vorher angefixt und gewurmt, denn ich war vom Knacken meiner Lösung zu dem Zeitpunkt noch weit entfernt. Es ist jedes Mal auf´s Neue spannend und macht irre Spaß.

Fies ist das aber deshalb auch, weil wir uns bis zur Veröffentlichung rein gar nichts erzählen dürfen. Gar nix! Aber auch für einen selbst, weil du einfach tuuunlichst aufpassen musst, dass dir auch ja nix zufällig raus rutscht. Von wegen das Ganze auf Instagram teilen! Oder auf Facebook! Wo denkt ihr hin? Aber ich freute mich schlussendlich so über mein Ergebnis und jetzt könnt ihr das vielleicht auch, wenn ihr ein leckeres Rezept für Kürbis-Buchtel-Soulfood sucht. Wenn ich gerade so raus blicke, möchte ich gerne eine Runde warme Buchteln für alle schmeißen. Die helfen bestimmt in jeder Lebenssituation und bei jedem noch so ekligen Schietwetter.

Ich bin auch heilfroh, dass ich auf mein anfängliches Bauchgefühl gehört habe, denn es hat mich letztlich zu einem unfassbar leckeren und schön harmonierenden Rezept gebracht zu dem ich sonst in dieser Form wohl nicht gekommen wäre. Diese Buchteln sind für mich der Inbegriff diesen Herbstes und es gibt nichts, rein gar nichts, was ich an einem verregneten, grauen Tag wie heute lieber essen würde als diese Kürbis-Buchteln mit einer selbst gemachten warmen Vanillesoße!

Es ist ein so einfaches, tiefes Glück mit einer warmen Decke tief eingepackt und Tee schlürfend aus der Wärme in die Kälte zu blicken. Etwas, das ich in letzter Zeit nicht oft so entspannt genieße(n kann). Die ersten Schneeflocken denke ich mir jetzt einfach dazu. Phantasie braucht der Mensch. Und mehr warmes Hefegebäck!

Zutaten für 10-12 Buchteln:

Für Teig und Füllung:

200ml Vollmilch

1 Würfel frische Hefe

500g Mehl

50g Rohrohrzucker

Prise Salz

Geriebene Schale einer halben Zitrone

50g weiche Butter

150g Kürbispüree

1 große Quitte

2 feste Birnen, z.B. Rote Williams

1/2 Vanilleschote

3-4 Pimentkörner

Saft einer halben Zitrone

40g Weinbeeren

2 EL Rohrohrzucker

Vanillesoße:

1/2 Vanilleschote

400ml Vollmilch

100g Sahne

2 Eigelb

40g Rohrohrzucker

2 gestr. TL Speisestärke

Funktioniert so:

  1. Für den Hefeteig die Hefe in die lauwarme Milch bröckeln und unter Rühren auflösen. Mehl, Zucker, Salz, Zitronenschale und Ei in eine große Rührschüssel geben. Die Hefemilch dazu gießen und mit den Knethaken des Handmixers zu einem geschmeidigen Teig kneten.
  2. Die Butter in Stückchen und das Kürbispüree dazugeben und unterkneten bis sich die Zutaten gut vermengt haben. Das kann ein paar Minuten dauern. Den Teig solange kneten bis er sich vom Schüsselrand löst und zu einer Kugel zu formen beginnt. Dann abgedeckt z.B. im Ofen bei eingeschalteter Lampe etwa 45 Minuten gehen lassen.
  3. Währenddessen für die Füllung die Quitte abreiben, vierteln, schälen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Würfel schneiden. Dasselbe macht ihr mit den Birnen. Ich habe Rote Williams genommen, die schmecken schön aromatisch und machen sich hier richtig gut. Quitten- und Birnenwürfel mit Zitronensaft, Vanilleschote, Pimentkörnern und Weinbeeren in einen Topf geben und etwa 10 Minuten dünsten bis die Würfel nicht mehr ganz fest, aber auch noch nicht ganz weich sind. Das duftet! Beiseite stellen zum Abkühlen. Gewürze und Schote herausfischen.
  4. Für die Vanillesoße die Milch mit der halben aufgeschnittenen Vanilleschote aufkochen, vom Herd nehmen und 20-30 Minuten ziehen lassen. Währenddessen den Ofen auf 200 Grad vorheizen und eine Auflaufform für die Buchteln buttern.
  5. Ist der Teig auf die doppelte Größe aufgegangen, einmal kurz auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten, dann zu einer Rolle formen und mit einem Messer 10-12 etwa gleich große Stücke abteilen. In den Händen zu einer Kugel formen, etwas flach drücken, einen Esslöffel Füllung hineingeben, den Teig drüber friemeln und zu einer Kugel formen. Die Teigkugeln anschließend in die Auflaufform geben. Im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene 20-25 Minuten backen, bis die Buchteln oben goldbraun sind.
  6. In einer Schüssel Eigelbe, Sahne, Zucker und Speisestärke glatt rühren. Die Vanilleschote aus der vorbereiteten Milch nehmen und die Eigelbmischung unter stetigem Rühren mit der Vanillemilch aufkochen. Die Soße sollte dann schon etwas eindicken. Vom Herd nehmen und beiseite stellen.
  7. Buchteln noch warm mit Vanillesoße servieren und träumen!

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Aber ehe mir hier noch einer denkt, ich hätte die 4. Zutat neben Kürbis, Quitte und Birne vergessen. Pah, das hab ich nicht! Trauben gibt es zum Glück ja auch in anderen Formen. So hier geschehen hier mit den Weintrauben. Das hab ich mir mal als kreative Freiheit herausgenommen und hoffe von meinen beiden Mädels nimmt mir das keine krumm.

Essen tu ich die Teile allerdings gar nicht gern, weshalb auch ich zu den „Rauspoplern“ gehöre. Fakt ist aber, dass sie einfach einen sehr viel besseren Geschmack an das Gebäck abgeben als, dass man sie weglassen könnte.

Die Buchteln können auch Tage danach noch gut im Ofen bei etwa 150 Grad warmgemacht werden. Falls sie solange überleben. Dann sind sie in Nullkommanix fast wieder wie frisch.

Boahhhh, jetzt aber nix wie hin zu Anja und Judy! Ich kann. und. will. nicht. mehr. warten! Show me all you got, honeys!

Habt es gut!

Eure Sonja

Küchensoundtrack: Heartless Bastards – Only For You

Stuttgart Vier mal 3 – Sommeredition: fructosearmer Auberginen-Schokoladenkuchen mit Beeren!

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Backen / Fructosedingens

Auberginen. Ich kenne so einige Leute, die sich mit diesem Sommergemüse nicht so recht bis überhaupt gar nicht anfreunden mögen. Zum Teil gehöre ich selbst auch zu diesen Menschen. Ob das an deren Konsistenz liegt? Ich weiß es nicht. Ich finde Auberginen vor allem als Graffiti-Version aber wirklich extrem hübsch anzusehen! Auch sonst bin ich eine große Liebhaberin dieser wunderbaren satten, dunklen Farbe. Aubergine, das klingt in meinen Ohren wahrhaft göttlich.

Doch essen mag ich sie am aller aller ALLER liebsten in nur einer einzigen Variante, nämlich im Ofen gebacken. Das Rezept für die so simplen, aber doch so viel hermachenden Ofen-Auberginen mit Joghurt und Minze ist das mit Abstand am häufigsten von mir gekochte Rezept aus dem Buch „Reisehunger“ von Nicole Stich. Es ist simpel und schnell zubereitet, auch nach einem langen Tag oder späten Feierabend. Dicht gefolgt von gebackenem Feta mit Pul Biber und Koulourakia, den griechischen Keksen mit Sesam und Orangenschale. Ein Glück habe ich gerade einen Teller  mit Safran Risotto neben mir stehen, alles andere wäre jetzt fatal… Ja, ich weiß, am Laptop arbeiten und nebenher essen ist kacke. Kommt ja nicht allzu häufig vor bei mir.

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Zurück zur Aubergine. Denn die ist wichtiger Bestandteil der Zutatenliste für die Sommeredition von… ja, ihr ahnt es schon: Stuttgart Vier mal 3! Die Zubereitung der Tartelettes vom letzten Mal kommt mir noch gar nicht so lange her vor, aber es liegen tatsächlich schon wahnsinnige drei Monate dazwischen. Drei. Ganze. Monate. Ohne Bloggerei zwischendrin.

Dass ich lange nicht mehr geschrieben habe, merke ich dann, wenn ich mich so wie heute dann mal wieder hinsetze und es einfach sprudelt und die Finger über die Tastatur huschen obwohl ich mich erst kurz vorher noch gefragt hatte, wie ich denn nun eigentlich anfangen soll? Nach so langer Zeit ohne Schreiberei. Und urplötzlich liegen so viele Worte, so viele Buchstaben vor mir, die völlig natürlich heraussprudeln. Zack, haste dann plötzlich über 1.000 Wörter in den Laptop getippt. Ich wünschte, dass würde in den Spanisch Aufsätzen in der Schule genauso gut funktionieren.

Nein, ich habe das Schreiben entgegen eigener Ängste wohl doch noch nicht verlernt. Genauso wenig wie das Backen. Ein Glück! Denn gebacken wird hier ja quasi ständig. Schon allein all die Brote, die jede Woche durch den Ofen wandern. Dann noch diverse Tartes, die hier alle gar nicht erscheinen. Zudem habe ich meine Liebe für selbstgemachten Joghurt entdeckt, der so simpel herzustellen ist, dass ich mich nur wundern kann, wieso ich nicht eher darauf gekommen bin. Das zeige ich euch aber ein ander Mal. Ehrenwörtchen. Heute geht es nur um Stuttgart Vier mal 3.

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Auberginen-Schokoladenkuchen mit sommerlichem Durcheinander

Wie schon die letzten Male, so habe ich auch diesmal nicht die reinste Ahnung, was Judy und Anja in ihren Küchen gekocht, gebacken, gerührt oder zusammengeschüttelt haben. Ich weiß es einfach nicht. Habe nicht den leisesten Schimmer. Aber auch diesmal bin ich so neugierig wie immer, denn die Zutatenliste lässt eher auf etwas Süßes schließen als auf große Koch-Eskapaden.

Es ist immer wieder spannend, welch unterschiedliche Sichten und Rezepte hier zusammen treffen und was jede von uns aus den gleichen Vorgaben unterschiedliches zaubert. So haben wir bei einem gemeinsamen Kaffeeklatsch bei Anja neulich beschlossen, die Aktion auch im nächsten Jahr fortzuführen. Vermutlich leicht abgeschwächt, aber darüber wird dann bei einem Kuchen und mehreren Kaffees noch ausführlicher konferiert.

Die Zutaten für unsere Sommeredition sind:

Aubergine

Möhren

Kirschen

Beeren

Tomaten

Zwetschgen

Klingt zunächst sehr harmonisch, nicht wahr? Doch zeig mir mal bitte einer eine Auberginen-Möhren-Tomatentarte mit Kirscheinlage?! Ganz klar: das Ganze schreit doch nur so nach Kuchen!

Ich schusterte mir gedanklich die letzten Tage also schon so einen richtig „kalorienarmen“ Käsekuchen mit Ricotta zurecht. Weil Käsekuchen ja bekanntlich immer geht. Obendrauf dann noch weniger Kalorien in Form einer Mascarponecreme mit heftigstem Beeren-, Kirsch- und Zwetschgen-Einsatz. Das kann doch nur geil sein! Doch ich machte die Rechnung ohne Zutat Nummer 4. Da passte dann nur die Aubergine, aber eben nicht in Form eines Käsekuchens. Weil das wäre dann doch auch für mich etwas arg schräg. Mal ganz zu schweigen von der Farbe des Kuchens. Also denn, es sollte ein Auberginen-Schokoladenkuchen mit Mascarpone-Sahnecreme und wildem Beeren-Kirsch-Zwetschgen-Durcheinander sein.

Klarer Fall, dass ich den Kuchen wieder fructosearm haben wollte. Das geht in diesem Fall auch sehr einfach. Me was happy und vielleicht seid ihr es ja auch? Selbstverständlich müssen da keine Zwetschgen drauf, die sind auch nicht so wirklich Fructoseintoleranz-tauglich. Nehmt das, was euch gut tut. Ich finde vereinzelte Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren genauso ansprechend, hübsch anzusehen und lecker.

Zutaten für eine 18er Springform:

1 Aubergine (ca. 250g)

3 EL Sonnenblumenöl

100g fructosearme Schokolade (z.b. Vollmilch von Frankonia)

etwas gemahlene Vanille

Prise gemahlenes Piment (ich habe ein ganzes Korn im Mörser zerstoßen)

Prise Salz

3 EL ungesüßtes Kakaopulver

3 Eier (Größe M)

50g Reissirup

100g gemahlene Mandeln

1 EL Speisestärke

Für den Belag:

200g Mascarpone

100g Schlagsahne

3 EL Trauben- oder Getreidezucker

Handvoll Kirschen

Handvoll Brombeeren

Handvoll Blaubeeren

ein paar Zwetschgen und/oder Mirabellen

Funktioniert so:

  1. Den Boden der Springform mit Backpapier belegen und die Ränder einfetten. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
  2. Auberginen waschen, halbieren und mit etwas Sonnenblumenöl bestreichen. Einzeln mit Alufolie umwickeln und auf einem Backblech in der Ofenmitte etwa 30 Minuten garen. Anschließend herausholen, auspacken und etwas abkühlen lassen.
  3. Die Schokolade hacken und mit dem restlichen Öl, dem Piment und etwas gemahlener Vanille unter Rühren schmelzen lassen. Zum Schluss das Kakaopulver unterrühren.
  4. Den Ofen auf 180 Grad schalten. Das Fruchtfleisch der Auberginen mit einem Löffel herauskratzen und pürieren.
  5. Die Eier trennen und die Eiweiße mit etwas Salz steif schlagen. Ich reibe dazu meine Rührschüssel vorher noch mit einer halben Zitronen ein, das gibt gutes Karma. In einer anderen Schüssel die Eigelbe mit Reissirup und dem Auberginenpüree verrühren, die geschmolzene Schokoladenmasse unterrühren. Zuletzt den Eischnee, die gemahlenen Mandeln und die Stärke vorsichtig mit einem Teigschaber unterrühren.
  6. Den Teig in die Form geben und 30-40 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Wenn an der Stäbchenprobe nichts mehr haften bleibt, ist der Kuchen fix und fertig. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und aus der Form lösen. Den Kuchen vollständig abkühlen lassen.
  7. Für den Belag die Sahne steif schlagen und unter die schon etwas aufgeschlagene Mascarpone rühren. Zucker nach Belieben hinzufügen und die Masse locker auf dem komplett ausgekühlten Kuchen verstreichen. Mit Beeren, Kirschen und was ihr mögt belegen und et voilá!

Fertig ist der kleine Kuchentraum. Ich frage mich, wieso ich nicht schon eher Schokoladenkuchen mit Aubergine gebacken habe? Der Kuchen ist dadurch wahnsinnig saftig und schmeckt absolut traumhaft. Aubergine und Schokolade zusammen mit dunklen Sommerfrüchten sind eine hervorragend zusammenpassende Kombination. So hinterher gesehen.

Außerdem ist der Kuchen glutenfrei, da ohne Mehl gebacken und in diesem speziellen Fall heißt das das genaue Gegenteil von trocken und brüchig. Ohne Zwetschgen ist er auch noch fructosearm. Hach, was will man denn bitte mehr?

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Bleibt mir nur zu sagen: Pah, was Zucchini im Kuchen kann, kann Aubergine schon lang! Probiert es aus und ihr werdet nicht enttäuscht werden.

Und nun lasst uns wie auch die letzten Male schon freudig zu den Alltagssternen und Judysdelight springen um zu sehen, was die beiden Schönes aus unserer gemeinsam zusammengeschusterten Sommer-Zutatenliste gemacht haben, wer ist dabei?

Süße Grüße

Sonja

Küchensoundtrack: Devendra Banhart – Freely

Stuttgart Vier mal 3 – Frühjahrsedition: Rhabarber Tartelettes mit Spinat, Zucchini-Knusper und Erdbeerkompott!

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Backen / Fructosedingens

Willkommen zu einer neuen Runde „Abgedrehte Kuchen, die du dir in deinen kühnsten Träumen nicht vorstellen würdest“! Es geht weiter mit der Frühjahrsedition von Stuttgart Vier mal 3, der gemeinsamen Blogaktion von Anja Alltagssterne, Judy von Judy´s Delight und mir oder auch, den drei Verrückten, die unmöglich anmutende Kombinationen für sich entdeckt haben.

Stuttgart Vier mal 3 erscheint alle drei Monate zeitgleich auf unseren Blogs. Wir kochen und backen jede allein für sich und für die jeweils anderen bis zum Schluss streng geheim vor sich hin. Welche Zutaten wählt Judy wohl aus? Bereitet Anja ein Vorspeise, ein Hauptgericht oder ein Dessert zu? Ich habe nicht die reinste Ahnung.

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Das Ganze geschieht anhand einer saisonal und möglichst regional ausgerichteten, ganz analog gemeinsam erstellten Liste an Obst- und Gemüsesorten. Vier davon sollen in einem Rezept unterkommen. Klingt einfach, isses aber nicht unbedingt. Vor allem für mich als Backblogger ist das Tätigkeitsfeld schon recht begrenzt und hat mich diesmal wirklich ins Schwitzen kommen lassen.

Genau drei Monate sind vergangen seit unserem Auftakt und meinem SüßKartoffelkuchen und es kommt mir beinahe so vor als wäre es erst gestern gewesen. Wahnsinn, wie die Zeit rennt. Das Datum hatte ich zwar immer vor Augen, doch ich bin einfach nicht von der Muse geküsst worden und wusste bis vorgestern nicht so recht in welche Richtung es diesmal kuchentechnisch bei mir gehen sollte. Ich lasse euch mal einen Blick auf unsere Frühjahrs-Zutatenliste werfen, damit ihr ein bisschen besser versteht, was die Schwierigkeit war:

Rhabarber

Bärlauch

Spargel

Lauch

Spinat

Erdbeeren

Champignons

Zucchini

JACKPOT! Ich weiß nur nicht für wen?!

Der Frühling ist zwar da und es kommt zweifelsohne immer mehr frisches Obst und Gemüse aus der Region auf den Markt, doch das erleichtert die Entscheidung für vier bestimmte Zutaten keineswegs. Unsere zur Auswahl stehenden leider auch nicht, wie ihr euch vielleicht denken könnt. Entschieden habe ich mich für Erdbeeren, Rhabarber, Spinat und getrocknete Zucchini.

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Was zum Geier sollte ich daraus nur machen? Nun, ich hätte theoretisch ein Zucchini-Spinatbrot mit Erdbeer-Rhabarber Konfitüre machen können. Hätte. Können. Ein bisschen mehr wollte ich aus der Sache dann aber doch herauskitzeln. Mit einem Brot und so einfach wollte ich mich nicht aus der Affäre ziehen. Da musste noch mehr gehen!

Vor gefühlten 32858701 Jahren hatte ich zusammen mit Miss Blueberrymuffin und Sonja vom Zauberhaften Küchenvergnügen in Dortmund bereits ein sehr leckeres Törtchen mit Spinat im Biskuit und einer leichten Zitronencreme gegessen. Das Obst stand natürlich sofort fest, denn was passt im Frühling besser zusammen als Erdbeeren und Rhabarber? Bärlauch und Spargel? Ein Törtchen mit Knoblaucharoma gefällig? Ja?

Spinat und Zucchini sind die einzigen Gemüsesorten unter den jetzigen Protagonisten, die meinem Obst einen geschmacklich dezenten Rahmen bieten konnten, so dass die – sagen wir mal – „Chicks“ unter den obigen Zutaten voll im Mittelpunkt stehen können. Aber was zur Hölle sollte ich damit anstellen, wie das alles stimmig unter einen Hut bekommen? Wie es auch für das Auge schön gestalten? Wie es ansprechend und hübsch aussehen lassen und nicht gemüsig überladen? Wie das Ganze harmonisch zusammenführen und, was am allerwichtigsten ist, das Gesamtwerk letztlich gut schmecken lassen? Nicht. Allzu. Einfach.

Mein erster Kuchen war dermaßen irritierend für das Auge, dass ich es nicht über mich gebracht hätte meinen Spinat-Cheesecake mit Zucchini-Knusperboden hier auf den Blog zu stellen. Obwohl er sehr lecker schmeckt! Das Problem daran war nur, dass er schlichtweg wie eine herzhafte Quiche mit Schnittlauch aussah. Kennt ihr das, wenn Geschmack und Aussehen so vollkommen voneinander abweichen, dass euer Kopf einfach nicht damit klar kommt?

Für den Fall, dass dieses Experiment nicht so klappen sollte, wie ich mir das vorstellte, hatte ich mir die Zutaten extra noch doppelt gekauft ehe ich am Ende ohne da stehe. Man weiß ja nie. Und immer dann, wenn nichts schief gehen darf/soll, geht natürlich am allermeisten schief. Ihr kennt das.

Wegen der Arbeit wusste ich schon, dass es so oder so auf eine Nachtschicht hinauslaufen würde, aber dass ich um 0:30 Uhr mit einem fertigen Kuchen dastehen würde, auf den ich einfach nicht klar komme, hat mir kurz die Panik ins Gesicht geschrieben. Viel Zeit war nicht mehr und eine Kreation musste unbedingt her. Auf keinen Fall wollte ich mich von diesem Kuchen und vor dieser Herausforderung unterbuttern lassen.

Im hinterletzten Eck schlummerte da noch die Idee von Mürbteig-Tartelettes, aber das Zucchini-Unterbringungs-Problem hatte ich noch immer nicht gelöst. Bis es mir dann um 1 Uhr morgens wie Schuppen von den Augen fiel. Ich brauchte einen Rahmen für den Rhabarber und zum Törtchen mache ich mein heiß geliebtes Erdbeerkompott!

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Okay Sherlock, dann packen wir die getrockneten Zucchini in Streusel (was für mich insofern total neu ist, als dass ich einfach keine große Streuselfreundin bin) und den Spinat dann in den Mürbteig! Gut, das könnte klappen. Ich fing also an zu kneten und zu beten, es musste einfach klappen und es musste einfach lecker schmecken. Vor allem musste es diesmal auch fructosearm werden. Kann nicht sein, dass das nicht klappt.

Und es klappte! Am Rande des Wahnsinns hätte ich sonst auch für nichts garantieren können. Es gab einfach keine andere Option. Ich kochte dann direkt um  halb 3 in der Frühe noch das Kompott, beseitigte das schlimmste Chaos und warf mich um 3 Uhr morgens ins Bett.

Das schlimmste war jedoch, dass ich mit dem Probieren warten musste bis die Fotos gestern früh im Kasten waren… Ich hatte ja nur vier Tartelettes und brauchte potentiell alle vier für die Fotos. Das ist wirklich Käse. Hartes Foodblogger Leben. Ein Glück hat es sich gelohnt und jetzt kann ich sehr zufrieden und geschafft sagen:

JA, es ist möglich aus Rhabarber, Zucchini, Erdbeeren und Spinat ein äußerst leckeres Törtchen hinzubekommen!

Zutaten für vier Tartelettes á 13cm:

Teig:

250g Mehl

125g kalte Butter, gewürfelt

70g Getreidezucker

1 Ei

Handvoll Spinat (gewaschen und in der Küchenmaschine zerkleinert)

Streusel:

10g getrocknete Zucchinischeiben (z.B. von PÄX)

50g Mehl

30g weiche Butter

25g Getreidezucker

Msp. gemahlene Vanille

Füllmasse:

4 mitteldicke Stangen Himbeer-Rhabarber (den müsst ihr nicht schälen)

4 EL Getreidezucker

50g weiche Butter

90g Getreidezucker

Prise Salz

1 Ei

1 1/2 TL Backpulver

90g Mehl

Erdbeerkompott:

500g Erdbeeren

4 EL Getreidezucker

Saft einer halben Limette

Vanilleschote

  1. Für den Mürbteig Mehl, Zucker und Butter miteinander verkrümeln. Das Ei hinzugeben und zu einem geschmeidigen Teig kneten, zuletzt den gehäckselten Spinat unterkneten. Den Teig evtl. kurz in den Kühlschrank stellen.
  2. Die getrockneten Zucchinischeiben mit dem Nudelholz verkloppen bis sie sich freiwillig (ver)krümeln. Dann alle Zutaten miteinander zerkrümeln und beiseite stellen.
  3. Zuerst den Rhabarber waschen und in Scheibchen schneiden. Wenn ihr Himbeer-Rhabarber habt, dann müsst ihr ihn nicht schälen. Falls ihr normalen Rhabarber nehmt, empfiehlt sich das unbedingt. Den Rhabarber zusammen mit vier Esslöffeln Getreidezucker vermischen und zum Saft ziehen beiseite stellen
  4. Butter, Zucker und Prise Salz mit dem Handmixer verrühren, dann das Ei hinzugeben und unterarbeiten. Mehl und Backpulver mischen und ebenfalls unter den Teig ziehen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  5. Die Tartelette-Förmchen buttern und mit dem Mürbteig auskleiden. Ist er nicht willig, drückt ihr ihn einfach hinein. Jetzt die Füllmasse gleichmäßig auf die Förmchen aufteilen und verstreichen. Die Rhabarberstückchen darauf verteilen und zuletzt die Streusel darauf geben. Da ich, wie schon erwähnt, keine riesige Streuseltante bin, habe ich nicht die gesamte Streuselmenge verbraucht. Das könnt ihr aber handhaben wie ihr mögt.
  6. Die Tartelettes auf der mittleren Schiene ca. 25 Minuten backen, dann den Ofen ausschalten und einen Spalt weit offen lassen. Die Küchlein langsam kalt werden lassen. FERTIG!
  7. Die Erdbeeren waschen, putzen und das Grün entfernen. Zusammen mit dem Getreidezucker in einen Topf geben und sanft erwärmen. Nach etwa 5 Minuten sollten die Beeren schon etwas Saft gelassen haben. Weitere 5 Minuten köcheln lassen und anschließend mit einer Gabel zerdrücken. Das Kompott weitere 15 Minuten sirupartig einköcheln lassen, dann entweder in ein sterilisiertes Glas oder eine Tupperdose umfüllen. Das Kompott esse ich auch gerne morgens im Naturjoghurt, schmeckt tausendmal besser als fertiger Erdbeerjoghurt!

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Entschuldigt heute so viel Text, aber erstens erfolgt das ganze aus Gründen und zweitens hat sich die letzten Wochen auch ganz schön viel Text in mir angestaut und der muss raus.

Das beste an diesen Küchlein ist, und sie wurden gestern bei der Gitarrensession im Schlosspark mit Freunden allgemein abgenickt, dass ihr sie selbstverständlich auch mit ganz normalem Haushaltszucker und auch ohne Spinat und ohne Knusperzucchini zubereiten könnt. Alltagstauglichkeit ist schließlich immer ein wichtiger Faktor und nicht jeder hat Bock auf ausgefallene Extra-Ingredienzen. Versteh ich total gut.

Aber wisst ihr was? Letztendlich ist es dann komplett mit mir durchgegangen: aus den „Erdbeerabfällen“, also den zuvor absolut brutal abgetrennten Köpfen und dem Grün der Erdbeeren habe ich auch noch einen Tee zubereitet. Und ihr könnt das ebenfalls, wenn ihr es ebenso schön findet, am besten alles von einer Frucht zu verwerten.

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Wie das geht? As easy as this:

Grün und evtl. noch daran hängendes Fruchtfleisch auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech bei 120 Grad 50 Minuten trocknen. Fertig ist der Erdbeerblätter Tee! Anschließend in einem hübschen Weckglas aufbewahren oder sich zum Kuchen gleich einen Tee aufbrühen.

Kleiner Tipp: Ich empfehle noch etwas Fruchtfleisch am Grün zu lassen und es so zu trocknen. Das gibt dann noch etwas mehr Erdbeeraroma.

So, das reicht dann nun aber mit der Experimentalküche für heute oder vielleicht auch direkt für diesen Monat. Man soll es ja nicht immer gleich übertreiben, hab ich gehört. Man soll auch mal die Füße still halten, hab ich gehört. Wobei… das geht nicht, denn mich interessiert ja brennend was Judy und Anja aus unseren Frühjahrszutaten gezaubert haben!

Bis bald,  habt es gut!

Eure Sonja

Küchensoundtrack: Devendra Banhart – Baby

Happy Baking: fructosearme und glutenfreie Schokoladen-Macadamia Flans!

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Backen / Fructosedingens

Hi! Ja, ich bin es wirklich! Ich schicke euch heute ein kurzes Hallo aus der Versenkung und inmitten von Hausaufgaben, Klausurvorbereitung, Klausurnachbereitung, Vokabel Lernerei, meiner bevorstehenden Spanientrip-Planung und der Arbeit, die mich die letzte Zeit etwas arg unter sich verbuddelt haben. Geplant war das so nicht, aber nun ja… so ist das eben von Zeit zu Zeit, nicht? Manchmal genieße ich dann auch lieber den Moment anstatt wieder Stunden vor dem Laptop zu sitzen. Wenn der Sommer und die Ferien erst einmal da sind, wird sich das sicher wieder ändern, denn nicht nur die Kamera fehlt mir sehr…

Natürlich bin ich heute nicht mit leeren Händen aufgekreuzt. Nein, ich habe euch heute fructosearme und glutenfreie Macadamia Flans mitgebracht. Frisch aus dem Ofen! Der Hals kratzt gerade, doch die Wohnung duftet ganz wunderbar nach Schokolade. Und Schokoladenduft bringt sicherlich mehr als Kräuter zu inhalieren und macht ganz nebenbei enorm glücklich.

Wanderbuch Logo

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Heute geht es tatsächlich in die dritte Runde der sich wohl langsam zum alljährlichen Ereignis entwickelnden Wanderbuchaktion meiner lieben Freundin Karen von Karens Backwahn. Bei ihr ist der Blogname Programm und ich freue mich auch dieses Jahr wieder mit einem Beitrag dabei zu sein, danke Karen! Das Buch habe ich diesmal von der lieben Nici von Klitzekleinfein zugeschickt bekommen, die einen sündhaft aussehenden Kakaokuchen mit exotischen Früchten gebacken hat. Davon könnte ich nun auch fünf Stück vertragen.

Wer hat denn hier schon einmal glutenfrei gebacken? Ich habe oft das Gefühl, dass das Ganze zwangsläufig meist in furztrockenem (sorry, not sorry!), endlos staubendem Gebäck endet, was immer sehr schade ist. Sehr ungern benutze ich dafür auch diese fertigen glutenfreien Mehlmischungen, weil ich stark das Gefühl habe darin liegt der Hund begraben. Dem Mehl fehlt es selbstverständlich am „Kleber“ und an der Geschmeidigkeit von herkömmlichem, nicht glutenfreiem Mehl und das merke ich hier einfach ganz besonders. Vermutlich würde ich mich backtechnisch nicht anders als dieses Fertigmehl verhalten, wäre ich 7 Tage durch die Atacama Wüste gepilgert.

Das Buch „Happy Baking“ des GU Verlags möchte das genaue Gegenteil davon beweisen und schafft das bislang auch. Franziska Schweiger, von der ich bereits ein sehr schönes Plätzchenbuch mein Eigen nennen darf, zeigt wie es richtig geht. In dem Buch sind viele Tipps enthalten, mit denen man schön saftige und alles andere als staubtrockene Teige zaubert.

Kreatives Backen geht nämlich auch sehr gut „ohne“, ich weiß das. Das Buch beantwortet Fragen nach dem richtigen Aufgehen von glutenfreiem Hefeteig oder welche zunächst vielleicht ungewöhnlichen Mehle man abseits der fertigen Mischungen verwenden kann. Und da ist vieles möglich. Sie zeigt wie man glutenfreien Mürbe- und Rührteig herstellt, aber auch wie man einen schönen Hefe- oder auch Biskuitteig hinbekommt.

„Happy Baking“ ist Ratgeber und Backbuch in einem, wie das im Idealfall eben sein sollte und ich bin mir ganz sicher, dass jede glutengeplagte Person sich unheimlich über einen Kuchen aus diesem Buch freuen würde, eben weil der Markt bei weitem noch nicht das beste aus glutenfreiem Gebäck herausgeholt hat. Ein Markt, der in Sachen Fructose Intoleranz bislang auch noch nicht sehr viel mehr als ein verhaltener Witz ist. Ich denke jede/r Betroffene wird mir da zustimmen.

An glutenfreien Hefe- sowie Mürbteig habe ich mich bislang noch nicht getraut. „Ohne“ backen ist zweifelsohne ein sehr spannendes Feld. Deshalb freue ich mich auf weitere Experimente der zwar eher seltenen, aber nicht unmöglichen Kombination aus glutenfrei und fructosearm. Es ist doch immer schön, wenn man mehrere Problemfälle so einfach wie heute lösen und damit jemand anderen oder auch mal sich selbst glücklich machen kann. Auf geht´s, Kinners!

Zutaten für 4-6 ofenfeste Förmchen:

80g Macadamia Nüsse

130g fructosearme Zartbitterschokolade

110g Butter

abgeriebene Schale einer Bio-Orange

4 Eier (L)

150g Getreidezucker

2 TL Speisestärke oder Johannisbrotkernmehl

Prise Meersalzflocken

etwas zusätzliche Butter sowie Kakaopulver zum Ausstreuen der Förmchen

Funktioniert so:

  1. Die Förmchen mit Butter einfetten und mit Kakaopulver ausstreuen. Die Macadamia Nüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Fett leicht anrösten, dabei immer wieder schwenken damit sie nicht verbrennen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Anschließend fein mahlen. Durch das Rösten bekommen die Nüsse mehr Aroma.
  2. Die Schokolade grob hacken und mit der Butter im Wasserbad schmelzen. Die geriebene Orangenschale mit hineingeben, einmal umrühren und zur Seite stellen. Währenddessen den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  3. Eier, Zucker und die Prise Salz mit einem Schneebesen von Hand kurz verrühren. Die gemahlenen Nüsse mit der Speisestärke vermengen und unter die Eiermasse ziehen. Zum Schluss noch die geschmolzene Schokolade unterheben.
  4. Den Teig in die Förmchen füllen und auf der mittleren Schiene etwa 15-20 Minuten backen. Der Teig sollte souffléartig aufgehen und wird hinterher wieder etwas in sich zusammenfallen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann auch eine Stäbchenprobe machen. Der Teig ist innen saftig und weich, sollte jedoch trotzdem nicht mehr am Stäbchen hängenbleiben. Fertig!

In dem Buch sind zwar noch eine Menge mehr und auch jahreszeitlich viele noch passendere Kuchen mit Beeren enthalten, jedoch hatte ich für diese Küchlein schon alles zur Hand und das hat letztlich den Ausschlag für mich gegeben ihnen den Vorzug zu geben.

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Sie sind wahnsinnig einfach fructosearm abzuwandeln, da ich vermute, dass auch andere Fructose Intolerante diese Zutaten bereits im Vorratsschrank haben. Sie sind fix zusammengerührt und machen dafür einiges her, vorallem wenn man mit dem Löffel in ihr fluffiges Innenleben gerät. Huch!

Die inneren Werte zählen manchmal eben doch! Und da ich mir das Ganze nun selbst eingebrockt habe, gehe ich es nun auf dem Balkon und in der Sonne mit einem Kaffee auslöffeln. Hach, das Leben kann ja SO anstrengend sein…

Das Buch gebe ich hiermit weiter an meine quasi die-Straße-runter-Nachbarin Lisa von What´s Cooking, Lisa? und bin gespannt, welches Rezept sie sich wohl aus dem Buch aussuchen wird.

Vielleicht ja die Blaubeer Tarte mit Ricotta und Zimt oder aber die wirklich unverschämt gut aussehende Aprikosentarte mit Quark-Öl Teig? Die wäre es bei mir auch beinahe geworden.

Habt es fein,

Eure Sonja

Küchensoundtrack: Douglas Dare – Caroline