Es warten rosige Zeiten: göttliche Erdbeer-Rosentarte mit Pistazien!

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Backen

Das Leben des, in freier Wildbahn, allgemein bekannten so genannten gemeinen Foodbloggers ist echt hart. Am laufenden Band wird man mit Essen und interessanten, neuen Geschmackskombinationen konfrontiert. Überall gibt es etwas zu probieren. Ständig hat man Leckereien vor der Nase. Ständig! Bei privaten Festlichkeiten wird man immerzu dazu verdonnert etwas Süßes, Salziges, Luftiges, Schweres, Leichtes und manchmal sogar Gesundes mitzubringen. Immer dasselbe Spielchen. Andauernd fotografiert man ungemein toll aussehendes Essen, von dem man bis dahin womöglich noch nicht einmal die Gelegenheit hatte zu kosten. Vor allem bei Kuchen und Gebäck kann das superfies sein. Erst heute wieder festgestellt. Echt gemein!

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Trotz der Tatsache, dass ich diese Erdbeer Rosentarte – einvernehmlich auf meiner Facebookseite von euch gefordert – in den letzten Wochen schon mehrfach und auch für meine erste Pop Up Bakery zusammen mit den Mädels Elena, Judy und Natalie aka Kuchenquartett 0711 gebacken habe, ist es mir bei keiner der Tartes dermaßen schwer gefallen mich selbst zusammenzureißen, sie nicht sooooofort, jetzt und hier komplett aufzuessen. Ok, bei einer Pop Up Bakery kommen bereits angenagte Kuchen nicht so gut und komplett leere Tortenplatten sehen ebenfalls wenig schmuck aus.

Am Pfingstmontag steppte ich zur Verbloggung dieser Tarte-Lady also durch die Küche. Knetete den Mürbteig – dazu gibt es weiter unten noch ein paar Worte mehr – und freute mich schon auf die später folgende Fotosession, denn die Sonne schien, es war warm, ich war total entspannt und es war einfach ein schöner Tag, bis… Ja, bis plötzlich der Platzregen einsetzte und es Nacht wurde über Stuttgart. Ähm, so war das aber nicht abgemacht, ja?

Vor lauter Entsetzen und geistiger Umnachtung vergaß ich mit der Kamera ein Bild von der Tarte zu machen ehe sie ihren Schönheitsschlaf im Backofen machen konnte. Ihr werdet aber auch bei diesem Instagram Foto von mieser Qualität verstehen, wieso dann wortwörtlich doch noch die Sonne in meiner Bude aufging:

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Ein Bad im Ofen, aprikosige Bebauchpinselung (ja meine Kuchenkinder haben es gut bei mir), mehrere Fotos und einige laute Schmachtseufzer später endlich der Anschnitt. Himmel…! Ich habe gerade mal ein Foto mit einem der Kuchenstücke auf einem Teller schießen können (das mir nicht so gut gefällt als das ich es hier zeigen mag) und dann ging nichts mehr.

Ich musste diese Tarte probieren. Geht nicht anders. Wenn ich sie doch eh schon anschneide, wieso dann nicht auch einfach direkt… probieren? Muss ich ja sowieso. Nicht, dass ich nicht ohnehin schon wüsste wie sie schmeckt, aber nun ja… Jede Tarte ist anders, ihr versteht. Also stand ich da auf dem Schemel, Kamera in der einen Hand, Kuchen in der anderen Hand und Tarte auf meinem vor den Balkon geschleppten Nachttisch. Die Arbeit muss ja trotzdem weitergehen und siehe da, es wurde auch wieder Tag mitten am hellichten Tag.

Wenn ich euch nun also die Tarte beschreiben müsste, würde ich exaktamente diese drei Worte benutzen: backt. sie. nach. unbedingt und hier und jetzt und sofort! Ohne Scheiß! Die Erdbeerzeit ist endlich da und muss genutzt werden. Was läge da näher als Kuchen damit zu backen? Oder aber, wie man hier in Schwaben so schön secht: Breschtlings Gsälz. Das werde ich selbstredend auch noch tun, an einem anderen Tag.

Zutaten für eine Form á 24cm:

Für den Mürbteig:

250g Mehl

125g kalte Butter, klein gewürfelt

70g Rohrohrzucker

1 Ei

Für die Füllmasse:

50g weiche Butter

70g Rohrohrzucker

1 Ei

1 1/2 TL Backpulver

90g Mehl

1-2 TL Rosenwasser

1-2 Handvoll Erdbeeren, geputzt und halbiert

gehackte Pistazien

2EL Aprikosenkonfitüre

1-2 TL getrocknete Rosenblütenblätter, wer mag

Funktioniert so:

1. Den Backofen auf 160 Grad vorheizen und eine Tarteforn gut buttern.

2. Für den Boden gebt ihr Mehl, Zucker und die klein gewürfelte Butter in eine Schüssel und verarbeitet es zu einer krümeligen Masse. Wenn ihr ebenfalls per Hand knetet, ist es wichtig, dass die Würfel sehr klein sind, das klappt wunderbar. Anschließend das Ei zugeben und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und die Tarteform damit auslegen.

Hier gilt: was nicht passt, wird passend gemacht. Falls also der Teig doch mal nicht so will wie ihr, drückt ihr ihn eben in die Form. Alles kein Problem.

3. Für die Fülle weiche Butter und Zucker mit dem Handmixer verrühren, anschließend das Ei unterarbeiten. Mehl und Backpulver mischen und zusammen unter den Teig geben, 1-2 TL Rosenwasser ebenfalls hinzugeben und nochmals kurz durchmixen.

4. Die Füllmasse mithilfe eines Teigschabers auf dem Boden verteilen. Die Fülle wird euch zu wenig und zu dünn für die Tarte erscheinen, aber don´t worry, sie geht im Ofen noch sehr gut auf. Die Erdbeeren darauf verteilen, je mehr desto saftiger wird euer Kuchen hinterher. Die gehackten Pistazien auf der Tarte verteilen.

5. Auf der mittleren Schiene des Ofens ca. 35 Minuten, eventuell etwas länger, backen. Nach gelungener Stäbchenprobe den Ofen ausschalten und den Kuchen noch einige Minuten im Ofen lassen.

6. Die Tarte aus dem Ofen holen und einige Minuten abkühlen lassen. Währenddessen 2 EL Aprikosenkonfitüre in einem kleinen Topf erhitzen und mithilfe eines Backpinsels die noch warme Tarte damit glasieren. Die Tarte vor dem Servieren mit getrockneten Rosenblüten (gibt es z.B. bei Madavanilla) bestreuen, fertig!

Das Originalrezept, welches ich etwas abgewandelt habe, ist heute aus einem anfangs für sehr unscheinbar gehaltenen Backbuch, dass ich vor etwa zwei Jahren von einer guten Freundin zum Geburtstag bekommen habe: Backen mit Leidenschaft von Isidora Popovic, die in London 1999 auch eine kleine Backwarenmanufaktur, Popina, eröffnet hat. Beim nächsten London-Trip steht der Laden ganz oben auf meiner Liste.

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Unscheinbar ist das Buch aber nur auf den ersten Blick, gebacken habe ich vor allem die letzten Wochen mehrfach daraus. Ganz besonders die Tartes haben es mir angetan und der Mürbteig aus Popina´s Buch ist bislang mein ungeschlagener Allzeit-Favorit, weil er einfach und in Nullkommanix fabriziert ist und ich kein einziges weiteres Krümelchen Mehl beifügen muss. Ich muss überhaupt gar nichts an dem Teig verändern.

Wer da tatsächlich noch fertigen Mürbteig kauft, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. *hust* Schneller, einfacher, günstiger und zugleich besser geht nun wirklich nicht. Ich knete noch immer per Hand und dieser Teig wird einfach toll geschmeidig und lässt sich prima verarbeiten. Lediglich den Zucker habe ich sowohl beim Teig als auch bei der Fülle etwas reduziert und möchte hier kurz anmerken, dass diese Tarte nicht fructosearm ist.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Backen und lasst mich doch an den Ergebnissen unbedingt teilhaben.

Bis bald

Eure Sonja

Küchensoundtrack: New Found Land – The Hunter

2 Comments

  1. Sieht absolut köstlich aus – und klingt auch so!
    Ganz herzliche und liebe Samstagsgrüße
    von der Traude
    ✿ܓܓ✿ܓ✿ܓ✿ ♥♥♥♥ ܓܓ✿ܓ✿ܓ

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