Stuttgart Vier mal 3 – Herbstedition: die Zutaten!

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Backen

Heute möchte ich gar nicht viel schreiben. Ich bin nicht gut darin, mich kurz zu fassen und schon gar nicht schriftlich, mit einer Ausnahme: spanische Klausur-Aufsätze. Das ist eine der Tatsachen, die ich in meiner noch jungen Karriere als Redakteurin bereits über mich selbst gelernt habe und somit auch eine der Baustellen, deren Schräubchen ich noch fein justieren muss. Wie das Gelernte sich auf den Blog auswirken wird, weiß ich noch nicht genau. Mein Schreibstil an sich gefällt mir nämlich ziemlich gut. Hier auf dem Blog artet das „sich nicht kurz fassen können“ aber immer etwas aus, weil es niemanden gibt, der mich stoppen kann!

Ganz besonders gut musst du die Schräubchen drehen und ölen, lösen und wieder von Neuem zudrehen, wenn du einen 3-Seiten-Artikel mit lediglich einem einzigen Wort als Titel versehen muss. Dieser muss natürlich (alles andere wäre doch auch sterbenslangweilig, nicht?) den gesamten Inhalt des Beitrages treffend widerspiegeln. Nicht. So. Leicht. Letztlich aber doch möglich. Mit Geduld, Kreativität, Wortspielerei, Wortschieberei, Einfallsreichtum und Schweiß. Ein Glück muss ich das hier auf dem Blog nicht.

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Doch ehe ich abschweife. Kinners, es geht um Stuttgart Vier mal 3. Mal wieder. Hier kommt gerade ja auch nichts anderes auf den Tisch und das geht gerade auch einfach nicht anders. Die Zeit rast auch so schon. Und irgendwie können wir alle drei – Judy und Anja und ich und vielleicht auch du – nicht glauben, dass das „Stuttgart Vier mal 3“-Jahr mit dem nächsten Beitrag und einem Paukenschlag schon zu seinem Ende kommt. Wer hat bitte die Zeit vorgespult?!

Ich möchte euch aber die Zutaten für kommenden Monat nennen, wenn mit einem Querschnitt der heutigen Bestandteile und einem hoffentlich exorbitanten Synapsenknaller (wer will an dieser Stelle schon wieder das Wörtchen „lecker“ lesen, wenn es so viele weitere schöne Begriffe gibt?) das Herbstgericht unserer und eurer Wahl, online geht.

Ja, du darfst mitmachen!

Wie? Suche dir aus der folgenden Liste drei Zutaten deiner Wahl aus, schwing den Rührbesen oder die Schöpfkelle und kreire – eines der Worte, die ich übrigens irgendwie ziemlich schlimm finde – daraus ein Gericht ganz nach deinem Geschmack. Aus diesen saisonalen Zutaten kannst du auswählen:

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Unsere Zutatenliste für den Herbst!

Danke an dieser Stelle auch wieder an Alltagssterne für dein tolles Handlettering! Da bin ich ja die Vollniete. Wenn ich eines Tages Meisterin darin bin, mich kurz zu fassen und auf das Nötigste zu beschränken, dann werden Handlettering, Schönschrift, Kalligraphie oder die Malerei meine nächste Baustelle sein. Bis dahin backe ich zur Entspannung lieber Kuchen, das trifft dann auch andere nicht ganz so hart.

An dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung der Spielregeln. Es ist wirklich alles andere als kompliziert und macht sogar richtig viel Spaß:

Aus den 6 oben vorgegebenen Zutaten, müssen 3 ausgewählt und im Rezept verarbeitet werden. Mehr Zutaten sind möglich, weniger nicht. Bitte teilt uns am 17. November mit einem Link auf Anjas, Judys oder meinem Blogpost euren Link zum Rezept mit.

Wichtig: ihr müsst nicht zwingend einen Blog haben, jeder darf mitmachen! Egal woher. Aus den vorgegebenen Zutaten solltet ihr einen Gang eurer Wahl kreieren. Ob Vorspeise, Hauptgang, Dessert oder Zwischengänge, ist dabei ganz euch überlassen.

Auf Instagram könnt ihr eure Beiträge gerne mit den Hashtags #stuttgartviermal3 kennzeichnen, damit wir sie auch dort finden.

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Alle Zutaten auf einen Blick!

Ich habe schon die ein oder andere favorisierte Zusammenstellung, die hier natürlich noch nicht verraten wird. Was es jedoch genau wird und ob ich es schaffe, den Kuchen wieder fructosearm hinzubekommen, das weiß ich noch nicht. Was ich aber gewiss weiß ist, dass ein paar schöne Stunden in der Küche bevor stehen und darauf freue ich mich sehr. Es ist einfach immer wieder beglückend dort zu stehen und mit den Händen etwas Wohlschmeckendes zu zaubern. Vielleicht reicht die Muse diesmal auch für Fotos, mit denen ich wieder richtig zufrieden bin. Wir werden sehen.

Ganz besonders freuen würden wir drei uns natürlich, wenn auch ihr da draußen mitmacht und mit den wunderbaren Herbstzutaten etwas Schönes kocht, backt, mixt, rührt. Ich denke, das für jeden etwas dabei ist und freue mich schon jetzt auf die Ergebnisse.

Habt es schön und tut euch Gutes,

Eure Sonja

 

Küchensoundtrack für schöne Herbststunden: Hannah Epperson – Brother

Stuttgart Vier mal 3 – Sommeredition: Kartoffel-Käsekuchen mit Beerensößle!

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Backen / Fructosedingens

Im mich-kurz-fassen bin ich nicht die beste. Wäre „kurz und knackig schreiben“ eine olympische Disziplin, so wäre ich wohl eher auf einem der hinteren Plätze zu finden. Macht mir nix aus! In der Regel klappt das ja wunderbar, zum Beispiel bei Übersetzungen. Da kommt schriftlich labern eben einfach nicht so gut. Es geht um Fakten und Tatsachen. Es wird nix dazu gedichtet (oder weggelassen), das im Ausgangstext nicht auch vorkommt oder diesen im Zweifel mit Hilfe von Umschreibungen in der Zielsprache verständlicher macht. Alles für einen guten Text.

In allen anderen Fällen betreibe ich dagegen äußerst gerne Wort-Akrobatik. Wie ihr hier nur unschwer erkennen könnt. Ich benutze liebend gerne Wörter, die in Vergessenheit geraten sind. Ich sage und schreibe auch viel lieber „Käsekuchen“ statt „Cheesecake“. Käsekuchen ist nämlich ebenfalls eines dieser Wörter, die angesichts ihres hippen Gegenspielers irgendwie angestaubt sind. Zu Unrecht.

Ich spiele gerne mit Sprache(n). Vermutlich bin ich deshalb auch gar nicht so falsch angesiedelt in meiner neuen (und nebenbei ultra spannenden!) Aufgabe als fest angestellte Redakteurin. Etwas, das ich mittlerweile nur deshalb so richtig richtig popichtig glauben kann, weil ich meine ersten drei Arbeitstage diese Woche hinter mich gebracht habe. Ja, ich habe gestern schon mein Wochenende eingeläutet!

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Bislang war mit dem Kopf zu arbeiten eher etwas, das sich auf die mittlerweile leider nicht mehr ganz so häufig erscheinenden Blogartikel und meine Arbeit als Texterin für POIS beschränkte. Letzteres nahm mehrere Stunden die Woche ein. Meist immer dann, wenn mich die Muse küsste und die Finger mehr oder weniger von allein über die Tasten sprangen, weil der Kopf in dem Moment gerade sprudelte. Natürlich arbeitet man immer irgendwie mit dem Kopf, aber nun wird er auch beruflich so richtig zur Denkfabrik. Die Texte habe ich von Zuhause geschrieben. Es ist beglückend und praktisch, wenn man so arbeiten kann.

Beglückend und praktisch ist aber auch, in einem Büro mit tollen Kollegen in kreativer Umgebung sitzen und miteinander arbeiten zu können. Das Gefühl zu haben stets mit offenen Armen empfangen zu werden. Überhaupt die Tatsache, nette Menschen um sich haben zu können, bei denen du weißt, du kannst und sollst immer Fragen stellen. Die dir einen Rahmen zum Arbeiten zur Verfügung stellen und dir jederzeit nicht das Gefühl geben, dass du ihnen zur Last fällst. Das ist nicht selbstverständlich. Ich hatte auch schon Jobs, bei denen eher gegeneinander statt miteinander arbeiten an der Tagesordnung stand. Das braucht wirklich kein Mensch. Das macht auch wirklich so gar keinen Sinn! Und so funktioniert auch kein Magazin.

Die erste „Akrobatikstunde“ in Form meines ersten Artikels für das Magazin habe ich schon hinter mich gebracht und dabei nicht gerade in der genannten Disziplin „kurz und knackig“ glänzen können. Es sollte ein kurzer Artikel über eines der besten Sushi-Lokale weltweit werden! Oh, hi hohe Messlatte, bist du´s?!

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Wo eine große Herausforderung ist, da gibt es jedoch immer auch Wege sie zu bezwingen. Man steht sich dabei halt oft nur selbst im Weg. Für den Beitrag habe ich keine Anweisung oder Einweisung bekommen, ich habe einfach angefangen zu recherchieren und zu schreiben. Das ist für solch einen Lernprozess vermutlich auch die beste Herangehensweise. Einfach mal machen, Dinge auf deine Art angehen, einfach mal anfangen zu schreiben (oder zu backen oder…), das wird schon. Niemand landet beim ersten Mal einen Volltreffer! Die Perfektionistin in mir ist – zum Glück – längst entspannter geworden, weil es einfach nichts bringt sich selbst mit vermeintlich Idealem unter Druck zu setzen.

Der erste Entwurf des Artikels war natürlich weit davon entfernt perfekt zu sein und wisst ihr was? Das ist total okay, wenn du jemanden an der Hand hast, der an dich und deine Fähigkeiten glaubt und dir Raum und Zeit gibt, dich zu entwickeln. Es ist eben etwas gänzlich anderes für Leser von Printmedien zu schreiben als sein eigener Text-Herr auf dem Blog zu sein. Hier ist ja zum Glück reichlich Platz vorhanden.

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Perfekt ist im übrigen auch dieser Kuchen, wie man sieht, nicht und gänzlich unperfekt ist sogar, dass dieser Beitrag zu Stuttgart Vier mal 3 nun nicht am 17. August um 17 Uhr erscheint wie er eigentlich sollte, sondern erst heute, am 18. August um 17 Uhr. Einen Tag zu spät. Weil mein Zeitmanagement diesmal einfach für den Popinski war und der letzte Drücker nach meinen drei ersten Tagen in der Redaktion bereits für andere Tätigkeiten herhalten musste. Von den Bildern möchte ich gar nicht erst anfangen, die ersten waren ein Desaster… aber da isser wieder, der Perfektionismus und der Druck, den man sich selbst macht.

Lasst uns von perfekt Unperfektem kurz einen Schwenker zu den Zutaten machen, bevor das hier sonst wieder ausartet. Das waren nämlich unsere Zutaten für die Sommeredition:

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Stuttgart Vier mal 3 – die Sommerzutaten

Sehr ausgewogen und stimmig, trotzdem nicht ganz so einfach. Zumindest dann nicht, wenn man es sich nicht gänzlich leicht machen und kurzerhand einen Beeren-Blechkuchen backen will. Wollte ich auch nicht. Und auch keine Kartoffel-Mais Foccacia mit Brombeeren oder schon wieder einen Auberginenkuchen mit Beeren. Oder herzhafte Mais-Brombeer-Stachelbeer Scones. Oder…

Ich habe Kartoffeln, Brom- und Johannisbeeren gewählt und mich von einem meiner liebsten Backbücher inspirieren lassen und angelehnt an den Kartoffel-Cheesecake (da, schon wieder das C-Wort!) mit Preiselbeeren aus dem Buch „Kuchenwunder“ des Gräfe & Unzer Verlages, einen fructosearmen Kartoffel-Käsekuchen mit Beerensößle gemacht.

Wir befinden uns ja schließlich in Schwaben, da isst man Käskucha und keinen neumodischen Cheesecake-Schmarrn! Und das auch nicht mit Magerquark sondern mit voll fettem Quark, einfach weil man das hier kann und weil es sehr viel besser schmeckt. Käsekuchen mit Magerquark, das ist eines dieser Mysterien, welche sich mir wohl nie erschließen werden.

Zutaten für eine 18cm-Springform:

Boden:

60g fructosearme Zartbitterschokolade (z.B. von Frusano)

25g Butter

80g fructosearme Kekse (z.B. Dinkelbutterkekse von Frusano)

1 El Sesam (optional)

1 EL gepoppten Amaranth (optional)

Belag:

200g Kartoffeln, mehlig-kochend

400g Quark

100g Doppelrahm-Frischkäse

1 Msp. gemahlene Vanille

3 Eier

70g Getreidezucker (von Frusano)

1 EL Dinkelgrieß

Prise Salz

Saft und Schale einer unbehandelten Zitrone

Sößle:

ca. 300g Beeren (in meinem Fall Brombeeren und Johannisbeeren)

3 EL Getreidezucker

Saft einer unbehandelten Limette

etwas gemahlene Vanille

Funktioniert so:

  1. Die Kartoffeln schälen, waschen, würfeln und in Salzwasser gar kochen. Anschließend abgießen, kurz ausdampfen lassen und mit einer Gabel oder dem Kartoffelstampfer fein zerdrücken.
  2. Eine kleine Backform mit Backpapier auskleiden und die Ränder fetten. Schokolade hacken und mit der Butter über dem Wasserbad schmelzen. Die Kekse mit dem Nudelholz oder anderen Hilfsmitteln zerbröseln. Brösel, Sesam und Amaranth (beides kann auch weggelassen werden) mit der Schokolade vermengen, auf dem Boden verteilen und die Springform für etwa 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
  3. Die Zitrone heiß abwaschen, mit einem Zestenreißer die Schale abreiben und den Saft auspressen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  4. Frischkäse, Quark, Grieß, Zitronensaft und Schale, Getreidezucker, gemahlene Vanille und die Prise Salz in einer Rührschüssel einige Minuten mit dem Handmixer verrühren. Anschließend jedes Ei einzeln gut unterrühren. Zuletzt die zerdrückten Kartoffeln unter die Masse rühren und auf dem fest gewordenen Keksboden verteilen.
  5. Den Kuchen auf der mittleren Schiene 50-60 Minuten backen. Bitte nach 40 Minuten regelmäßig einen Blick in den Ofen werfen. Wird der Kuchen euch am Rand zu dunkel, deckt ihr ihn vorsichtig mit Alufolie ab. Ich mache auch bei Käsekuchen eine Stäbchenprobe. Wenn nur noch wenig Füllung daran haftet und er in der Mitte nicht mehr schwabbelt, ist er gut. Den Ofen ausschalten und den Kuchen bei leicht geöffneter Tür auskühlen lassen – gerne über Nacht.
  6. Für das Sößle die Beeren verlesen. Mit 3 EL Getreidezucker – oder nach Geschmack – und dem Saft einer Limette sowie etwas gemahlener Vanille in einen kleinen Topf geben und bei leichter Hitze 15-20 Minuten köcheln lassen. Wer mag, kann die Beeren anschließend noch durch ein Sieb passieren.

Der Kuchen schmeckt selbstverständlich auch ohne Sößle! Ich mag jedoch beide Varianten sehr gerne und finde es schön, wenn Gäste sich das selbst aussuchen können und man es mal so und dann wieder so machen kann. Zudem schmeckt die Beerensoße auch im Frühstücksjoghurt sehr lecker. Es lohnt sich also doppelt.

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Der Käsekuchen ist wunderbar cremig und man schmeckt die Kartoffeln wirklich nur leicht heraus. Er eignet sich außerdem auch als tolle Verwertungsmöglichkeit für Kartoffeln vom Vortag und kann selbstverständlich auch als nicht fructosearme Variante gebacken werden. Dazu einfach statt Getreidezucker normalen Zucker verwenden.

Jetzt bin ich aber wieder richtig gespannt darauf, was Judy und Anja für unsere Sommeredition von Stuttgart Vier mal 3 fabriziert haben. Ich war tatsächlich noch nicht spicken, obwohl beide Beiträge bereits seit gestern Nachmittag online sind! Wie immer weiß keine von uns vorab, welche Zutaten sich die jeweils beiden anderen aussuchen und was letztendlich daraus entsteht. Das ist immer wieder spannend!

Viel Spaß beim Lesen! Viel Spaß beim Backen! Und ganz viel Spaß am Sommer!

Eure Sonja

Küchensoundtrack: Audioslave – Show Me How To Live

 

 

 

 

 

Stuttgart Vier mal 3 – Sommeredition: die Zutaten!

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Backen

Manchmal knurrt mein Magen so sehr, dass ich, wenn dann endlich etwas Essbares an mir vorbeispringt, kaum etwas herunter bekomme. Und manchmal – also jetzt – , da habe ich so dermaßen viele Worte in meinem Kopf, doch wenn dann mal Zeit zum Schreiben ist, da wollen sie sich noch nicht so recht ihren Weg über meine Lippen bahnen und über meine Fingerspitzen in die Tasten gehauen werden. Manchmal fehlen mir trotz randvollem Kopf die Worte. Insbesondere dann ist das der Fall, wenn ich denn mal einen ganzen freien Tag habe. Nur für mich. Den ich zum Beispiel zum Bloggen nutzen könnte. Das kommt zurzeit nicht oft vor. Aber wenn, dann kommt da aktuell (noch?)nicht so recht viel.

Ob das daran liegt, dass ich täglich mehrere Stunden vor dem Laptop sitze? Dass ich ständig Deutsch, Spanisch, Kroatisch, Englisch spreche und denke, Worte suche, finde und austausche, an Texten feile und als mittlerweile fast-staatlich-anerkannte-Übersetzerin Sprache und Worte laufend aktiv ver- und anwende? Dass ich nicht mehr nur zu meinem privaten Vergnügen schreibe? Beziehungsweise kaum mehr zu meinem privaten Vergnügen schreibe?

Würde man mich auf (m)eine kleine touristisch unerschlossene Insel in Dalmatien, in mein imaginäres kleines traditionelles Steinhäuschen mit Garten (unter toller großer Küche mit Kochinsel) unter meinen riesengroßen Feigenbaum verfrachten, von dem ich jeden Morgen, Mittag und Abend Feigen essen würde, so bin ich mir sicher, ich würde die nächsten fünf Tage durchschreiben. Pausenlos. Okay, mit Ess- und Pipi-Pausen.

Solange das jedoch noch nicht so ist – und ich arbeite an dieser Änderung, das ist gewiss -, spreche ich Grüße aus meiner kleinen Küche ohne Kochinsel im Westen aus und luge hervor zwischen einer Menge Übersetzungen, Backbüchern und fructosearmer Zitronentarte, die gerade für die nächste Kuchenquartett 0711 Pop Up Bakery (pssst, am 30. Juli in der Herbertz´Espressobar!) probegebacken wird. Und auch zwischen Ofen-Auberginen mit Pasta und Tomatensoße, bei der Knoblauch nicht fehlen darf. Man kann ja nicht nur von Luft und Liebe leben. Auch wenn beides gerade reichlich vorhanden ist und aktuell ziemlich viele unglaublich fantastische Dinge passieren!

Auch weil Sommer im Kessel ist, was ihr anhand der Überschrift wohl schon erahnt habt! Ich ahne das jeden Tag, wenn ich nach 19 Uhr aus dem Unterricht oder von der Arbeit komme und die Stufen in den 6. Stock und somit das Dachgeschoss erklimme, auf das den ganzen lieben langen Tag die Sonne knallt. Doch halt, ich beschwere mich nicht! Ich L-I-E-B-E den Sommer und, dass die Story mit der Bikinifigur nicht erst vor der Haustüre beginnen muss.

Auf den Märkten springt uns die fast schon unheimliche Auswahl an Beeren und frischestem Gemüse ins Auge. Ich liebe das und würde am liebsten alles auf einmal in meinem Flechtkorb nach Hause tragen! Backen im Sommer ist schön! Sogar wenn man im Dachgeschoss wohnt! Mit Ausnahmen ab 38 Grad. Deshalb bin ich selbst schon gespannt, was sich aus den Zutaten der Stuttgart Vier mal 3 Sommeredition machen lässt:

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Stuttgart Vier mal 3 – die Sommerzutaten

Ich habe bereits Ideen. Oder hatte bereits welche. Die Hälfte davon habe ich zwischen Erstellung der Zutatenliste mit Anja und Judy und jetzt schon vergessen. DAs ist so ungefähr 14 Tage her. Wenn ich ehrlich bin, dann wurde das Ganze durch die Streichung von Möhren von der Zutatenliste sabbotiert. Aber was willste machen? Tschö Carrot Cake, wäre sicher schön geworden mit uns beiden!

Da wir aber unter der absolut fantastisch-irren Bedingung der Verwendung aller oben aufgeführten Zutaten die Verwendung von Möhren als i-Tüpfelchen doch wieder ins Spiel gebracht haben, besteht immerhin noch die Hoffnung der Erfindung eines absolut einmalig abartigen Kuchens. Ob ich diese wahnsinnige – also noch mehr als sonst schon – Herausforderung annehme, bleibt abzuwarten. Ich mache mir jedoch selbst wenig Hoffnung. Ab und an schadet eine Prise Realitätsverlust…. äh Sinn nicht!

Letztes Jahr gab es an dieser Stelle aber immerhin einen Kuchen, den ich so vor fünf Jahren vermutlich auch noch nicht gebacken hätte: Auberginen-Schokoladenkuchen.

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Auberginen-Schokoladenkuchen mit sommerlichem Durcheinander

Arm an Fructose, aber reich an Geschmack! So wie sich das gehört. Vor etwa einem Monat habe ich daraus erst kleine Kuchen im Glas gezaubert, von denen noch zwei Stück übrig sind. Wir hatten Schrumpel-Auberginen Alarm bei Pois und falls mal Kuchenknappheit herrschen sollte oder der Kuchenhunger groß ist, aber die Zeit oder Lust knapp bemessen. Vielleicht zaubere ich ihn ja noch einmal zur Pop Up Bakery… Wir werden sehen!

Spielregeln:

Aus den sechs oben vorgegebenen Zutaten, müssen drei ausgewählt und im Rezept verarbeitet werden. Mehr Zutaten sind möglich, weniger nicht. Bitte teilt uns am 17. August mit einem Link auf Anjas, Judys oder meinem Blogpost euren Link zum Rezept mit.

Wichtig: ihr müsst nicht zwingend einen Blog haben, jeder darf mitmachen! Egal woher. Aus den vorgegebenen Zutaten solltet ihr einen Gang eurer Wahl kreieren. Ob Vorspeise, Hauptgang, Dessert oder Zwischengänge, ist dabei ganz euch überlassen.

Auf Instagram könnt ihr eure Beiträge gerne mit den Hashtags #stuttgartviermal3 kennzeichnen, damit wir sie auch dort finden.

Machst du mit?! Dann denk dran, dass der Kuchen oder Cocktail oder die Vorspeise oder die Focaccia – echt ein seltsam aussehendes Wort… – oder Suppe oder Käsekuchen oder Flammkuchen oder Buddha Bowl oder die vor Gluten und Kalorien nur so strotzende Pizza auch einfach nur drei der oben genannten Zutaten beinhalten darf. Bitte gib keine weiteren Obst oder Gemüsesorten hinzu, das mögen unsere ausgewählten Stars da oben nicht so.

Du kannst dafür nach Belieben eine Menge Gluten, Hack, Möhrchen, Butter, Fructose und wenn du möchtest sogar ganze zehn Eier hineingeben. Die Fantasie kennt keine Grenzen!

Wenn du es schaffst alle (!) oben genannten Zutaten in dein Rezept zu packen und trotzdem ein schmackhaftes Ergebnis auf den Teller zu bringen , dann darfst du im Herbst eine Obst- oder Gemüsesorte deiner Wahl mit in den Zutatentopf werfen. Darf auch abgefahren sein, sollte nur möglichst irgendwie saisonal zu beschaffen sein. Soll heißen: Erdbeeren aus Spanien wären nicht so cool.

Jetzt verziehe ich mich aber wieder in die Küche. Der Mürbteig für die Zitronentarte ist nämlich schon kühl, der Abend schreitet voran und der Kuchen will in den Ofen befördert werden. Bruno singt sich warm und wenn ich jetzt nicht weitermache, gibt es morgen früh keinen Tagesretter für vokabelreiche Durststrecken in Englisch oder Spanisch.

Habt es fein!

Eure Sonja

Küchensoundtrack: Bruno Mars – 24 Carrots

 

Stuttgart Vier mal 3 – Frühjahrsedition: fructosearmes Waldmeister-Spinat Törtchen mit Rhabarber Curd!

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Backen

Zum Haare raufen, es war einfach zum H-A-A-R-E raufen! Das Backen für die Frühjahrsedition Stuttgart Vier mal 3 war für mich in etwa vergleichbar mit dem Zustand kurz vor einer Pop Up Bakery, wenn jedes klitzekleine, im Grunde absolut todsichere Ding plötzlich nicht mehr klappen will. Einfach so. Aus heiterem Himmel. Weil die Windrichtung nicht stimmt, die Sternkonstellation eine andere ist als sonst, man die glückbringenden Herzchensocken dabei nicht trägt oder morgens ausnahmsweise mal nicht aus seinem Lieblingskaffeebecher getrunken hat!

Der Endboss während dieser Folge Stuttgart Vier mal 3? As simple as Sahne! Einfach nur schlichte, feinste Sahne von Kühen, die auf grünen Wiesen standen und ein nettes Leben mit schöner Aussicht verleben durften. Allein die oben genannten Szenarien kommen dabei für mich als Möglichkeiten hierfür in Frage. Anders ist nämlich nicht zu erklären wie diese Sahne einfach mal nicht steif werden wollte. Nicht  nur einmal. Nein, zweimal! Beim dritten Mal war ich dann kurz davor vorher noch eine Runde beten zu gehen oder eine kleine auf-Knien-in-die-Küche-rutsch-Runde hinzulegen. Nur, damit ich Glück habe und die Sahne mal wieder steif wird.

„Kurze Notiz in Sachen Stuttgart Vier mal 3: ich kann keine Sahne mehr aufschlagen. Schon das zweite Mal! Ich zweifle gerade an meiner Existenz.“

„Ohhh, das kenne ich. Kann ich auch nicht. Bitte nicht verzweifeln!“

„Liegt bestimmt am Wetter.“

Fragen, die ich mir dabei stellte: sind wir einfach nicht mehr kompatibel, wir zwei? Hast du mich hinter deinem Etikett-Rücken schlecht über dich reden hören? War es womöglich eine Trotzreaktion? Was habe ich dir eigentlich getan?!?! Oder lag es am Waldmeister… diesem Jungspund, der alles andere als grün hinter den Ohren ist? Wart ihr euch einfach nicht grün?

Angesichts dessen, dass ich kürzlich erst in ein tiefes Pancake-Loch gefallen war, aus dem ich nur mühsam wieder hinaus fand – sie wollten mir einfach nicht mehr gelingen – hielt ich auch die Option für durchaus realistisch, dass ich schlichtweg zu doof war und die Kombination mit das-muss-jetzt-aber-einfach-werden der Sahne den Karma-Rest gab. Dieses Törtchen sollte einfach unbedingt hinhauen! Und die Creme war ein essentiell wichtiger Teil davon, weil sie sich so prima mit allen möglichen Tees, Kräutern und Co. aromatisieren lässt.  Wir wissen alle, wie das endet, wenn man etwas unbedingt will. Genau dann klappt´s natürlich nicht.

Diesmal hatte ich entgegen meiner sonstigen kurz-vor-knapp Back-Performances sogar vor drei Wochen schon mit der Backerei begonnen. Was im Hinblick auf das Sahne-Desaster natürlich ein Glücksfall war. Vergangenes Wochenende wäre das nix für meine Nerven gewesen, ich sag´s euch. Meine anfängliche Idee eines rohveganen Blumenkohl-Kuchens mit Mangocreme habe ich direkt wieder verworfen, denn die wäre in fructosearm und gut verträglich nur schwer realisierbar gewesen. Das hatte für mich diesmal allerdings Priorität. Ich bin letztlich meiner zweiten Idee treu geblieben.

Es sollte es ein fructosearmes Törtchen mit Spinat-Biskuitboden werden, denn diese Idee geisterte mir bereits seit meinem damaligen Besuch im Kieztörtchen in Dortmund durch den Kopf. Den Geschmack dieses Kuchens habe ich noch heute im Mund. Es war ein Spinat-Biskuit mit wunderbar erfrischender Zitronencreme als Füllung. Wahnsinnig lecker!

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Diesen Boden habe ich schlussendlich ganze 3x gebacken und den/die/das Curd 2x zubereitet bis ich den Kuchen endlich so zusammensetzen konnte wie ich wollte. Nicht, weil beides nicht bereits beim ersten Mal perfekt gewesen wäre – wie bereits erwähnt, gilt meine Liebe all jenen Rezepten, die sofort pannenfrei in fructosearm klappen. Ich schiebe das allein auf mein (in diesem Fall äußerst mieses) Zeitmanagement. Es war immer alles zu unterschiedlichen Zeiten fertig oder die Sahne wollte mal wieder nicht. Natürlich war gerade dann bereits später Samstagabend…

Hier nochmals unsere Zutatenliste für die Frühlingsedition von Stuttgart Vier mal 3. Nach einem Blick auf unsere Zutatenliste stand der Grundstein für das Törtchen und meine drei Komponenten:

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Der Rest ging dann ziemlich fix. Mango fiel als nicht gut verträgliche, wenn auch unglaublich leckere Frucht von vorne herein weg. Rhabarber sollte es also sein. Rhabarber ist unglaublich vielseitig und einer der Frühlingsboten schlechthin, ich liebe ihn! Und er ist sehr gut verträglich bei Fructose Intoleranz. Ich wählte ihn als einen Teil meiner Füllung und testete den angeblich süchtig machenden Rhabarber Curd meiner lieben Kessel-Kollegin Tricky Tine als fructosearme Variante aus. Es klappte! Und war noch dazu köstlich!

Und ja, er macht dezent süchtig. Zumindest möchte ich ihn nun mit weiteren Obstsorten versuchen. Ich liebe es, wenn fructosearme Varianten nicht fructosearmer Rezepte sofort problemlos funktionieren, weil das keinesfalls selbstverständlich ist. Oft muss man noch an verschiedensten Ecken schrauben und auch die Konsistenz der Teige leidet, vor allem wenn man mit Traubenzucker backt. Deswegen mache ich das auch nicht mehr, Getreidezucker ist hier einfach die viel bessere Option. Was die Backeigenschaften betrifft verhält er sich nämlich nicht anders als Haushaltszucker. Nun denn, du allertollster Curd, du solltest es sein!

Lasst euch nun bitte nicht erschlagen von den drei einzelnen Rezepten in Folge. Ich habe es extra so gemacht um euch nicht mit einem einzigen ellenlangen Rezept zu erschlagen und weil man die Komponenten auch unabhängig voneinander machen und auch ganz anders kombinieren kann.

Allein der Rhabarber Curd bietet einige Möglichkeiten. Ich habe ihn zusätzlich als Brotaufstrich, aber auch als Beigabe in meinem allmorgendlichen Joghurt gegessen. Meine Kollegin hat ihn sogar pur als kleines Dessert am Nachmittag ausgelöffelt. Der Spinatboden lässt sich mit vielerlei Cremes und Füllungen füllen und ist definitiv auch ein optisches Highlight, denn er sieht einfach wunderschön aus mit seiner sattgrünen Farbe!

Und die Waldmeistersahne passt gerade jetzt im Frühling sehr gut zu den ersten regionalen Erdbeeren und bringt eine ungewöhnliche Geschmackskomponente. Probiert es unbedingt mal aus, wenn ihr frischen seht!

Zutaten für 1-2 Gläser Rhabarber Curd:

300g geputzten Rhabarber mit Schale, in Stücke geschnitten

100ml Wasser

1 kleines Stück Ingwer, geschält

Saft einer halben bis einer Zitrone

2 Eier

4 Eigelb

150 frische Butter, in Stücken

100g Getreidezucker

Funktioniert so:

  1. Die Rhabarberstücke zusammen mit dem Ingwer und dem Wasser in einem Topf aufkochen und 10-15 Minuten sanft köcheln lassen bis der Rhabarber weich geworden ist. Anschließend durch ein Sieb geben und den Saft auffangen. Die Reste habe ich nicht entsorgt sondern in ein Glas gefüllt und für selbstgemachten Fruchtjoghurt verwendet.
  2. Rhabarber- und Zitronensaft auf 170ml abmessen, mit dem Zucker in einem kleinen Topf verrühren und kurz aufkochen lassen bis sich der Zucker aufgelöst hat. Beiseite stellen und etwas abkühlen lassen.
  3. Jetzt kommt das Wasserbad und die Kür. Die zwei ganzen Eier in einer hitzebeständigen Schüssel über dem auf keinen Fall (!) kochenden Wasserbad mit den Eigelben verrühren und 1-2 EL Rhabarber-Zitronensaft hinzugeben. Gut verrühren, die Temperaturen müssen sich vorsichtig angleichen, da sonst das Ei gerinnen kann. Dann nach und nach die restliche Flüssigkeit zur Eimasse geben und immer schön verrühren. Dabei auch die Temperatur der Herdplatte etwas höher drehen, bei mir war sie zuletzt auf 1,5. Aber bitte nur schrittweise, das Ganze muss langsam auf Temperatur gebracht werden.
  4. Mit dem Schneebesen rühren, rühren und nochmals rühren. Die Masse muss gaaaanz langsam und sachte erhitzt werden. Nach guten 10-15 Minuten zieht die Masse an und wird puddingartig dick. Jetzt kommen die Butterstückchen dazu, diese unterrühren bis sie geschmolzen ist.
  5. Den Herd ausschalten, die Schüssel vom Wasserbad nehmen, nochmals gut durchrühren und das Curd, wenn ihr es nicht sofort verwendet, in sterilisierte Gläser füllen. Auskühlen lassen.

Zutaten für eine 18cm-Springform Spinat-Biskuitboden:

4 Eier, M

100g Getreidezucker

180g Dinkelmehl

2 TL Backpulver

100ml Vollmilch

70g junge Spinatblätter, geputzt

1 Messerspitze gemahlene Vanille

1 Prise Salz

Funktioniert so:

  1. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Den Boden der 18cm-Springform mit Backpapier auskleiden, die Ränder habe ich mit einem Kragen aus dem übrig gebliebenen Backpapier ausgekleidet.
  2. Eier, Getreidezucker und die Prise Salz einige Minuten luftig schaumig schlagen. Den Spinat mit der Milch pürieren und unter die Eiermasse geben.
  3. Mehl, Backpulver und Vanille in einer Schüssel mischen, über den Teig sieben und alles sanft mit einem Teigschaber verrühren, dass keine Klümpchen zu sehen sind. Teig in die vorbereitete Form füllen und auf der mittleren Schiene 30-40 Minuten backen. Nach erfolgreicher Stäbchenprobe im ausgeschalteten Ofen auskühlen lassen.

Zutaten für die Waldmeistersahne-Joghurtcreme:

300ml Schlagsahne

150g griechischer Joghurt

2 EL Getreide- oder Traubenzucker

2-3 Zweige getrockneten Waldmeister, die abgezupften Blätter davon

Funktioniert so:

  1. Den Waldmeister habe ich zuvor 1-2 Tage getrocknet. Zum Aromatisieren die Blätter von zwei bis drei Stängeln zupfen und in einem geschlossenen Gefäß mit der Sahne über Nacht einlegen.
  2. Sahne durch ein Sieb geben und die Waldmeisterblätter entsorgen. Die Sahne steif schlagen und anschließend mit Joghurt und Zucker verrühren.

Törtchen zusammensetzen:

  1. Den Spinatboden mithilfe eines großen Brotmessers 2x längs durchschneiden. Die oberen Böden zur Seite legen. Auf den untersten Boden erst einen Teil des Rhabarber Curds verstreichen, anschließend eine Schicht der Waldmeistersahne darüber geben und ebenfalls fast bis an den Rand verstreichen.
  2. Nun vorsichtig den zweiten Boden darauf geben und ebenso vorgehen. Den letzten Boden ebenfalls vorsichtig auflegen und den Rest der Sahne darauf verstreichen. Wer möchte kann das Törtchen natürlich auch komplett mit der Sahne-Joghurtcreme einkleiden.  Als natürliche Dekoration habe ich oben noch einige Waldmeisterblätter aufgelegt. Einfach, weil es so hübsch und natürlich aussieht.

Lasst euch bitte nicht abschrecken, der/die/das Curd ist wirklich einfach herzustellen, man darf nur niemals den Herd auf Turbo schalten, sonst ist alles für´n Arsch *hust*. Also lieber langsamer, das ist eine todsichere Variante.

Beim ersten Mal war ich derart übervorsichtig, dass es sogar ganze 30 Minuten gedauert hat bis der/die/das Curd-le die gewünschte puddingartige Konsistenz entwickelt hat. Zwischendrin zweifelte ich bereits an meiner Existenz, aber die Ausdauert lohnt sich wirklich. Wozu braucht man auch einen Tennisarm, wenn man einen Rührbessen-Curd-rühr-Arm haben kann? Die Geduld hat sich 10x ausgezahlt, denn der Curd schmeckt einfach fantastisch!

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Als weitere Zutat brachte ich Waldmeister mit ins Spiel, denn wenn nicht im Mai, wann denn dann? Wir hatten ihn alle drei noch nie verwendet, schon gar nicht als frisches Kraut. Also stürzte ich mich zunächst in die Recherche und besorgte mir bei Schüttgut ein wunderbares Exemplar, das mir noch immer Freude macht. Auf etlichen Seiten las ich Warnungen und das man ja blooooß nicht die Stängel in die Flüssigkeit hängen lassen sollte! Deshalb hängt Waldmeister auch immer kopfüber in der Bowle. Also Obacht, nich?

Fest steht, Waldmeister ist ein geheimnisvolles Kraut und gibt seinen Geschmack nicht so einfach an den Erstbesten preis. Man muss schon ein bisschen was dafür tun um ihm sein besonderes Aroma zu entlocken. Man muss ihn bezirzen! Waldmeister soll früher übrigens als Mittel gegen dämonische Kräfte verwendet worden sein. Spooky! Dämonisch gut aber ist das Ergebnis, wenn man ein bisschen Geduld hat.

Im frischen Zustand schmeckt er jedenfalls nach nicht besonders viel und gibt auch sein unverwechselbares Aroma nicht preis. Hmpf! Ich habe es probiert. Also trocknen. Getrocknet legt der Gute dann auch so richtig los!

Waldmeistersahne stelle ich mir gerade auch zu Erdbeeren sehr fein vor und werde das mit meinem Trockenvorrat definitiv auch noch ausprobieren. Es lohnt sich das Kraut auf dem Markt frisch zu kaufen. Nicht nur weil es dekorativ aussieht, es hat natürlich auch ein viel besseres Aroma als dieses ganze Waldmeister-Kunstaroma-Gedöns in Neongrün. Man kann Waldmeister auch frisch einfrieren, aber wer ein Liliputaner-Tiefkühlfach wie ich hat, ist mit der getrockneten Variante deutlich besser bedient.

Anja schrieb im Chat vorgestern noch etwas vom Untertitel „Pleiten, Pech und Pannen“. Unschwer zu erkennen, dass auch sie sich diesmal nicht ganz so einfach getan hat mit ihrer Idee und deren Umsetzung.

Ich habe wie immer absolut keinen blassen Schimmer, was sie und Judy gebacken oder gekocht haben. Und das fuchst mich jedes Mal. Es ist einfach zu spannend!

13. Mai, Anja schreibt:

„Ich dreh durch… ich krieg das diesmal nicht hin. Dat wird nix!!!!“

Aber sie kriegte es hin. Und Judy auch, sogar ohne weitere Vorkommnisse, Pleiten, Pech oder Pannen. Wir wissen nur noch nicht wer was genau hinkriegte! Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem diese Beiträge und auch eure, wenn ihr welche beigesteuert habt, online gehen. Erst dann lüftet sich das Geheimnis.

Anja verriet Sonntagabend noch Folgendes, das ich mir bildlich sehr amüsant vorgestellt habe. Bitte reiß mir nicht den Kopf ab, liebe Anja, aber den Song musste ich mir selbstverständlich heute noch reinziehen und weil er die ganze Situation in der Küche auch so schön untermalt, muss er natürlich hier auch rein.

Das ist denn nun auch mein Schlusswort:

„So. Ich hab das eine (=Küchengedöns) mit dem anderen (=auf hohen Hacken laufen) verbunden. Jetzt Halbzeit und morgen dann das Finetuning. Das Ganze mit freundlicher Unterstützung aus Kölle. Brings – Super Jeile Zick in Dauerbeschallung (auch der Nachbarschaft). Und das zur besten Sonntagstatortzeit!“

Jetzt ab auf die Blogs von Judy und Anja, ich will endlich wissen, was die beiden und auch ihr da draußen gezaubert habt!

Habt es fein!

Eure Sonja

Küchensoundtrack: Martin Kohlstedt – LEH